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Der „Mausflüsterer“ verlässt das Sulinger Rathaus

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Von: Harald Bartels

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In den Ruhestand verabschiedeten am Freitag Bürgermeister Patrick Bade (links) und Oliver Harms vom Personalrat (rechts) den langjährigen EDV-Systembeauftragten der Stadtverwaltung Heinrich Eismann.
In den Ruhestand verabschiedeten am Freitag Bürgermeister Patrick Bade (links) und Oliver Harms vom Personalrat (rechts) den langjährigen EDV-Systembeauftragten der Stadtverwaltung Heinrich Eismann. © Bartels

Der EDV-Systembeauftragte Heinrich Eismann wechselt nach knapp 27 Jahren in den Ruhestand.

Sulingen – Seinen letzten Arbeitstag als EDV-Systembeauftragter der Stadt Sulingen verbrachte am Freitag Heinrich Eismann im Rathaus.

Eine Laufbahn in der Verwaltung war jedoch nicht sein eigentlicher Berufswunsch: Der Dienstborsteler, 1956 in Nienburg / Weser geboren, absolvierte nach dem Wehrdienst ein Studium für Mathematik und Physik auf Lehramt an Gymnasien, aufgrund des Einstellungsstopps in Niedersachsen zu der Zeit war er nur für drei Monate als „Feuerwehrlehrer“ an einem Gymnasium in Burgdorf bei Hannover tätig sowie einige Jahre als Dozent an der Volkshochschule, wo er die Teilnehmer in Abendkursen auf das Abitur vorbereitete.

Im Rahmen einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme kümmerte er sich von 1995 bis 1998 um die Umstellung der städtischen EDV auf ein PC-Netzwerk inklusive der Einführung neuer EDV-Programme und wechselte im Anschluss fest als EDV-Systembeauftragter in die Stadtverwaltung.

Lehrerausbildung war hilfreich

Diese Funktion gibt er nun auf, nachdem er noch im März sein Dienstjubiläum für 25 Jahre im öffentlichen Dienst begangen hatte. Das habe er sich auch erst erklären lassen müssen, verriet Eismann, weil dafür die Zeiten als Referendar und befristete Lehrkraft zähle, nicht aber die drei Jahre in der Verwaltung vor 1998.

Die Zeit in der EDV sei sehr lehrreich und interessant gewesen. Der Großteil seiner Aufgaben habe darin bestanden, als Bindeglied zwischen den Programmierern der Softwarehersteller und den Sachbearbeitern als Nutzern zu vermitteln. „Die nutzen unterschiedliche Vokabulare, da kam mir meine Lehrerausbildung zugute.“ Besonders in Erinnerung bleibe ihm die Zeit, als die PC-Mäuse eingeführt wurden, denn der Umgang damit sei für viele ungewohnt gewesen: „Da musste man manche Mitarbeiter wirklich an die Hand nehmen“, erinnerte er sich.

Verfechter der „Turnschuh-EDV“

In den ganzen Jahren habe es nur zwei oder drei Rechner mit einem Virenbefall gegeben, „aber das ist nichts Großes geworden, weil die Leute den Mut hatten, sich gleich bei der EDV zu melden.“ Die beiden vergangenen Jahre seien besonders herausfordernd gewesen mit der Umstellung auf die Arbeit im Homeoffice – wobei er selbst weiterhin im Rathaus arbeiten musste, da sein Zuhause in einem der weißen Flecken liegt und noch über keinerlei Internetanschluss verfügt.

Die Kolleginnen und Kollegen seien das, was er am meisten vermissen werde, sagte Eismann. Als „EDVler“ sei er in alle Büros gekommen und habe alle Mitarbeiter kennengelernt: „Anders, als viele sagen, ist die ,Turnschuh-EDV‘ nicht veraltet, weil man nicht alles per Fernwartung lösen kann.“ Von vielen kleinen Problemen habe er durch den persönlichen Kontakt erfahren, bevor sie größer werden konnten.

Im Ruhestand Zeit für den eigenen Resthof

„Wir werden den Lehrer vermissen“, betonte Bürgermeister Patrick Bade, denn „jeder, der einen Flyer oder eine Broschüre Korrektur gelesen haben wollte, ist zu ihm gekommen.“ Außerdem habe er erfahren, dass Eismann der „große Mausflüsterer“ sei, der jede Maus fachmännisch wieder gangbar gemacht habe. Vor allem habe er ihn als sehr offen, zugewandt und sehr genau kennenlernen dürfen. Er sage herzlich Danke für mehr als 25 Jahre Leistung für die Kollegen.

Im Ruhestand wolle er seinen Resthof altersgerecht umbauen, kündigte Eismann an, und im Garten „klar Schiff“ machen. Falls er dann doch mal wieder einen Internetanschluss benötige, dürfe er gerne ins Rathaus kommen, lachte Oliver Harms vom Personalrat: „Wir helfen dann aus.“

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