Große Nachfrage nach Gästeführungen in Sulingen

Der Knick in der Kirche und einiges mehr

Wissenswertes über Sulingen und seine Geschichte verraten die Gästeführerinnen Katja Ahrens (links) und Kerstin Melloh-Kordes.
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Wissenswertes über Sulingen und seine Geschichte verraten die Gästeführerinnen Katja Ahrens (links) und Kerstin Melloh-Kordes.

Sulingen – Die Sankt-Nicolai-Kirche in Sulingen hat einen Knick. Der fällt aber nur denen auf, die genau hinsehen – oder von den Sulinger Gästeführerinnen Katja Ahrens und Kerstin Melloh-Kordes darauf aufmerksam gemacht werden. Diese Möglichkeit haben in den vergangenen Monaten zahlreiche Menschen genutzt, sagt Kerstin Melloh-Kordes: „Die Nachfrage war riesig.“

Viele hätten gerade in Zeiten von Corona etwas gesucht, was sie draußen und mit Abstand unternehmen können, ergänzt Katja Ahrens. Normalerweise würden beide in den Sommermonaten jeweils für durchschnittlich eine Führung pro Woche gebucht, während es in der Adventszeit drei Führungen in der Woche seien.

Seit 2012 bieten beide in Sulingen Gästeführungen an, bei Bedarf unterstützt durch Anneliese Siemering. Die Teilnehmer seien ganz unterschiedlich, von Führungen für Schulklassen über Vereine, Gruppen und Cliquen bis hin zu Familien, aber auch offene Führungen zu Veranstaltungen wie dem Herbstfest. Und auch die Führungen selbst können individuell zugeschnitten werden: Es gebe ein Grundgerüst, so Kerstin Melloh-Kordes, das aber je nach Interessen der Teilnehmer gefüllt werde: „Wir haben so eine tolle Altstadt mit vielen Geschichten, man könnte überall stehen bleiben und etwas erzählen.“ Startpunkt sei oft die Sankt-Nicolai-Kirche, und die Kirchturmführungen mit Jörn Bergmann seien ein beliebter Programmpunkt, auch wenn die momentan nicht möglich seien, weil im Kirchturm der Abstand nicht eingehalten werden kann. Auch das Rittergut Lüning werde gerne aufgesucht.

Es komme darauf an, ob es eine Führung für Auswärtige oder für Einheimische ist, berichtet Katja Ahrens: „Man muss ein Gespür dafür entwickeln.“ In Erinnerung geblieben sei ihr eine Führung, die eine ältere Dame von ihrer Familie geschenkt bekam: Die Frau sei in den sechziger Jahren aus Sulingen fortgezogen und habe nun genau wissen wollen, wie sich die Orte, an denen sie aufgewachsen und gearbeitet habe, verändert hätten. Bei Tourismusmessen seien beide auch oft dabei gewesen und hätten sowohl Kontakte geknüpft als auch Besucher angesprochen, die dann mit dem Fahrrad oder dem Wohnmobil Sulingen aufgesucht hätten.

Den zeitlichen Bogen spannen die Führungen von den Jahren unter Kaiser Karl dem Großen bis in die Moderne, aber „es geht mehr um Geschichten als um Geschichte, auch wenn wir darauf Wert legen, dass die Zahlen stimmen.“ Es dürfe aber nicht trocken und langweilig sein, und mit verschiedenen Aktionen, etwa Schätzspielen, werde die Tour aufgelockert.

„Die Geschichte der Heimatstadt zu kennen schafft Verbundenheit“, sagt Kerstin Melloh-Kordes, „deswegen ist es toll, dass so viele Sulinger teilnehmen – und manche machen sogar mehrfach mit, weil sie sich beim ersten Mal nicht alles merken konnten.“ Viele seien überrascht davon, was sie alles noch nicht gewusst haben, obwohl sie hier aufgewachsen sind. Einer der häufigsten Irrtümer sei etwa, dass sich der Name Sulingen von der Sule ableite, die erst im 19. Jahrhundert so benannt worden sei. „Nach einer Führung nimmt man den Ort anders wahr, bekommt einen anderen Blick dafür.“ Was ihr auch geholfen habe, sei die Mitarbeit am „Sulingen-Projekt“, und die „Making of“-Filme zu den verschiedenen Szenen auf der Internetseite des Projektes (www.sulingen-projekt.de/dreharbeiten-1/making-of/) seien auch interessant.

Mehrere Stunden Zeit nehmen sollten sich die Teilnehmer für eine Führung. Aktuell gehe es nur zu Fuß durch die Altstadt, aber es gebe auch viele andere Möglichkeiten, ob mit dem Planwagen, mit dem Fahrrad oder dem Bus, zählt Kerstin Melloh-Kordes auf, und auch eine Verbindung mit der heimischen Gastronomie sei machbar. Für die Zukunft kann sie sich als Ergänzung weitere Touren, etwa eine „Stadtführung im Sitzen“ oder eine Stadtrallye, vorstellen. In Planung sei zudem eine eigene Homepage.

Den Kontakt zu den beiden Gästeführerinnen stellt Sabine Kammacher von der Sulinger Stadtverwaltung gerne her, ansonsten können Führungen auch direkt gebucht werden bei Katja Ahrens (Tel. 01 60 / 92 22 24 92) und Kerstin Melloh-Kordes (Tel. 01 72 / 89 23 83 9). Führungen würden gerne verschenkt. Auch eine spontane Buchung für einen kurzfristigen Termin sei möglich.

Über Verstärkung durch weitere Ortskundige würden sich die Gästeführerinnen freuen. „Wichtig ist: Man muss sich selbst für die Geschichten begeistern, dann kann man auch andere davon überzeugen“, betont Kerstin Melloh-Kordes. Katja Ahrens: „Den Leuten eine Freude zu bereiten, ist ein toller Lohn.“

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