Denkmal „Gegen das Vergessen von Kriegsgefangenen und Zwangsarbeitern“

„Wer vergisst, lernt nicht“

Rikkarda Skibbe (r.) erklärt den rund 100 Gästen ihren Entwurf.
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Rikkarda Skibbe (r.) erklärt den rund 100 Gästen ihren Entwurf.

Sulingen - Die Generation der Kinder, Enkel und Urenkel versammelte sich Sonntag Morgen zur feierlichen Enthüllung des Denkmals „Gegen das Vergessen von Kriegsgefangenen und Zwangsarbeitern“.

Rund 100 Personen fanden den Weg in den Eichenhain am kirchlichen Friedhof. Ehrengäste waren Angehörige von Julian Purgal: Zur Freude des Initiativkreises waren Jadwiga Purgal-Nosalska, Jurek Nosalski und Anna Nosalska – Tochter, Schwiegersohn und Enkelin des damals in Sulingen beschäftigten Zwangsarbeiters – zu diesem Festtag aus Polen angereist.

„Mit der Einweihung des Denkmals sind wir am Ziel und gleichzeitig am Anfang“, sagte Pastor Christian Steinwede bei seiner Begrüßung: „Uns geht es nicht um Schuldzuweisung, sondern um das Erinnern. Wir wollen lernen für eine bessere und menschlichere Welt – wer vergisst, lernt nicht.“ Im Vorfeld sei man in Sulingen und Umgebung auf großes Entgegenkommen gestoßen. Es sei ermutigend, dass das Denkmal aus Spenden finanziert werden konnte. Auch die Stadt Sulingen sei offen gewesen für die Diskussion über die Umsetzung der Pläne. Pastor Steinwede dankte außerdem den Mitgliedern des Initiativkreises: Stellvertretend nannte er Rudolf Simon, Barbara Berger, Jochen Agather und Günter Leymann sowie Eva und Hilmar Kurth, die „Arbeit und Zeit ohne Ende“ in das Projekt investiert hatten.

Die Steinbildhauerin Rikkarda Skibbe erklärte ihre Gedanken zu dem von ihr entworfenen Denkmal. Die sieben Basaltsäulen in unterschiedlicher Größe, Farbe und Struktur seien ein Sinnbild für die Menschen, die in den Jahren 1939 bis 1945 entwurzelt wurden und unfreiwillig in Sulingen lebten und arbeiteten: Erwachsene, Jugendliche und Kinder. Das Edelstahlband, das die Säulen zusammenhält, sei Symbol für den Akt der Gewalt. Die Inschrift beinhaltet die Erinnerung an die über 700 Fremdarbeiter und ihre Familien sowie die Aufforderung, „Mut gegen Unrecht“ walten zu lassen.

Bürgermeister Dirk Rauschkolb zeigte sich überzeugt, dass das Denkmal gegen das Vergessen seinen Zweck nicht verfehlen werde. Er lobte das Engagement des Initiativkreises aus 22 Sulingern und ehemaligen Sulingern um Rudi Simon, der vor über zehn Jahren begonnen hatte, sich „zielstrebig und beharrlich“ mit dem dunklen Kapitel der Stadthistorie zu beschäftigen. Das Denkmal sei ein Zeichen dafür, dass Sulingen zu seiner Geschichte stehe. Hoffnungsvoll stimme die Tatsache, dass die Carl-Prüter-Schule die Patenschaft für das Denkmal übernommen habe. Das Varreler Ensemble „Hörbar“ hatte den Festakt mit dem „Moorsoldatenlied“ (1933) musikalisch eröffnet. Den letzten Beitrag („Sag mir, wo die Blumen sind“, 1955) kündigte Alexander Grabow in Anspielung auf das „reife“ Alter des Anti-Kriegslieds an: „Wir würden uns nichts mehr wünschen als eine neue Friedensbewegung mit neuen Liedern.“

mks

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