Führerscheinerwerb ist digitaler geworden

Das Tablet als Prüfungsinstrument – nicht nur im Sulinger Land

Fahrlehrerin Bianka Griewe mit dem Tablet im Fahrschulauto.
+
Bereits vor Fahrtantritt hakt Fahrlehrerin Bianka Griewe die ersten Punkte auf dem Tablet ab.

Sulingen – Für die Fahrschüler gibt es nun vor der Führerscheinprüfung eine Vorwarnung: „Wir sagen ihnen, dass sie sich nicht wundern sollen, wenn der Prüfer während der Fahrt nach unten guckt und am Tippen ist“, berichtet Bianka Griewe, Fahrlehrerin der Fahrschule Griewe in Sulingen. Das liegt jedoch nicht daran, dass den Prüfern möglicherweise während der Fahrt langweilig wird, sondern gehört zur „optimierten praktischen Fahrerlaubnisprüfung“, kurz OPFEP, die zu Beginn des Jahres in Kraft trat.

Die wichtigste Änderung dabei ist die Einführung des elektronischen Prüfprotokolls (ePp). Darin sind alle Dinge aufgeführt, die die Prüflinge in der praktischen Führerscheinprüfung nachweisen müsse, aufgeteilt in acht Fahraufgaben, die zum Teil noch in Unteraufgaben gegliedert sind. Inwieweit diese Aufgaben erfüllt werden, bewertet der Prüfer noch während der Fahrt auf seinem Tablet. Daraus ergibt sich nicht nur das „Gesamturteil“: Das Prüfprotokoll können die Führerscheinbewerber anschließend über eine spezielle App im Detail einsehen.

Die Aufgaben seien auch vorher schon Teil der Prüfungsrichtlinien gewesen, berichtet die Fahrlehrerin, jetzt sei nur die Bewertung digitalisiert. Die Einführung der OPFEP sei lange diskutiert worden: „Viele hatten am Anfang Bedenken, dass nur noch der Computer entscheidet und nicht mehr der Mensch.“ Das sei aber nicht so eingetreten, wie sie bei den bisherigen Prüfungen in diesem Jahr festgestellt habe. „Die Prüfer bekommen damit ein Handwerkszeug in die Hand, das ist für sie eine Hilfestellung – sie entscheiden immer noch, wie sie etwas bewerten.“ Die Zeit für die Prüfung sei zudem um zehn auf 55 Minuten verlängert worden, weil auch die Kontrolle des Fahrzeugs und das Einrichten auf dem Sitz dazu gehörten.

Besseres Feedback für die Prüflinge

Der große Vorteil sei das transparente Prüfprotokoll: „Wenn man nach der Prüfung ein negatives Ergebnis bekommt, ist man vielleicht nicht unbedingt so aufnahmefähig und bekommt nicht alles mit, was der Prüfer sagt.“ Im Protokoll könnten die Fahrschüler das mit einem Tag Abstand in Ruhe nachlesen – und sehen, an welchen Punkten sie unter Umständen noch arbeiten müssen. Aber auch für diejenigen, die die Prüfung bestehen, sei das Feedback sehr wichtig.

Von Kundenseite gebe es bislang positive Reaktionen: „Unsere Fahrschüler sind Veränderungen in allen Hinsichten gewohnt, die haben das sehr gut aufgenommen.“ Von verschiedenen Absolventen einer Führerscheinprüfung nach dem neuen Modus habe sie auch schon gehört, dass sie sich das Protokoll ihrer Prüfung hinterher angesehen hätten.

Grundsätzlich habe bei der Digitalisierung etwas geschehen müssen, betont Bianka Griewe. Sie selbst nutze bei den Fahrstunden seit Längerem ein Tablet, um sich Notizen zu machen oder festzuhalten, welche Punkte im Unterricht schon abgearbeitet sind. Außerdem sei schon im vergangenen Jahr die „elektronische Lernstandsbeurteilung für Fahrlehrer“ (eLBe) eingeführt worden. Die sei auch auf dem Tablet, aber sie stehe nicht im Vordergrund: „Ich muss ja weiter den Blick auf die Straße richten.“

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Perfekt für den Frühling: Weinpaket „Grün, Grüner, Veltliner“

Perfekt für den Frühling: Weinpaket „Grün, Grüner, Veltliner“

Trotz großem Kampf gegen Man City: Aus für den BVB

Trotz großem Kampf gegen Man City: Aus für den BVB

Smartes Housekeeping: Haushaltshilfe einfach online buchen

Smartes Housekeeping: Haushaltshilfe einfach online buchen

Bindung zu Ihrem Hund stärken – Jetzt kostenlos an einem Online-Kurs teilnehmen

Bindung zu Ihrem Hund stärken – Jetzt kostenlos an einem Online-Kurs teilnehmen

Meistgelesene Artikel

Keine kostenlosen Tests im Twistringer Zentrum

Keine kostenlosen Tests im Twistringer Zentrum

Keine kostenlosen Tests im Twistringer Zentrum
Mitarbeiter des Syker Finanzamtes gesteht: Millionen verzockt

Mitarbeiter des Syker Finanzamtes gesteht: Millionen verzockt

Mitarbeiter des Syker Finanzamtes gesteht: Millionen verzockt
Spatenstich für 40 Meter-Hochregallager im Mai geplant

Spatenstich für 40 Meter-Hochregallager im Mai geplant

Spatenstich für 40 Meter-Hochregallager im Mai geplant
Landkreis Diepholz zieht keine Notbremse

Landkreis Diepholz zieht keine Notbremse

Landkreis Diepholz zieht keine Notbremse

Kommentare