Modelleisenbahnanlage im künftigen Heimatmuseum

AEBB zeigt das Sulinger Kreuz in Spur N

Der frühere Lokschuppen mit dem Wasserturm und der Nienburger Straße im Hintergrund.
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Der frühere Lokschuppen mit dem Wasserturm und der Nienburger Straße im Hintergrund.

Sulingen – Das Sulinger Kreuz – der Knotenpunkt der Bahnverbindungen von Bünde nach Bassum und von Nienburg nach Diepholz in Sulingen – ist aktuell nur eine historische Episode. Das Aktionsbündnis Eisenbahnstrecke Bassum-Bünde (AEBB) möchte die Erinnerung daran aber lebendig halten, auch in Hinblick auf die angestrebte Wiederaufnahme des Bahnverkehrs – und das wollen die Aktiven künftig auch im neuen Heimatmuseum tun.

Der Heimatverein Sulingen arbeitet seit dem vergangenen Jahr daran, in den Räumen der früheren Grundschule an der Schmelingstraße wieder ein Museum einzurichten. Einen Raum darin will das AEBB nutzen, um mit einer Modelleisenbahnanlage das Sulinger Kreuz plastisch erlebbar zu machen.

Die Anlage stamme von Thorsten Buhre und seinem Sohn René aus Ströhen, berichtet Andreas Rochner vom AEBB. Beide hätten über Jahre daran gearbeitet, doch noch vor der Fertigstellung seien sie verstorben – Thorsten Buhre im Jahr 2015 und René Buhre 2018. Ihr Werk landete auf dem Dachboden.

Das Stellwerk steht heute noch, der kleine Friseursalon davor ist längst verschwunden.

Über die Arbeit im AEBB, in dem beide Erbauer auch Mitglied waren, habe er, Rochner, von der Anlage erfahren: „Ich dachte mir, dass sie sehenswert ist, und habe deswegen Helga Buhre angefragt.“ Sie habe, nach Gesprächen mit ihrem Schwiegervater Jürgen Buhre, zugestimmt. Beide seien sich einig gewesen, dass die Konstruktion nicht zu verkaufen ist, da sie einen hohen ideellen Wert besitze.

Von Anfang an sei klar gewesen, dass das AEBB das Stück der Öffentlichkeit zeigen will. Daher habe er den Kontakt zum Heimatverein gesucht, und dort seien die Verantwortlichen begeistert gewesen, weil die Eisenbahn ja auch ein Stück Sulinger Geschichte sei. Nach Rücksprache mit der Stadt Sulingen sei dann eine Nutzungsvereinbarung für einen früheren Klassenraum getroffen worden, und er habe die Bestandteile aus Ströhen abgeholt. Der Umfang habe ihn allerdings überrascht: Statt „einer Tour mit dem Bulli“, wie anfangs gedacht, habe er vier gebraucht, denn neben den Modulen, aus denen das Bauwerk zusammengesetzt ist, erhielt Andreas Rochner auch einen umfangreichen Fundus an Zeitschriften und anderen Unterlagen zu den Themen Eisenbahn und Modellbau dazu – „die Anlage war sein Leben, hat Helga Buhre erzählt.“

Detailreiche Ansicht aus der Zeit um 1950

Beim Aufbau in Sulingen zeigte sich schnell, dass das Schaustück in seiner ganzen Größe gar nicht in einen einzelnen Klassenraum passt: „Alleine der Teil mit dem Bahnhof ist schon gut zehn Meter lang“, stellt Rochner fest. Die weiterführenden Gleise seien zunächst einmal daneben aufgebaut, zusätzlich gebe es noch einen sogenannten „Schattenbahnhof“, in dem die Züge auf ihren Einsatz auf der Anlage warten.

Die Installation ist gefertigt in der Spur N, also im Maßstab eins zu 160, und damit knapp halb so groß wie die Spur H0, der in der Modellbahnwelt am weitesten verbreitete Maßstab. Die Anlage zeigt den Sulinger Bahnhof und die angrenzenden Flächen im Zustand Anfang der fünfziger Jahre: Das Bahnhofsgebäude ist noch der holzverschalte Fachwerkbau aus der Jahrhundertwende, der Wasserturm steht noch und am Lokschuppen lässt noch nichts auf eine Diskothek schließen. „Die Gebäude sind individuell gestaltet mit vielen von Hand gemalten Details“, ist Andreas Rochner begeistert.

Raum soll mit Eröffnung des Heimatmuseums zugänglich werden

Der Raum, in dem die Konstruktion untergebracht ist, soll noch mit Unterstützung von Alfons Beckmann so gestaltet werden, dass anhand von diversen Bildern und Dokumenten die Geschichte der Eisenbahn in Sulingen nachvollzogen werden kann. Für Besucher wolle man den Raum öffnen, sobald auch der Heimatverein soweit sei – „vielleicht schon im Sommer“, hofft Andreas Rochner.

Für den Heimatverein und das Museum sei die Kooperation mit dem AEBB eine Bereicherung, betont Andreas Albers vom Vorstand des Heimatvereins. „Wir können uns auch vorstellen, weiteren heimischen Vereinen, beispielsweise dem Nabu, Räume zur Verfügung zu stellen.“ Schon am alten Standort habe es ja verschiedene Kooperationen gegeben, ob bei Ausstellungen, Vorträgen oder anderen Veranstaltungen, das sei auch hier denkbar.

Einen kompletten Klassenraum hat Andreas Rochner mit der Modelleisenbahnanlage gefüllt.

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