Gerda van Züren, geborene Schipper, vollendet am Mittwoch 100. Lebensjahr

Dankbarkeit und Zufriedenheit

Ihren 100. Geburtstag feiert am Mittwoch Gerda van Züren in Sulingen. Foto: Kurth-Schumacher

Sulingen – Das Lösen des Kreuzworträtsels in der Kreiszeitung steht für Gerda van Züren ganz oben auf ihrer täglichen To-do-Liste: „Man muss ja etwas für den Geist tun!“ Auch das Tagesgeschehen verfolgt die topfitte Seniorin, die am Mittwoch ihr 100. Lebensjahr vollendet, aufmerksam. Allein die technische Entwicklung ist ihr suspekt: „Meine Enkel wollten mich mit dem Computer vertraut machen. Vielleicht könnte ich das, aber ich will es nicht.“

Gerda van Züren, geborene Schipper, kam am 4. Dezember 1919 in Fedderwarden zur Welt. Sie wuchs mit einem zwei Jahre älteren Bruder auf. Nach dem Besuch der zweiklassigen Volksschule, die sie mit Auszeichnung abschloss, erhielt sie ihre Berufsausbildung in der Fröbelschen Kinderpflegeschule in Wilhelmshaven. Es folgten Anstellungen als Kinderfrau – unter anderem war sie bei der Familie eines Konsuls in Stellung.

Ihren späteren Ehemann lernte sie in Wilhelmshaven kennen. Daniel van Züren hatte als Maurer und Zimmermann im Zuge des Wiederaufbaus ihrer im Ersten Weltkrieg zerstörten Heimatstadt Arbeit gefunden. Hochzeit feierten sie am 22. Juli 1939. Zweieinhalb Wochen später wurde der Bräutigam zum Kriegsdienst einberufen.

1941 und 1944 kamen die Kinder Dieter und Ursel zur Welt. Sie habe in den schweren Jahren viel gelernt, sagt Gerda van Züren: „Wir haben uns durchgeboxt. Als Frau wäre ich sonst nicht so selbstständig und selbstbewusst geworden.“ Nach Kriegsende meldete sich ihr Ehemann, der zu Fuß aus Niederösterreich gekommen war, aus Rohrsen, Kreis Nienburg. Einen Neuanfang startete die Familie in Holte. Der Umzug aus Fedderwarden erfolgte per Trecker und Anhänger: Die Jubilarin hatte für sich, ihre Kinder und ihre bescheidene Habe eine Mitfahrgelegenheit gefunden.

Ihr Ehemann besuchte die Ingenieurschule in Nienburg, Gerda van Züren hielt die Familie als Näherin über Wasser. Bedingt durch den Beruf von Daniel van Züren erfolgten in den 1950er und 1960er Jahren Umzüge nach Blockwinkel und schließlich nach Sulingen. Der Ehemann der Jubilarin wurde Prokurist der Fliesenabteilung im Baugeschäft Leymann, wo auch sie in den Jahren 1972 bis 1982 eine berufliche Herausforderung fand.

Ein schwerer Schicksalsschlag war für die Jubilarin der Tod ihres Sohnes Dieter im Januar dieses Jahres. Tochter Ursel und Schwiegersohn Werner Kordes wohnen in Stadt. Die nächsten Generationen vertreten fünf Enkel sowie acht Urenkel im Alter zwischen acht und 25 Jahren. Nach dem Tod ihres Mannes im Jahr 1993 war Gerda van Züren in die Einliegerwohnung ihres 1965 gebauten Eigenheims am Heideweg gezogen. Mit Enkel Lutz Kordes und dessen Lebensgefährtin Ulrike Melloh lebt die Seniorin unter dem Dach.

Aktiv war sie im Ortsverein des Roten Kreuzes – hier gab sie unter anderem Kurse in häuslicher Krankenpflege – und im Sulinger Frauenchor, dem sie sich als passives Mitglied weiterhin sehr verbunden fühlt. Stolz ist sie darauf, dass sie ihren Haushalt weitgehend allein meistert. Ein Wohlfühlfaktor ist die nette Nachbarschaft. „Das ist hier wie auf dem Dorf“, betont die Seniorin.

Als Erfolgsrezept für ein langes Leben nennt Gerda van Züren „regelmäßige Bewegung und das Leben in Dankbarkeit und Zufriedenheit so zu nehmen, wie es ist.“

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