Schulleiterin tritt Ruhestand an

Abschiedsfeier am Gymnasium Sulingen: Lob und Dank für Ute Lüßmann

Aus dem aktiven Schuldienst entließ Irene Kretschmer (rechts) Ute Lüßmann. Foto: Behling

Sulingen – Die „Regieanweisungen“: Bitte bis zum Ende nicht klatschen, lachen oder weinen. Den Gefallen taten Ute Lüßmann ihre Familienangehörigen, die Kollegen, auch ehemalige, Vertreter der Elternschaft, von Politik und Verwaltung bei der Verabschiedung der Leiterin des Gymnasiums Sulingen in den Ruhestand am Montagnachmittag im Stadttheater gern. Dennoch musste sie am Ende ihrer Rede, in der sie vielen Wegbegleitern dankte, schließlich zum „Joker“ greifen und setzte während des lang anhaltenden Applauses eine Sonnenbrille auf.

Die besten Wünsche für den Ruhestand sprach, auch namens des Stadtrates, Bürgermeister Dirk Rauschkolb der 64-Jährigen aus, die mit Ehemann Peter in Siedenburg lebt – 15 Jahre seien sie „fast Nachbarn“ gewesen, so Rauschkolb. „Ich weiß deine verbindliche und ausgleichende Art sehr zu schätzen. An der Verwirklichung deiner Ideen hast du immer sehr zielorientiert gearbeitet.“ Mit dem Gymnasium sehe er Sulingen „ganz weit vorne. Dass es einen exzellenten Ruf hat und sicher auch in Zukunft haben wird, ist im Wesentlichen dir zu verdanken.“

Im Namen der Schülerinnen und Schüler, die Ute Lüßmann bereits am Vormittag einen festlichen Abschied beschert hatten, bedankte sich Leonie Schmidt dafür, dass sie als Lehrerin und Schulleiterin stets die Meinung der Gymnasiasten gehört und eingebunden habe, „das ist nicht selbstverständlich.“ Seitens des Schulelternrates wünschte dessen Vorsitzende Angela Rentzel, die ebenfalls aus ihrem Amt ausscheidet, alles Gute für „den wohlverdienten Ruhestand“ – die Elternratsmitglieder sangen als Chor für Ute Lüßmann den Beatles-Song „When I’m Sixty-Four“. Auch das Orchester, der Chor und die Big Band der Schule bereicherten die Feier musikalisch.

Die Schulleiterin habe stets „an der Quelle“ gesessen, wenn es um Wünsche und Bedarfe der Schule ging – Vorsitzender Sven Mörker nannte eine lange Liste an Sachausstattung und Aktionen, die der Verein der Eltern und Freunde des Gymnasiums Sulingen finanziert beziehungsweise unterstützt hatte. Dass dessen Mitgliederzahl sich in zehn Jahren auf 480 fast verdoppelt habe, sei auch der Hilfe von Ute Lüßmann zu verdanken. In ihrem Namen stellte der Verein dem Gymnasium ein neues E-Piano zur Verfügung. Mörker: „Bleiben sie so, wie sie sind. Denn sie sind etwas ganz Besonderes.“ Die Schulleiterin habe dem Personalrat nicht nur stets für Gespräche zur Verfügung gestanden, stellte Vorsitzender Dennis Hesse fest – diese seien auch auf Augenhöhe geführt worden.

Stellvertretender Schulleiter Friedrich Knispel ließ Ute Lüßmanns Schullaufbahn Revue passieren – von ihrer eigenen Einschulung in Kassel über ihr Studium in Göttingen und ihre Arbeit an der IGS Garbsen bis zum Wechsel ans Gymnasium Sulingen 1986, zu dessen Leiterin sie 2006 offiziell ernannt wurde. Knispel ließ Anekdoten einfließen, würdigte Ute Lüßmanns Engagement für die Schulbibliothek, die Schüler-Arbeitsgemeinschaften, die Pflege internationaler Kontakte, Verbesserungen der räumlichen Situation, ihren Umgang mit Herausforderungen wie der Umstellung von G 9 auf G 8 und wieder zurück, Lehrerabordnungen an Grund- und Oberschulen.  „Du hattest stets ein offenes Ohr für die Sorgen der Kollegen.“ Ute Lüßmann bekam am Montag eine Reihe von Geschenken – für ein ganz Besonderes hatten das Lehrerkollegium und die Mitarbeiter der Schule zusammengelegt: das Gymnasium als Aquarell, angefertigt vom aus Sulingen stammenden Illustrator und Autor Torben Kuhlmann, der per Videobotschaft gratulierte.

Sie habe in 33 Jahren am Gymnasium sehr viele Geschichten erlebt, an die sie sich gerne erinnern werde, bekundete Ute Lüßmann – „der heutige Tag wird ganz sicher dazugehören.“ Sie bedankte sich bei den Kolleginnen und Kollegen und den Mitarbeitern des Gymnasiums, die sie in dieser Zeit begleiteten, bei vielen auch mit ganz persönlichen Worten, „dafür, dass sie mir mit Rat und Tat zur Seite gestanden, mir geholfen und mir Mut gemacht haben“, beim Schulelternrat, dem Förderverein, der Stadt Sulingen und dem Landkreis als Schulträger – und, last not least, bei ihrem Ehemann: „Lieber Peter, ohne dich würde ich heute hier nicht stehen.“

„Sie haben immer versucht, das Beste für die Schülerinnen und Schüler und für ihre Kollegen zu erreichen – und dafür möchte ich mich bei ihnen herzlich bedanken“, sagte Irene Kretschmer von der Niedersächsischen Landesschulbehörde, der es oblag, Ute Lüßmann offiziell zu verabschieden.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Wo die wilden Gänse rasten

Wo die wilden Gänse rasten

EU-Parlament verschiebt von der Leyens Kommissions-Start

EU-Parlament verschiebt von der Leyens Kommissions-Start

Nienburg: Händler präsentieren sich bei Autoschau

Nienburg: Händler präsentieren sich bei Autoschau

Brexit-Unterhändler arbeiten an den letzten Hindernissen

Brexit-Unterhändler arbeiten an den letzten Hindernissen

Meistgelesene Artikel

Erweiterung von Dreye West-III: Wird Lebensraum der Rohrweihe vernichtet?

Erweiterung von Dreye West-III: Wird Lebensraum der Rohrweihe vernichtet?

K-Scheune fördert kulturelles Leben

K-Scheune fördert kulturelles Leben

Talente gesucht: Bassumer Pool-Billard-Club freut sich über Freizeitsportler

Talente gesucht: Bassumer Pool-Billard-Club freut sich über Freizeitsportler

Am Feuerwehrhaus in Heede ist erstes kommunales Dorfentwicklungs-Projekt im Bau

Am Feuerwehrhaus in Heede ist erstes kommunales Dorfentwicklungs-Projekt im Bau

Kommentare