Coronaregeln verunsichern die Besucher

Adventsmarkt in Sulingen leidet unter der „2G plus“-Bestimmung

Der Eingang zum umzäunten Adventsmarkt in Sulingen.
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Der Andrang am Eingang zum Sulinger Adventsmarkt hält sich aktuell in Grenzen.

Sulingen – Mit großer Vorfreude startete Schaustellerfamilie Weber aus Uchte am ersten Adventswochenende den Adventsmarkt an der Langen Straße in Sulingen. Mittlerweile ist die Stimmung deutlich eingetrübt – verantwortlich dafür ist die in der Vorwoche eingeführte „2G plus“-Regel für die Besucher.

Weil im Landkreis Diepholz die Warnstufe 2 der aktuellen Coronaverordnung im Land Niedersachsen gilt, ist der Zutritt zum Neuen Markt bei Erwachsenen auf nachweislich Geimpfte und Genesene beschränkt, die zudem einen negativen Coronatest vorweisen müssen, der keine 24 Stunden alt sein darf. „Das ist für uns eine Katastrophe“, sagt Ewald Dietrich: „Am ersten Tag mit ,2G plus‘ habe ich nicht einen Glühwein verkauft.“ Viele Leute seien verunsichert, dabei könnten sie sogar einen Selbsttest mitbringen und ihn am Eingang unter Aufsicht durchführen.

Schlimm sei auch gewesen, Familien wieder wegschicken zu müssen, weil die Eltern keinen Test gemacht hatten, da Informationen dazu widersprüchlich waren. In der Wochenpost war noch 2G als Bedingung für den Zutritt vermerkt, denn die entsprechende Regelung wurde erst nach Druckbeginn verschärft – „hier stehen die Leute dann und sagen, dass doch in der Zeitung steht, dass sie keinen Test brauchen.“

Hoffen auf bessere Zeiten für den Adventsmarkt: Ewald Dietrich (links) und Karsten Fischer.

Unzufrieden mit den strengeren Bestimmungen ist auch Karsten Fischer. Der Sulinger, Inhaber des gegenüber vom Neuen Markt ansässigen „Fischer IT-Systemhauses“, ist Mitorganisator der Veranstaltung und hatte sich bereits im Vorjahr zusammen mit der Schaustellerfamilie um eine Neuauflage des Adventsmarktes bemüht (wir berichteten). „2G ist in Ordnung“, betont er, „aber das Plus ist zu viel, da steigt niemand mehr durch.“

Dass die Besucher fehlen, sorgt auch dafür, dass es an Einnahmen mangelt, obwohl die Kosten da sind. Alleine für die Glühweinbude habe er – als Auflage der Behörden aus dem Hygienekonzept – eigens für 2 000 Euro eine Industriespülmaschine anschaffen müssen. „Bekannte haben in Rostock schon wieder abgebaut, weil der Markt dort geschlossen ist, und auch meine Schwiegereltern wollen hier schon abbauen“, berichtet Ewald Dietrich. Das lehnt er bisher ab, denn „ich will hier plus/minus Null rausgehen, wenn es klappt – die Waren haben wir schon und können sie nicht zurückgeben.“

Wirtschaft unterstützt den Markt

Positiv sei auf jeden Fall die Unterstützung durch die heimische Wirtschaft, hebt Karsten Fischer hervor: Die Umzäunung des Marktes ist nahezu flächendeckend mit Werbebannern von Unternehmen aus dem Sulinger Land behängt. Sie tragen so dazu bei, die Kosten zu decken. Nun hoffe man, dass auch die Sulinger diese „Traditionsveranstaltung“ durch ihren Besuch unterstützen: „Letztes Jahr waren alle traurig, dass der Markt nicht öffnen durfte.“

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