Sulinger Musiker nutzt freie Zeit

Dank Corona: Axel von Richthofen veröffentlicht erstes Album

Axel von Richthofen (vorne) und Produzent Paul Kiolbassa im Sulinger Studio.
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Bis zur Veröffentlichung des Albums feilen Axel von Richthofen (vorne) und Produzent Paul Kiolbassa noch an den einzelnen Titeln.

Sulingen – Dass die anhaltende Pandemie auch gute Seiten hat, käme vielen Menschen aktuell wohl nicht in den Sinn. Für Musiker Axel von Richthofen stimmt das jedoch, denn er hat in den vergangenen Monaten an seinem ersten eigenen Album gearbeitet, und sein Produzent Paul Kiolbassa stimmt zu: „Corona hat auch Positives.“

Nach monatelangen Arbeiten veröffentlichte er an Weihnachten auf seinem YouTube-Kanal seine erste Single mit dem Titel „Reise zu mir“. Das Erscheinen des vollständigen Albums mit zehn weiteren Titeln ist für März geplant – auf CD und Schallplatte sowie bei den gängigen Streamingdiensten.

Im Hauptberuf ist von Richthofen, so der Künstlername des Sulingers, Geschäftsführer eines mittelständischen Unternehmens, aber „Musik mache ich eigentlich schon mein ganzes Leben lang.“ Angefangen vom Singen im Schulchor, nahm er als Zwölfjähriger Gitarrenunterricht und spielte nach der Ausbildung in verschiedenen Bands.

Sequenzer eröffneten „eine neue Welt“

Während des Studiums in Bremerhaven habe er mit der Band „Dawn“ einige „legendäre Auftritte“ in Kneipen und bei Fachhochschul-Partys absolviert. Doch nach dieser Zeit seien die Gitarren, bedingt durch den Beruf, auf dem Dachboden gelandet. „Vor fünf Jahren etwa habe ich gemerkt, dass mir doch etwas fehlt und die Gitarren wieder angefasst.“

Etwas später habe er die Band „Akkis Garage“ gegründet, doch nach dem Ausbruch der Pandemie seien die Proben und Auftritte ausgefallen. Eigene Songs habe er vorher schon geschrieben, so der 49-Jährige, aber nun habe er sich auch mit Sequenzer-Programmen beschäftigt. Diese ermöglichen es, Musik aufzunehmen, zu bearbeiten und wiederzugeben. Damit sei er erstmals in der Lage gewesen, einen Song komplett alleine mit allen Instrumenten fertigzustellen – „das eröffnete mir eine neue Welt, und ich habe das bis zum Letzten ausgekostet.“ Zwischenzeitlich verlegte er sein Studio in eine eigens angemietete Gewerbeimmobilie, denn „mein Esszimmer war komplett mit Musiksachen belegt, aber meiner Frau und unseren drei Kindern wurde das zu viel.“

Mehr als 500 Stunden Arbeit am Album

Hier feilte er weiter an den Stücken und sang die Texte ein – alles auf Deutsch: „Das ist meine Muttersprache, da weiß ich genau, was ich ausdrücken will.“ Nach dem Anhören der ersten Aufnahmen entschloss er sich, Gesangsunterricht zu nehmen, bei Nicole Kiolbassa in Bassum – und lernt auch ihren Mann Paul kennen.

„Ich habe Axel singen hören und wir sind ins Gespräch gekommen“, erzählt Kiolbassa, „und wir waren uns auf Anhieb sympathisch, weil wir beide Fans von Depeche Mode sind.“ Er produziere seit vielen Jahren Musik in den unterschiedlichsten Stilrichtungen, ob Jazz, Klassik oder Metal, aber so etwas wie die Musik von Richthofens gebe es noch nicht: „Gute, deutsche Texte zu elektronischer Musik mit Anklängen an die Achtziger.“ Produzieren sei immer harte Arbeit: „Das war es diesmal auch, aber die Zeit ist verflogen.“ Mehr als 500 Stunden hätten beide an den elf Songs gearbeitet und dabei ganz eigene Sounds gefunden. „Es hat wirklich Spaß gemacht; sonst höre ich mir die fertige Musik nach dem Produzieren selten an, aber dieses Album läuft im Auto in Dauerschleife, und meine Tochter ist schon ganz genervt.“

Schon Material für kommende Alben vorhanden

Er habe jahrelang Rockmusik mit Gitarren gemacht, berichtet von Richthofen, aber er habe in Richtung Elektronik gehen wollen, und die Musik der achtziger Jahre habe ihn geprägt. Deswegen seien bewusst Elemente eingebaut, die an die Hits dieser Zeit erinnern. Ganz wichtig sei auch: „Die Songs sollen dazu anregen, sich zu bewegen, zu tanzen.“ Das Schreiben, Texten und Entwickeln der Stücke mache ihm unheimlich Spaß, so der Musiker, „der Entwicklungsprozess ist das Geilste.“ Das fertige Album sei ein Etappenziel, das er unbedingt habe erreichen wollen, alles Weitere komme obendrauf. Die Ideen gingen ihm jedenfalls nicht aus – „wir haben schon Material für die nächsten drei Alben.“

Für das nächste Album haben Axel von Richthofen (links) und Paul Kiolbassa deutliche gitarrenlastigere Songs in Arbeit.

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