Einst zehntbeste deutsche Weitspringerin

Charlotte Gorsch feiert 100. Geburtstag

Charlotte Gorsch, gebürtig aus Niederschlesien, feierte jetzt ihren 100. Geburtstag.

Barrien - „Großer Bahnhof“ für Charlotte Gorsch: Anlässlich ihres 100. Geburtstags stellten sich am Samstag zahlreiche Gäste im Seniorenheim Landhaus Barrien ein. Neben ihrem Sohn Wolfgang und dessen Lebensgefährtin kamen der stellvertretene Landrat Volker Meyer, Bürgermeister Friedhelm Hartkamp, Pastor Jörg Schafmeyer, Diane Beneke und Rita Ihlo vom Landfrauenverein sowie drei ehemalige Kegelschwestern aus der Gemeinde Ehrenburg.

Charlotte Gorsch wurde am 29. Juli 1917 in Rauschwitz/Niederschlesien geboren – 100 Kilometer nördlich von Breslau. Die ersten Schuljahre absolvierte sie in ihrem Heimatort, später wechselte sie auf die Mittelschule in der nahen Kreisstadt Glogau. Der Sport spielte stets eine große Rolle in ihrem Leben. Besonders im Weitsprung erreichte sie großartige Ergebnisse: Viele Jahre hielt sie mit 5,40 Metern den Glogauer Stadionrekord und blieb damit nur dreißig Zentimeter unter dem Ergebnis der damaligen deutschen Meisterin. Noch heute erfüllt es sie mit Stolz, dass sie seinerzeit die zehntbeste deutsche Weitspringerin war.

Berufswunsch: Sportlehrerin

Ihren Wunsch, Sportlehrerin zu werden, konnte sie aus finanziellen Gründen nicht realisieren. Stattdessen absolvierte sie eine Ausbildung zur Kontoristin. In diesem Beruf war sie bis Ende 1939 tätig. Ihren späteren Ehemann Heinz Gorsch lernte Charlotte Sauer über den Sport kennen. Der junge Mann aus Landsberg war stationiert bei einer Pioniereinheit in Glogau und von den Leistungen des „Leichtathletik-Stars“ schwer beeindruckt. 

Am 4. Februar 1939 schlossen sie den Bund der Ehe. Anfang Februar 1945 floh Charlotte Gorsch mit ihren Kindern Wolfgang und Ingrid gen Westen. Eine neue Heimat fanden sie zunächst im sächsischen Rothenkirchen (Vogtland), wo Heinz Gorsch seine erste Anstellung als Schulmeister fand, 1952 zog die Familie nach Westberlin. Nach dem Mauerbau 1961 sahen die Eheleute auch hier keine Perspektive mehr und fingen im Westen noch einmal neu an. Auf dem Land boten sich Lehrern günstige Konditionen, da dringend Lehrkräfte benötigt wurden. Auch in Schmalförden. Am 1. April 1962 zogen Charlotte und Heinz Gorsch als erste Mieter in das Lehrerhaus am Knüppeldamm 23a ein. Die Jubilarin war unkompliziert und hilfsbereit und fasste in der neuen Umgebung schnell Fuß. Sie war bis ins hohe Alter aktiv in einem Damenkegelverein, im Roten Kreuz und bei den Landfrauen. Mit dem Landfrauenverein hat Charlotte Gorsch viele Fahrten durch Deutschland und ins europäische Ausland unternommen.

Heinz Gorsch starb im Jahr 1995, Charlotte Gorsch blieb ihrer Wahlheimat Schmalförden bis 2011 treu. Heute genießt sie die Fürsorge im Landhaus Barrien. Mitarbeiter und Bewohner schätzen die betagte Jubilarin für ihren Humor und ihre originellen Beiträge zu Unterhaltungen, die sie vorzugsweise in Reimform abfasst.

mks

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