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Carl-Prüter-Schule Sulingen: Spenden sammeln bei der Berufsorientierung

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Von: Harald Bartels

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Ein Mädchen steht an einen Flyerständer gelehnt.
Mia-Angelina aus der Klasse 5c begleitete ihren Vater einen Arbeitstag lang. © Bartels, Harald

Zahlreiche Schüler der Sulinger Carl-Prüter-Schule beteiligen sich am „Sozialen Tag“ zugunsten verschiedener Hilfsprojekte.

Sulingen – Die Berufswelt kennenlernen und dabei etwas Gutes tun – diese Möglichkeit nutzten nun wieder Schülerinnen und Schüler der Sulinger Carl-Prüter-Schule beim „Sozialen Tag“ der Hilfsorganisation „Schüler Helfen Leben“ (SHL).

Zum ersten Mal dabei war Mia-Angelina Schulz aus Borstel. Die Schülerin der Klasse 5c begleitete am 31. Mai ihren Vater, der beim Tief- und Rohrleitungsbau Merzo aus Verden beschäftigt ist. „Das hat viel Spaß gemacht, und ich habe sehr viel Erfahrung gesammelt“, berichtet die Zehnjährige: Während ihr Vater mit einem Minibagger Gräben für Leitungen aushob, habe sie beim Absperren der Straßen geholfen, Rohre zugeschnitten, gefegt und Grassamen gesät. Vor allem habe ihr gefallen, dass sie sich um einen kleinen Hund kümmern durfte, damit der nicht in den Graben springt. „Ich habe mich schon immer dafür interessiert, was mein Vater macht, und ich wollte auch Zeit mit meinem Vater verbringen“, verrät Mia-Angelina. Dass sie damit zugleich Spendengeld erarbeitete, sei ebenfalls wichtig, „vor allem die ukrainischen Kinder brauchen Hilfe.“

Ein Junge lehnt sich an einen Flyerständer.
Zu den Schülern der Oberschule, die am „Sozialen Tag“ teilnahmen, gehört auch Jan Luka Varmanaev. © Bartels

Ein anderes Berufsbild erkundete Jan Luka Varmanaev aus der Klasse 6a: Der zwölfjährige Siedenburger arbeitete für einen Tag in der Sulinger Filiale der Drogeriekette Rossmann. Ihn habe die Arbeit im Drogeriemarkt mit Desinfektionsmitteln, Pflege- und Kosmetikprodukten interessiert. Zu seinen Aufgaben gehörte das Sortieren von Waren und das Einräumen der Regale, was ihm am meisten Spaß gemacht habe. Als dauerhaften Job könne er sich das aber nicht vorstellen: „Ich möchte mir auch noch andere Berufe angucken.“ Dass er für den guten Zweck arbeitet, sei ihm nicht so wichtig gewesen, erklärt er, denn „ich würde das auch ohne Geld machen, weil ich nett bin.“ Bei einem weiteren „Sozialen Tag“ wolle er aber wieder mitmachen, dann in einem anderen Unternehmen.

Betreut hat die erneute Teilnahme der Oberschule an der Aktion Schulsozialarbeiter Daniel Reddehase. Dem „Sozialen Tag“ am 31. Mai sei im März ein Informationstag in der Schule vorausgegangen. Dabei hätten drei FSJ-ler von SHL in einem 45-minütigen Vortrag in der Aula, getrennt für die Jahrgangsstufen 5 bis 7 und 8 bis 10, die Organisation, den „Sozialen Tag“ und die unterstützten Projekte vorgestellt. Für die Acht- bis Zehntklässler habe es anschließend noch zwei neunzigminütige Workshops gegeben, zu den Themen „Gestaltung der Zukunft“ und „Zusammenhang von Klimawandel und Gerechtigkeit“. In beiden hätten die Teilnehmer erarbeitet, was sie selbst tun können, um den Problemen zu begegnen, und in den Pausen hätten die Schüler an einem Infostand Fragen stellen können.

113 Schüler beim Informationstag dabei

„Das war ein sehr erfolgreicher Tag“, bilanziert Reddehase. Aus den Jahrgangsstufen 5 bis 7 hätten 82 Schüler teilgenommen, aus den Jahrgangsstufen 8 bis 10 seien 31 Jugendliche dabei gewesen, wobei die Teilnahme für alle freiwillig sei. Der Tag habe zudem bei manchen auch Interesse daran geweckt, selbst ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) oder Freiwilliges ökologisches Jahr (FÖJ) zu absolvieren.

Für den „Sozialen Tag“ im Mai sei das Engagement besonders in den fünften und sechsten Klassen sehr hoch gewesen. „Das war für sie sehr spannend, und sie gehen mit einem anderen Grundgefühl da heran als an den ,Zukunftstag‘, weil sie nicht ,nur zum Gucken‘ da sind, sondern damit etwas gespendet wird, das weckt auch ihr Verantwortungsgefühl.“

Größere Beteiligung beim nächsten Mal erwünscht

Weniger Resonanz habe es in den neunten und zehnten Klassen gegeben, denn die seien gerade mit ihrem Schulabschluss beschäftigt. Dennoch wünsche er sich vor allem aus den neunten Klassen mehr Engagement: „So ein Praktikumstag macht sich immer gut in der Bewerbung und ist auch gut für die eigene Berufsfindung.“

Mehr Engagement wünsche er sich auch von den Betrieben, weil nicht alle Schüler, die teilnehmen wollten, auch einen Platz in einem Unternehmen hätten finden können. Insgesamt sei wünschenswert, beim nächsten Mal das Engagement weiter auszubauen – „dann werde ich auch in den höheren Klassen noch mehr die Werbetrommel rühren“, kündigt Schulsozialarbeiter Daniel Reddehase an.

Der „Soziale Tag“ der Hilfsorganisation „Schüler Helfen Leben“

Der „Soziale Tag“ ist ein Projekt der Hilfsorganisation „Schüler Helfen Leben“ (SHL). Die Organisation entstand 1992 als Schülerinitiative infolge der Jugoslawienkriege, und aus diesem Grund unterstützt sie vor allem Hilfsprojekte für Kinder und Jugendliche in Bosnien und Herzegowina, Nordmazedonien, Montenegro, Serbien, Kosovo und Albanien. Seit 2013 leistet man zudem Unterstützung für Projekte in Jordanien für Geflüchtete aus Syrien, und seit dem Frühjahr befasst sich die Organisation auch mit Hilfsangeboten für Menschen, die vor dem russischen Überfall auf die Ukraine geflüchtet sind. Das Geld für die Arbeit von SHL kommt seit 1998 unter anderem durch den „Sozialen Tag“ zusammen, an dem Schüler für einen Tag in einem Betrieb mitarbeiten und ihren Verdienst spenden. Im Jahr 2019 beteiligten sich bundesweit mehr als 60 000 Kinder und Jugendliche und erarbeiteten rund 1,1 Millionen Euro.

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