Keine 90 Minuten bis zum Bahnhof Hannover

Buslinie 138: Probebetrieb mit besserem Takt startet am 1. August

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Bussteig eins am ZOB in Sulingen: Von hier startet der Sule-Sprinter in Richtung Nienburg; ab 1. August im neuen Takt.

Sulingen - Landrat Cord Bockhop sowie die Bürgermeister Dirk Rauschkolb (Stadt Sulingen) und Rainer Ahrens (Samtgemeinde Siedenburg) sind sich einig: Die Neuordnung der Taktung der Bus-Linie 138 „Sulingen – Siedenburg – Nienburg“ trägt zur Aufwertung des Lebensraumes in der Region bei.

„Ich bin froh, dass der Landkreis das in die Hand genommen hat“, sagte Dirk Rauschkolb am Montagmorgen bei der Vorstellung des neuen Fahrplanes, der zum 1. August gültig wird. „Das ist eine Verbesserung, die merklich ist“, aber auch noch Entwicklungschancen in sich berge; etwa im Bereich der ÖPNV-Verknüpfung zwischen den Mittelzentren Sulingen und Diepholz.

Werktags gibt es nahezu stündliche Fahrten

Werktags nahezu stündlich, im Zeitfenster zwischen 6 und 20 Uhr, steuern zukünftig Busse vom ZOB in Sulingen über Mellinghausen und Siedenburg den Nienburger Bahnhof an, an Wochenenden im Zwei-Stunden-Takt, sonnabends im Zeitfenster zwischen 8 und 22 Uhr sowie sonn- und feiertags im Zeitfenster zwischen 11 und 19 Uhr. Zurück geht es werktags in ähnlichem Takt im Zeitfenster zwischen 7 und 22 Uhr, sonnabends zwischen 8 und 22 Uhr und sonn- und feiertags zwischen 12 und 20 Uhr. 

Reiner Bick, stellvertretender Geschäftsführer des Zweckverbandes Verkehrsverbund Bremen / Niedersachsen spricht von 67.000 Kilometern, die die Busse der Linie 138 jährlich im Auftrag von Weser-Ems-Bus zusätzlich auf die Strecke bringen. Der Zweckverband unterstützt die Aufwertung der Linie, die zunächst in der Form eines zweijährigen Probebetriebes angelegt ist, mit einer Finanzspritze in Höhe von jährlich 42.000 Euro. 37.000 Euro steuert der Landkreis Diepholz bei, 10.000 Euro der Landkreis Nienburg (beide mit Förderung durch das Land Niedersachsen), 17.000 Euro die Stadt Sulingen und knapp 7000 Euro die Samtgemeinde Siedenburg.

Südkreis ist nicht so stark auf Bremen ausgerichtet

Landrat Cord Bockhop spricht von einem Netzwerk, das in Verbindung mit der Optimierung der Taktfrequenz der Linie 138 aufgebaut werde. Die Lebensräume und die Lebensbeziehungen der Einwohner des Südkreises seien nicht, wie in anderen Teilen des Landkreises, zwingend in Richtung Bremen ausgerichtet. „Darauf müssen wir Rücksicht nehmen.“ Lebensbeziehungen machten nicht an Kreisgrenzen halt. „Deshalb haben wir immer wieder in Kooperationen zu denken.“ Bockhop zur zeitlichen Begrenzung des Probebetriebes: „Gerade beim ÖPNV müssen wir auf Langfristigkeit setzen. Ohne Stabilität wird ein solches Angebot keine Akzeptanz finden. So etwas wächst ganz mühsam. Das Grundangebot muss gesetzt bleiben. Da stehen wir als Landkreis zu.“

Tauschten sich am Montag am ZOB Sulingen über die Verbesserung der Taktung der Buslinie 138 aus: Lutz Hoffmann, Kreisrat des Landkreises Nienburg, Siedenburgs Samtgemeindebürgermeister Rainer Ahrens, Reiner Bick vom Zweckverband Verkehrsverbund Bremen / Niedersachsen, Landrat Cord Bockhop, Sulingens Bürgermeister Dirk Rauschkolb, Sulingens Wirtschaftsförderer Martin Koenen und Elke Fahlenkamp von der Siedenburger Samtgemeindeverwaltung.

Rainer Ahrens für die Samtgemeinde Siedenburg: „Wir sehen in dem Projekt eine Chance; nicht zuletzt wegen der Zuganbindung in Richtung Hannover. Wichtig ist jetzt, dass dieses Angebot auch tatsächlich genutzt wird.“

„Ich kann die Bürger nur auffordern, die Verbindung zu nutzen.“

Lutz Hoffmann, Kreisrat des Landkreises Nienburg: „Im März hatte ich den ersten Anruf; im Mai war das Projekt im Wesentlichen schon besprochen. Schneller kann man ein solches Vorhaben nicht umsetzen. Ich kann die Bürger nur auffordern, die Verbindung zu nutzen. Ich hoffe, dass dieses positive Beispiel an Kooperation zwischen den Landkreisen von Erfolg gekrönt sein wird.“

Reiner Bick: „Wichtig ist, dass wir Verbindungen für den Kunden schaffen, die auch merkbar sind.“ Die Neuordnung der Taktung orientiere sich im Wesentlichen an Übergängen; etwa dem auf die Schiene am Nienburger Bahnhof in Richtung Hannover, aber auch an dem am Bus-Bahnhof Sulingen zu anderen Linien; etwa in Richtung Bassum oder auch Diepholz. „So, dass man nicht zu lange warten muss; die Übergänge aber auch nicht zu kurz gefasst werden.“

In Kombination von Bus und Bahn ist der Hauptbahnhof Hannover zukünftig in weniger als 90 Minuten vom ZOB Sulingen aus zu erreichen.

Reiner Bick für den Zweckverbund: „Wichtig ist jetzt, dass der Bürger auch einsteigt.“ 

oti

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