Bund der deutschen Milchviehhalter möchte auf Probleme aufmerksam machen

„Der Milchmarkt brennt“

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Die BDM-Mitglieder aus dem Landkreis Diepholz, Nienburg und Verden demonstrierten gestern in Sulingen.

Sulingen - „Der Verbraucher soll wissen, was wir machen“, sagt Dieter Rempe vom Bund deutscher Milchviehhalter (BDM). Dabei möchte er darauf aufmerksam machen, dass die Milchbauern für einen Liter Milch weniger Geld bekämen, als sie reinstecken müssten. Auf diese Problematik müsse permanent erinnert werden. Und da hat sich der gestrige „Tag der Milch“ perfekt angeboten. In Sulingen haben die Milchbauern mit einem Mahnfeuer demonstriert.

„Selbst Premiumwasser ist teurer.“ Für den Westen Deutschlands lägen die durchschnittlichen Produktionskosten für einen Liter Milch bei 38 bis 39 Cent. „Im Verkauf bekommen wir rund zehn Cent weniger“, so Rempe.

Das Problem liege an den Konzernen, die Milch exportieren, „und die Discounter legen dann noch den Finger in die Wunde.“

Mit Abschaffung der Milchquote habe sich das Problem zugespitzt. Jeder Bauer kann nun soviel Milch produzieren wie er möchte, es werde mehr produziert als abgesetzt.

Mit dem Mahnfeuer wollten die Mitglieder des BDM nun „den Wert des gesunden und hochwertigen Lebensmittels Milch in den Blickpunkt“ setzen, heißt es in einer Pressemitteilung. Das wollen auch bundesweit die Milchviehhalter des BDM mit zahlreichen Mahnfeuern und anderen Aktionen tun.

Denn die BDM-Milcherzeuger wollen laut Mitteilung ihre Betriebe nachhaltig in die Zukunft führen. Doch die aktuelle Lage stelle sie vor große Probleme.

„Die Milchmarktsituation spitzt sich weiter zur Krise zu, die Milchpreise fallen kontinuierlich und das bestehende Sicherheitsnetz reicht nicht aus, um Milchmarktkrisen zu verhindern oder ihnen wirksam zu begegnen“, heißt es weiter. Mit den bundesweiten Aktionen wollen die Milchviehhalter auf die „brennenden“ Probleme des Milchmarktes aufmerksam machen und den dringenden Handlungsbedarf verdeutlichen, den es gerade nach dem Quotenende für die Milchviehhalter gebe.

Demo der Milchviehhalter in Sulingen

„Die nachhaltige Entwicklung ihrer Betriebe erfordert hohe Investitionssummen und verlässliche Rahmenbedingungen, gleichzeitig bewegen sich die Milchviehhalter in einem liberalisierten, globalen und zunehmend schwankenden Markt, in dem sie das schwächste Glied in der Wertschöpfungskette sind und das Marktrisiko praktisch alleine tragen“, teilt der BDM mit. Auch die gesellschaftlichen Anforderungen an die Milchviehhalter würden anspruchsvoller und komplexer.

Diese Herausforderungen nähmen die Milchviehhalter gerne an, erwarteten im Gegenzug aber, dass die politischen Voraussetzungen dafür geschaffen werden, dass in Krisenzeiten die Milchmengen zeitlich befristet gedeckelt werden können, um Preisdruck und Wertschöpfungsverluste für die Milchviehhalter zu vermeiden. Diese Forderung sei angesichts der Milchmarktkrise aktueller denn je – das werde mit Mahnfeuern unterstrichen.

sig

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