„Die den Bullen hölpen deiht“

Fortsetzung der Dreharbeiten zum Sulingen Projekt

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Dreharbeiten im „Amtsschimmel“. 

Martin Hermann, Chef der Filmcrew, die im Rahmen des „Sulingen Projekts“ Meilensteine der Heimatgeschichte dokumentiert, lässt die Komparsen die Szene vielfach wiederholen. Nach der x-ten „Klappe“ ist er zufrieden, die Zuschauer spenden Applaus.

Sulingen – Cord Rabbe alias Apotheker Dr. Hans Dunker betritt die Gaststätte Kriete (heute Amtsschimmel) und überreicht seinem Nachbarn Heinrich, Bäcker und Gastwirt, zum Geburtstag einen selbstkreierten Kräuterlikör. Die Gäste dürfen probieren. Und sind begeistert.

Neben Cord Rabbe sind Klaas Teerling (Heinrich Kriete) sowie Lutz Kordes, Günter Enkelmann, Jürgen Schlüterbusch, Michael Siemers, Günter Wünneker und Erk Steen als Kneipenbesucher im Einsatz. „Das ist eine Super-Besetzung“, findet Kerstin Melloh-Kordes. Sie ist zuständig für die Recherche, hat außerdem am Skript mitgearbeitet. Charmant sei, dass man in diesem Fall an einem Originalschauplatz drehen konnte: „Das kommt richtig gut rüber.“ Ihr Dank galt den Helfern im Hintergrund, besonders aber der neuen Inhaberin, Lara-Saskia Wendt: „Wir haben die ganze Bude auf den Kopf stellen dürfen.“

Das Team des „Sulingen Projektes“ und Darsteller.

Im Februar hatten sie in der Ratsapotheke gedreht, wo Dunker sein „Restitutionsfluid“, das 1949 im heutigen Amtsschimmel seinen Siegeszug antrat, entwickelt hat. Die insgesamt zehn Stunden Material werden später auf 30 Sekunden zusammengeschnitten. Der Aufwand ist gerechtfertigt: Der Bullenschluck, laut Etikett „besonders bei Lahmheit der Pferde, Rinder und Zugochsen“ zu empfehlen, ist ein „Markenzeichen“ der Sulestadt, das in der Dokumentation nicht unerwähnt bleiben darf.

Während des Drehs wird kein Schnaps, sondern Tee ausgeschenkt; lustig ist es trotzdem. Wenn etwa Günter Wünneker einen Schluck bestellt, „die den Bullen hölpen deiht“, während sich seine Kumpanen auf die Schenkel klopfen und dicke Zigarren paffen.

„Wir sind ein tolles Team"

Dass sich Gäste, die mit fortschreitendem Alkoholpegel den Begriff „Restitutionsfluid“ nicht mehr aussprechen konnten, dieser Redewendung bedienten, ist überliefert. Die Szene ist stimmig, so muss es sich zugetragen haben vor 70 Jahren bei Kriete. „Wir sind ein tolles Team“, unterstrichen Christine Nordenholz und Werner Focke (Backoffice): Ohne die Hilfe von acht Mitstreitern, die die fünf Hauptverantwortlichen regelmäßig im Hintergrund unterstützen, würde das Projekt nicht so gut funktionieren. Großartig sei auch, wie sich die Komparsen mit ihren Rollen identifizieren. 

Kleingebäck à la Heinrich Kriete

Bäckermeister Klaas Teerling hatte für den Drehtag am Montag „Schiffchen“ gebacken – Kleingebäck à la Heinrich Kriete, das damals im ganzen Sulinger Land bekannt und beliebt war. Und natürlich gab es am Ende auch einen „originalen“ Bullenschluck. Mit dem Budget von 65 000 Euro werde man voraussichtlich auskommen, sagten Nordenholz, Focke und Melloh-Kordes, den ursprünglichen Zeitrahmen von dreieinhalb Jahren werde man aber nicht einhalten können. Die für Herbst 2019 geplante Filmpremiere wurde um ein gutes Jahr verschoben.

Fans des Sulingen Projekts können den Fortschritt der Dreharbeiten auf der Homepage www.sulingen-projekt.de verfolgen. Martina Kurth-Schumacher

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