Delme-Werkstätten betreiben Café DELSUL 

Wieder Leben im Bürgerhaus

Kämmerer Andreas Nordloh (rechts) lässt sich von Nahid Chirazi und Klaus Müller die aktuellen Planungen erläutern. - Foto: oti

Sulingen - Nahid Chirazi macht es amtlich: Die Mitarbeiter der Delme-Werkstätten werden zum 1. August dem altehrwürdigen Bürgerhaus neues Leben einhauchen. Sie eröffnen im Schatten des Turmes der Sankt-Nicolai-Kirche das Café DELSUL.

Mehr als ein Café, versichert die Geschäftsführerin gemeinsam mit Klaus Müller, Leiter der Werkstatt-Dependance in Sulingen. 450.000 Euro investiert „Delme“ in das Vorhaben. 120.000 Euro steuert die Stadt Sulingen bei. „Geld, das wir sowieso in die Modernisierung hätten investieren müssen“, erklären Sulingens Bürgermeister Dirk Rauschkolb und Kämmerer Andreas Nordloh unisono.

Zwölf Arbeitsplätze schaffen die zukünftigen Betreiber des Cafés für Menschen mit Beeinträchtigungen. Vier bis sechs Stellen schreiben sie für Gastronomiefachpersonal aus, das über eine sonderpädagogische Zusatzausbildung verfügen muss. Die Qualifizierung der Beschäftigen mit Beeinträchtigungen erfolgt laut Nahid Chirazi in Eigenbetrieben der Werkstätten. „Zu Gastronomiehelfern.“

Genehmigung ist da

Kommende Woche sollen die Arbeiten in der einstigen Superintendentur beginnen. Laut Chirazi sind dann seit den ersten Überlegungen anderthalb Jahre Vorbereitungszeit vergangen. Im Juni 2015 haben die vorherigen Pächter das Bürgerhaus geräumt. Im Oktober 2016 habe man den Bauantrag für den Umbau des unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes gestellt. „Die Baugenehmigung liegt seit zwei Wochen vor.“

Die Mitarbeiter der Delme-Werkstätten konzentrieren sich in ihrem zukünftigen Wirken auf das Erdgeschoss. Clubräume im ersten Obergeschoss und Wohnung bleiben in der Verwaltung der Stadt. „Die Clubzimmer können weiter durch Vereine genutzt werden“, versichert Bürgermeister Dirk Rauschkolb. Kämmerer Andreas Nordloh mit einem Blick auf die „Delme“-Pläne: „Das kommt einem Abriss gleich; mit anschließendem Wiederaufbau.“

Kamin und Holzwand, die bisher das Kaminzimmer vom Saal trennt, verschwinden aus dem Gebäude. An die Stelle der Holzwand tritt ein großzügig angelegtes Buffet. Im Kaminbereich entsteht Platz für die Service-Theke für das Personal. Die einstige Gaststube dient der Erweiterung der Küche und zur Schaffung von Sozialräumen. „Allein in die Küche investieren wir an die 80.000 Euro“, erklärt Nahid Chirazi.

Erschlossen wird das Café DELSUL über den bisherigen Haupteingang. Eine Glastür gibt zukünftig nach dem Betreten des Gebäudes den Blick auf den eigentlichen Gastraum frei. Im Gastraum stehen nach bisherigen Planungen 64 Sitzplätze zur Verfügung. „Auf der Terrasse dann noch mal 24“, sagt die Geschäftsführerin der Delme-Werkstätten.

Gestalterisch folge man dem Konzept „Tradition trifft Moderne“. Die Decke hängen die Planer ab und bringen Lamellen an. Tresen, Garderobe, Raumteiler geben das Farbspiel einer Kombination aus Hellgrau und Eiche wieder. Der Fußboden bleibt in seiner Ursprungsform. Teppiche verdecken ihn in den Sitzbereichen. Neben Tresen, Buffet und Raumteilern nutzen die Innenarchitekten verschiedene Präsentationsregale als Raumelemente. „Wo wir Produkte aus unseren Werkstätten zeigen“, so Klaus Müller.

Blick auf eine Planzeichnung des Innenarchitekten Kai Fischer: Gestalterisch folge man dem Konzept „Tradition trifft Moderne“.

Das Portfolio des Café DELSUL entspricht laut Nahid Chirazi „nicht dem, was es in der Masse gibt“. Die Mitarbeiter öffnen montags bis sonntags jeweils in der Zeit von 9 bis 19 Uhr. „Wir planen eine Mischung aus Traditionellem und Rustikalem; auch mit ganz besonderen Broten. Da wollen wir mit örtlichen Bäckern zusammenarbeiten.“ Salate soll es geben, regionale Küche und Flammkuchen. Der Mittagstisch wird voraussichtlich aus der Küche der Werkstätten am Hasseler Weg geliefert.

Erfahrene Gastronomen 

Die Geschäftsführerin ist davon überzeugt, dass das Konzept aufgeht. „In unseren Cafés in Bassum und Syke haben wir gute Erfahrungen gesammelt.“ Bei Bedarf werden die Räume während und außerhalb der regulären Öffnungszeiten für geschlossene Gesellschaften zur Verfügung gestellt.

Chirazi und Mitstreiter sehen in dem Vorhaben einen Beitrag zur Inklusion. „Delme“ rücke mit seinen Angeboten in die Mitte der Stadt. „Es geht schon darum, hier gemeinsam etwas aufzuziehen.“ Dirk Rauschkolb spricht von einem Glücksfall. Nicht nur in punkto Pachtvertrag: Bei Vertragsabschluss habe man Abmachungen für die Pflege des Bürgerhausgartens und die Bewirtschaftung der Bürgermeisterei getroffen. Dass die Stadt auf die Leistungen vertraut, beweist die vereinbarte Dauer des Vertragsverhältnisses. Die wurde zunächst auf zehn Jahre ausgelegt. „Zunächst“, sagt Rauschkolb. - oti

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