Bruder Jakob verbindet Welten

Gäste aus elf Nationen feiern sechstes interkulturelles Sommerfest 

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Wer ein Erinnerungsfoto an das Fest wollte, fand in der Fotobox samt Verkleidungskiste das passende Equipment. 

Sulingen - Die Gäste sorgten mit Spezialitäten aus ihren Heimatländern für ein leckeres Buffet, die „Grillmeister“ Diab, Basil und Eiman für ein reichhaltiges Angebot an Halal-Fleisch: Das kulinarische Angebot war am Samstag ein passender Rahmen für das sechste interkulturelle Fest.

Dazu hatten die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Sulingen und die Flüchtlingsinitiative in Kooperation mit der Flüchtlingssozialarbeit von Bethel im Norden in das Gemeindezentrum an der Edenstraße eingeladen. „Anfangs waren die Feste ein Ausdruck von Willkommenskultur. Mittlerweile sind die Menschen nicht mehr die ‚Neuankömmlinge‘: Wir freuen uns einfach, miteinander zu feiern“, sagte Pastorin Juliane Worbs bei der Begrüßung. Dr. Ernst Funck (Flüchtlingshilfe) gab den rund 150 Gästen, unter ihnen viele Kinder, einen Überblick über die zahlreichen Angebote. Die Organisatoren hatten Spiele für den Innen- und Außenbereich vorbereitet, unter anderem luden Volker Wall (TuS) und Rainer Schünemann (FC) auf einem abgesperrten Straßenstück zum Fußballspielen ein. Wer ein Erinnerungsfoto an das Fest mit nach Haus nehmen wollte, fand in der Fotobox samt Verkleidungskiste des Medienzentrums Diepholz das passende Equipment.

Die Gäste sorgten mit Spezialitäten aus ihren Heimatländern für ein leckeres Buffet.

Angesichts der Tatsache, dass viele der Anwesenden Familienangehörige in Kriegs- und Krisengebieten wissen, rief „Doc Funck“ zu einer Schweigeminute auf. Als Start in den Nachmittag stimmte er das Lied „Bruder Jakob“ an, das am Ende mehrsprachig erklang: Ibrahim Yagal aus Syrien gab durch das Mikro spontan die arabische Version zum Besten, Hana aus Eritrea, die seit zwei Monaten in Sulingen lebt, sang die amharische – eine musikalische Verbindung unterschiedlicher Welten.

Elf Nationen waren beim interkulturellen Sommerfest vertreten, viele der Besucher sind mittlerweile Stammgäste. Inzwischen haben die Flüchtlinge der ersten Stunde so gute Deutschkenntnisse, dass sie für die „Neuen“ selbst als Dolmetscher einspringen. Dass Sulingen eine liebgewonnene zweite Heimat geworden ist, zeigt der große Schritt in Richtung Integration: Laut Ehrenamtsberaterin Gerlinde Bonfert sind inzwischen knapp 40 Geflüchtete aus Sulingen „in Arbeit oder Einstiegsqualifizierungsmaßnahmen“. Darüber hinaus hätten fünf Ausbildungsverträge als Bäcker, Lkw-Fahrer oder Elektriker in der Tasche, weitere stünden „in den Startlöchern“. Adam Ismael wartet noch auf das Ergebnis seiner Deutschprüfung: „Wenn sie gut ausgefallen ist, möchte ich sehr gern im Bereich Metalltechnik arbeiten“, sagt er in fast akzentfreiem Deutsch. 

mks

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