Familie Lüning investiert auf dem Gelände der Rittergutsbrennerei

Brennerei wird Museum

Torben Lüning vor den Tongefäßen, die der Ablagerung der Spirituosen dienen. - Fotos: Schlotmann

Sulingen - Mehr als fünf Jahre haben die Ursprungsgedanken von Rudolph Lüning und der Stadt Sulingen inzwischen auf dem Buckel. Die Idee, zum Zweck des Erhalts der historischen Gebäudesubstanz auf dem Gelände der Rittergutsbrennerei eine Stiftung zu entwickeln, liegt augenscheinlich im Sulinger Rathaus auf Eis. „Der Onkel ist da nach wie vor dran“, verrät Rudolph Lünings Neffe Torben. Die Lünings schaffen derweil Fakten: Entstanden ist südlich des eigentlichen Brennereigebäudes ein Anbau, der am Ende nicht nur der Vermarktung von Brennereiprodukten dienen soll.

Knapp 400 Quadratmeter Grundfläche umfasst der Anbau. Während die Räume im Erdgeschoss primär für den Verkauf von Wein und Spirituosen vorgesehen sind („Mit einem leichten Outlet-Charakter“, O-Ton Torben Lüning), beherbergt das Obergeschoss einen großzügigen Veranstaltungs- und Tagungsraum.

Selbst gebrannt wird auf dem Gutsgelände schon länger nicht mehr. „Seit gut fünf Jahren liegt das Monopol still“, erklärt Torben Lüning. „Unsere Anlage ist betriebsfähig. Das Brennrecht ist noch vorhanden. Wir beziehen den Feinbrand heute allerdings von entsprechenden Herstellern und veredeln ihn dann hier.“ Dass die Kunden den Lüningschen Mitarbeitern zukünftig bei der Produktion über die Schultern schauen, sei nicht nur erlaubt, sondern gewünscht. Lüning wählt mit Blick auf die Scheibenöffnungen in den Wänden, die Arbeitsbereiche und zukünftiges „Outlet“ trennen, den Begriff der „gläsernen Produktion“. Gästeführungen seien angedacht. Die Brennerei solle Industriemuseum werden.

Im Obergeschoss des Anbaus entsteht derzeit ein „Seminar-Sensorik-Tasting-Raum“. Lüning: „Wir können uns vorstellen, dass dort Mietköche mit angemeldeten Gruppen zu bestimmten Themenabenden Veranstaltungen fahren.“ Weine und Spirituosen sollten dabei die Hauptrollen spielen. Lüning: „Wir nehmen den nachgelagerten Verkauf in den Fokus. Das Einlaufen soll zum Erlebnis werden.“ Ausgestattet ist der Veranstaltungsraum mit Schauküchen.

Offiziell in Betrieb genommen werden Hofverkauf und „Seminar-Sensorik-Tasting-Raum“ voraussichtlich im Frühjahr. Torben Lüning spricht von einem „Soft-Opening“. Bis dahin könnten sich Interessenten während des Hofverkaufes (donnerstags, 10 bis 18 Uhr) vor Ort ein Bild von dem Vorhaben machen. Der Weinhandel „Alte Wache“ bliebe von den Planungen (vorerst) unberührt.

Lüning sieht in dem Projekt, das er gemeinsam mit seinem Onkel umsetzt, einen Beitrag zur Attraktivitätssteigerung der Sulinger Altstadt. Er spricht mit Blick auf das benachbarte „Cafe´ DELSUL“ im Bürgerhaus und der Alten Bürgermeisterei von einer „Perle“, der die Stadt Sulingen und Heimatverein durch die Ansiedlung des Heimatmuseums im Nahbereich zu noch mehr Glanz verhelfen könnten. „Ein Heimatmuseum in der Müllerschem Möbelwerkstatt bietet sich dazu förmlich an.“ - oti

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