Party auf der Bierzeltgarnitur

„Blechblos’n“ heizen mit Volksmusik-Krachern, Rock- und Popsongs ein

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Die Gäste tanzten zu den Klängen der Kult-Band aus Oberbayern auf Tischen und Bänken.

Sulingen - Von Martina Kurth-Schumacher. Lederhosen, Dirndl und Wiesn-Frisuren hatten am Samstag Hochkonjunktur: Jeder Zweite kam in Bayerntracht zum „Blechblos’n“-Konzert ins Festzelt, in Oktoberfeststimmung waren offenbar alle, die zum Informa-Gelände in Sulingen strömten. Von norddeutscher Zurückhaltung keine Spur: Nach fünf Minuten tanzten die ersten Gäste zu den Klängen der Kult-Band aus Oberbayern auf Tischen und Bänken.

Schon beim Einmarsch der sieben Stimmungskanonen war klar: Das wird ein guter Abend. Die Band zog mit Dicke-Backen-Musik durch die Reihen und erklomm zur Freude des Publikums die Biertischgarnituren, bevor sie von der Bühne ein kollektives Prosit auf die bayrische Gemütlichkeit anstimmten: „Servus Männer, Servus Weiber: Nach acht Stunden Fahrt hoam mir Durschd...“ Ihr Schlachtruf „Maßen fassen! Die Gläser, die Krüge, die Maßen hoch“ wurde zum Running Gag, ihr Tipp am Rande: „Leut’: Sauft’s nicht so viel, trinkt’s lieber Bier!“

Sulingen feiert Oktoberfest mit „Blechblos’n“

Neben den traditionellen Volksmusik-Krachern hatten die Vollblut-Musiker Rock- und Popsongs im Gepäck. Nicht nur beim „Böhmischen Traum“, der „Vogelwiese“ oder „Heidi“ standen die Biertischgarnituren unter Belastungsprobe, auch zum Sirtaki oder Hits wie „Marmor, Stein und Eisen bricht“ und „Über den Wolken“ schwangen die Zuhörer die Hüften oder absolvierten kollektive Gymnastikübungen im Rhythmus der Musik, Kontaktaufnahme zur „Nebenfrau“ ein unbedingtes Muss. Die Regie übernahm Frontmann Roland Schleifer: Mit den Händen auf den Schultern der Nachbarin, Bewegungen nach rechts, nach links, vor und zurück. Hussa!

Oktoberfest geht auch im April

Unter den Gästen in der ersten Reihe machte Schleifer die Organisatoren von der Initiative Sulingen aus. Unter der Sulinger „Crème de la Crème“ entdeckte er die ersten potenziellen Head-Banger und bat sie zum Tanz – passend zum Hit „Schickeria“ der Spider Murphy Gang. Roland Schleifer, Robert Denk, Werner Heckmeier, Günter Höchtl, Peter Oswald, Manfred Popfinger und Reinhard Unsin überzeugten durch präzises Spiel, brachten die Zuhörer aber auch durch Show-Einlagen und freche Ansagen in Schwung. Schleifers sporadische „Stimmungsüberprüfungen“ fielen positiv aus. „Ihr macht’s euch hervorragend“, lautete sein Lob ans Publikum, das wie die Band unter Volldampf stand. Das Motto auf und vor der Bühne: „Nach Hause gehn wir nicht, bis dass der Tag anbricht...“

Mit dem Verkauf von gut 600 Eintrittskarten hatte die Initiative Sulingen ihr Ziel nicht ganz erreicht. Die Chancen stehen dennoch gut, dass die Fans der bayrischen Musik auch 2018 Dirndl und Lederhosen ausführen können. „Wir wollen an der Veranstaltungsreihe festhalten“, sagte Vorsitzender Philipp Leymann. Das Publikum wird es freuen. Spätestens seit Samstagabend ist klar: Oktoberfest geht auch in Sulingen. Sogar im April.

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