Bethel im Norden weiht Sulinger Betriebstätte der „proWerk A & I“ offiziell ein

„Mehr als Broterwerb“

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Rund 200 geladene Gäste fanden sich zu der Einweihungsfeier im Festzelt ein.

Sulingen - Noch nie sei ein Projekt außerhalb der Budgetplanung so schnell realisiert worden, unterstrich Stefanie Schwinge-Fahlberg von der Geschäftsführung von Bethel im Norden am Donnerstag bei der Einweihungsfeier der „proWerk A & I“ Betriebsstätte im Gewerbegebiet Sulingen Südwest. „Bethel“ hatte 1,28 Millionen Euro in die Betriebsstätte für 24 Menschen mit psychischen Behinderungen investiert.

Schwinge-Fahlberg dankte den Investoren und der Politik sowie den beteiligten Firmen um Generalunternehmer Rolf Lohmann, die den Bau „zeit- und plangerecht und im vereinbarten Kostenrahmen“ umgesetzt hatten. Luise Turowski (Geschäftsführung Bethel im Norden) begründete die Standortwahl unter anderem mit dem guten Einvernehmen mit der Stadt, in Sulingen ist bereits das Sozialpsychiatrische Tageszentrum angesiedelt und in Kürze soll hier ein Wohnprojekt realisiert werden.

„Arbeit ist mehr als Broterwerb, sie ist auch die Grundlage gesellschaftlicher Anerkennung und Möglichkeit zur Selbstverwirklichung – das gilt auch für Menschen mit Behinderungen“, unterstrich Dunja McAllister, Schirmherrin von „Bethel im Norden“. Sie dankte den Initiatoren der „proWerk A & I“ für ihre Weitsicht und ihren Mut, Arbeitsplätze zu schaffen, die den Beschäftigten „Würde, Tagesstruktur, soziale Kontakte und Bedeutsamkeit“ zurückgeben.

Dr. Johanna Will-Armstrong vom Vorstand der Von Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel lobte die Ausführung des Projekts: „Die Arbeitsplätze sind hell, freundlich und sauber – nicht zu vergleichen mit den Anfängen im Freistätter Kuhstall!“ Im Übrigen sei es nicht unsittlich, als diakonische Einrichtung auch an materiellem Erfolg interessiert zu sein: „Das schafft Freiräume für neue Investitionen.“ Bundestagsabgeordneter Axel Knoerig erinnerte an die langjährige Präsenz der Diakonie Bethel im Landkreis Diepholz. Die erfolgreiche Zusammenarbeit sei Grund zu „Demut und Dankbarkeit“.

„Das Konzept überzeugte, der Standort war optimal und alle Beteiligten spielten mit“, stellte Bürgermeister Dirk Rauschkolb fest. Im Leitbild der Stadt Sulingen sei auch der soziale Gedanke verankert. „Um Randgruppen, Menschen mit Behinderungen oder Migrationshintergrund zu integrieren, brauchen wir den Rückhalt von Firmen und Unternehmen. Bethel im Norden leistet hierzu einen großen Beitrag.“ Die Kooperation mit ortsansässigen Firmen zeige, dass sozialer Mehrwert auch wirtschaftlichen Mehrwert bedeuten könne.

„Wir haben eine schöne Betriebsstätte – ganz nach dem Motto: ‚Mittendrin statt nur dabei‘“, sagte Christopher Lehmann (Werkstattrat). Er bedankte sich für einen Arbeitsplatz, der „dicht an der Welt des Ersten Arbeitsmarkts“ ist, und äußerte die Hoffnung auf „interessante und abwechslungsreiche Aufträge“ und möglicherweise „Praktika oder ausgelagerte Arbeitsplätze“ in den benachbarten Firmen.

Pastorin Juliane Worbs bat im Anschluss an die Grußworte um Gottes Segen für das Projekt. Die Festveranstaltung mit rund 200 geladenen Gästen wurde umrahmt von musikalischen Beiträgen der Gymnasiastinnen Rieke Bornemann und Johanna Quade (Gitarre/Gesang). Nach der symbolischen Schlüsselübergabe durch Rolf Lohmann an Werkstattleiter Thomas Bremermann luden die Bauherren zu Betriebsführungen, Gesprächen und einem Imbiss ein.

mks

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