Besuch dank Schnelltest

Soziale Isolation soll in Senioren- und Pflegeheimen verhindert werden

Das Landhaus Barrien setzt alles daran, Bewohner und Besucher sicher zueinander zu bringen. Dazu sollen nun Personen im Umgang mit Schnelltests geschult werden.
+
Das Landhaus Barrien setzt alles daran, Bewohner und Besucher sicher zueinander zu bringen. Dazu sollen nun Personen im Umgang mit Schnelltests geschult werden.

Sulingen/Groß Lessen – Soziale Isolation von Bewohnerinnen und Bewohnern stationärer Einrichtungen wie Senioren- und Pflegeheimen war eines der hervorstechendsten Probleme der Corona-Maßnahmen im Frühjahr. Mit den neuen, ab Montag geltenden Regeln, sollte ein ähnlicher Zustand unbedingt verhindert werden. Ein Faktor spricht dafür, dass es gelingt: Antigen-Schnelltests. „In stationären Pflegeeinrichtungen können zum Beispiel bis zu 20 Tests pro Monat pro Bewohner beschafft werden“, erklärt das Bundesgesundheitsministerium auf seiner Internetseite. Finanziert werden sie von Pflege- oder Krankenkassen. Beschaffen müssen die Heime die Tests aber selbstständig – außerdem ein Konzept mit dem Gesundheitsamt absprechen und Personal abstellen, um diesen neuen Tätigkeitsbereich zu betreuen.

Dass Schnelltests die weitere Öffnung der Senioren- und Pflegeheime ermöglichen, kommt für die Anbieter offenbar nicht ganz unerwartet: „Wir bekommen gerade reichlich Werbung“, berichtet Diana Tesse-Nayir, Pflegedienstleiterin im „Landhaus Barrien“ in Groß Lessen bei Sulingen. Die Preisspanne der Angebote sei groß, aber die Einrichtung wolle die Möglichkeit gerne nutzen: „Wir wollen, dass unsere Bewohner weiter Besuch empfangen dürfen – das war nicht schön in der ersten Phase“.

Für den Einsatz der Tests müsse aber noch ein Konzept geschrieben werden, und die entsprechenden Mitarbeiter müssten durch einen örtlichen Arzt in die Anwendung eingewiesen werden. Wie sich der Personalaufwand dadurch gestalte, werde die Einrichtung in der Umsetzung erfahren, denn nur geschultes Personal dürfe die Tests abnehmen. Daher werde bereits überlegt, ob sich die Büromitarbeiter dafür schulen ließen, denn das Pflegepersonal sei schon stark beansprucht.

Anders die Situation auf dem Altrewa Gutshof in Affinghausen, einem „Demenzdorf mit Pflegeeinrichtung“. Hier verbringen 42 Seniorinnen und Senioren ihren Lebensabend. Und seit März funktioniere das eingeführte Hygienekonzept einwandfrei, erklärt Pflegedienstleiterin Mirja Lemke. Weil dem so ist, habe sich das Team noch keine Schnelltests besorgt und sei sich auch nicht sicher, ob man das wolle. Lemke führt an, dass nicht mit Sicherheit gesagt werden könne, ob ein Testergebnis stimme. Das bewährte Konzept sehe vor, dass Besucher nur mit Anmeldung und Termin vorbeischauen, dabei Mund-Nasenschutz tragen und schriftlich bestätigen, dass sie in den zwei Wochen vor dem Besuch keinerlei Kontakte zu infizierten Personen hatten. Das setzt Vertrauen voraus – dessen ist sich Lemke bewusst, sagt aber: „Wir freuen uns, dass sich die Angehörigen unserer Bewohner selbst ihrer Verantwortung bewusst sind und entsprechend mit der Situation umgehen. Da wird eher ein Besuch abgesagt, weil jemand Schnupfen hat.“

Letztlich bleibt es den Heimen überlassen, wie sie mit den neuen Schnelltests umgehen und ob oder wer bei ihnen einen Abstrich machen lassen muss. Laut Kreisrätin Ulrike Tammen haben sich die meisten Einrichtungen bisher viel Mühe gemacht, gute Hygienekonzepte an den Start zu bringen und umzusetzen. Aber eine hundertprozentige Sicherheit, dass das Virus nicht doch ins Haus kommt, gebe es nicht. Wenn das der Fall sein sollte, setze der Landkreis alles daran, die Situation zusammen mit den Einrichtungen in den Griff zu bekommen.

Derzeit würden einige Einrichtungen ihr Personal schulen, so Tammen. In den Praxen seien derzeit keine zusätzlichen Ressourcen für solche Tests da, macht sie deutlich. Grippeschutzimpfungen, Verletzungen oder andere Belange – die Mitarbeiter dort hätten aller Hand zu tun. Es sei nicht so wie in Frühjahr, wo sich viele nicht zum Arzt getraut hätten.  sis/hab/ks

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

Feuerwehrfrauen Beverstedt bringen 2022 wieder Kalender raus

Feuerwehrfrauen Beverstedt bringen 2022 wieder Kalender raus

Feuerwehrfrauen Beverstedt bringen 2022 wieder Kalender raus
Zahl der Artikel im Sulinger E-Center wächst nach Umbau auf gut 32 000

Zahl der Artikel im Sulinger E-Center wächst nach Umbau auf gut 32 000

Zahl der Artikel im Sulinger E-Center wächst nach Umbau auf gut 32 000
Vom Leester KGS-Schüler zum Jura-Professor: Dennis-Kenji Kipker berät sogar das FBI

Vom Leester KGS-Schüler zum Jura-Professor: Dennis-Kenji Kipker berät sogar das FBI

Vom Leester KGS-Schüler zum Jura-Professor: Dennis-Kenji Kipker berät sogar das FBI
Corona-Testzentrum in Brinkum: Neustart für Abstrich durch die Autoscheibe

Corona-Testzentrum in Brinkum: Neustart für Abstrich durch die Autoscheibe

Corona-Testzentrum in Brinkum: Neustart für Abstrich durch die Autoscheibe

Kommentare