Lebenshilfe Grafschaft Diepholz feiert mit 200 Gästen in Sulingen goldenes Jubiläum

„Belastbar, bunt, für alle da“

Mit musikalischen Beiträgen bereicherten verschiedene Gruppen aus den Einrichtungen der Lebenshilfe das Fest, darunter der Chor der Kindertagesstätte am Nordsee. - Foto: Kurth-Schumacher

SULINGEN - Ein Begrüßungs-Komitee von „behüteten“ Schülern der Paul-Moor-Schule, musikalische Beiträge verschiedener Gruppen aus den Einrichtungen, Sonnenblumen aus dem Garten der Schülerfirma für jeden Gast: Der Rahmen für den Festakt zum 50-jährigen Bestehen der Lebenshilfe Grafschaft Diepholz war vollkommen. Rund 200 Vertreter aus Politik, Verwaltung und Kirche, Abordnungen von Vereinen, Institutionen und Verbänden sowie Mitarbeiter und Führungskräfte, unter ihnen etliche Ehemalige, würdigten am Freitagmorgen in Sulingen ein halbes Jahrhundert „Lebenshilfe“ für Menschen mit Behinderungen im Landkreis Diepholz.

Vereinsvorsitzender Claus Wilhelm Vocke begrüßte die „Lebenshilfe-Familie“ zur Feier des Jubiläums und der Eröffnung der erweiterten Kindertagesstätte „Am Nordsee“. Namentlich nannte er unter anderem die ehemaligen Geschäftsführer Hans-Ulrich von Goebler (1977 bis 1989) und Michael Lensing (1989 bis 2015). Von Goebler habe die Professionalisierung des Vereins Lebenshilfe vorangetrieben, Lensing „seine Lebenshilfe“ mit differenzierten Angeboten, mit der Erschließung des Standorts Diepholz und „der Saat des inklusiven Ansatzes“ geprägt.

Vocke dankte den Ideengebern, den vorausschauenden und durchsetzungsstarken Geschäftsführern, den engagierten Mitarbeitern sowie seinen Vorstandskollegen, denen er „mehr Amt als Ehre“ bescheinigte. Die Geschichte der Selbsthilfeorganisation gebe Anlass zu Mut und Zuversicht für künftige Herausforderungen.

Landrat Cord Bockhop gratulierte im Namen des Landkreises Diepholz zur 50-jährigen Erfolgsgeschichte der Lebenshilfe. Neben guten finanziellen Rahmenbedingungen sei Toleranz im Alltag ein wichtiger Eckpfeiler für ihre weitere Entwicklung, aber auch für das alltägliche Miteinander im Allgemeinen.

Das Angebot der Lebenshilfe Grafschaft Diepholz sei einzigartig, betonte Andreas Henke vom Bundesvorstand der Bundesvereinigung Lebenshilfe: „Mir ist keine Ortsvereinigung bekannt, die das Ziel und den Anspruch der Lebenshilfe so vorbildlich einlöst wie die der Grafschaft Diepholz.“ Die stellvertretende Sulinger Bürgermeisterin Ingrid Jantzon unterstrich die gute Zusammenarbeit mit der Sulestadt: Insbesondere im Bereich der Kinderbetreuung sei die Lebenshilfe ein zuverlässiger Partner: „Wir danken für die hervorragende und vertrauensvolle Zusammenarbeit!“

Sie habe im Januar 2016 ein gut aufgestelltes Unternehmen mit modernen Einrichtungen übernommen, sagte Geschäftsführerin Annette Lüneburg. Sie schätze die Motivation und die Haltung der Mitarbeiter, ihren ganzheitlichen Ansatz und ihre fachliche Kompetenz. Die Lebenshilfe verglich sie mit dem knallroten Autobus aus der Kinderserie der 1970er „Kli-Kla-Klawitter“: „Er ist belastbar, es passt viel rein und viel drauf, er ist bunt und für alle da.“

Die Herausforderung für die Zukunft sei, alle Pakete zu öffnen und auf Inhalt zu überprüfen, einiges zu bündeln oder kleinteiliger zu sortieren, weitere Päckchen aufzuladen. Neben Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten gehe es auch um sparsame Fahrweise und darum, regelmäßig den Tank zu füllen, sagte sie – Letztgenanntes mit Hinweis auf die Politik. Annette Lüneburg bedankte sich am Ende bei allen, die die Festveranstaltung mitgestaltet hatten: „Das Fest war sehr schön. Und es hat mich sehr berührt.“ - mks

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