Neues Baugebiet „Über der Junkernscheune“ passiert Ortsrat Groß Lessen

Bauherren bevorzugen Ortskern

„Was für’n Acker“ würde so mancher Kicker zum aktuellen Zustand des B-Platzes des SV Lessen sagen.
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„Was für’n Acker“ würde so mancher Kicker zum aktuellen Zustand des B-Platzes des SV Lessen sagen.

Groß Lessen – In Groß Lessen bauen – ja. Aber nicht außerhalb von Groß Lessen. Baugebiete zu entwickeln bedeutet für die zuständigen Gremien, eine geeignete Fläche zu finden mit einem Eigentümer, der sie auch zur Verfügung stellt. Dann kann die Planung beginnen. Der 2016 als Baugebiet „Börfelsberg“ geplante Bereich etwa, gelegen an der Kreisstraße 11, nördlich von Groß Lessen, wurde als Bauareal verschmäht. Es gab nicht einen Interessenten. Zu weit außerhalb.

Nun denn: „Über der Junkernscheune“ heißt das Areal, das dagegen zentral in der Ortschaft liegt und für das bereits Bauherren Interesse bekundet hatten, als es überhaupt erst nur eine Idee war. Jetzt befindet sich das Gebiet, rund 8 800 Quadratemeter groß, in der Bauleitplanung.

Am Montagabend beschloss der Ortsrat Groß Lessen die nächsten Schritte. Der Bebauungsplanentwurf geht demnach einstimmig in die öffentliche Auslegung. Bürger wie auch „Träger öffentlicher Belange“ können nun Eingaben vornehmen. Wiebke Blohm, Teamleiterin Bauplanung und Bauordnung der Stadtverwaltung, weist dazu auf die Homepage der Stadt Sulingen hin, über die eine Online-Eingabe möglich ist.

Das gilt besonders im Hinblick auf Bauvorgaben. Der Ortsrat wünscht eine harmonische Eingliederung der Bebauung in das Ortsbild (unter anderem bedeutet das ein „großzügiges Grundstück und damit einhergehend grünordnerische Freiflächen“). Dazu zählt die Beschränkung auf ein reines Wohngebiet mit Einfamilienhäusern für den Eigenbedarf und der Vorgabe von maximal einem Vollgeschoss. Nicht gewünscht sind Mehrfamilienhäuser.

Diskussion während der Sitzung

Die öffentliche Sitzung am Montagabend wurde speziell unterbrochen, um den 20 anwesenden Einwohnern sowie Rat und Verwaltungsmitarbeitern die Chance für eine Diskussion zu ermöglichen. Der Wunsch Stadtvillen bauen zu können wurde geäußert: Ein zweites Vollgeschoss sei schön. Und die Dachziegel sind ein Thema. „Wir haben da eine Auswahl an etwa 30 Ziegelfarben, da wird wohl jeder eine finden können“, sagt Ortsbürgermeister Friedhelm Hartkamp.

Wiebke Blohm verweist darauf, dass die Bürger ihre Vorschläge einreichen mögen, damit sie für die weiteren Planungen zur Kenntnis genommen werden können: „Wir sind ja erst in der ersten Phase der öffentlichen Auslegung.“

Bei den jetzt in die Bauleitplanung gegebenen knapp 9 000 Quadratmetern im städtischen Eigentum handelt es sich um den früheren B-Sportplatz des SV Lessen, der bis zum Frühjahr 2019 noch genutzt wurde. Aufgeteilt in Bauplätze wird nicht ein Fußball- sondern eher ein Handballteam Zuschläge erhalten: Sieben Parzellen, alle etwa um die 950 Quadratmeter groß, sollen laut Friedhelm Hartkamp in den Verkauf gehen. Da es aber laut Wiebke Blohm zwölf Interessenten gibt für einen Bauplatz in „Groß Lessen City“, ist der Ortsrat gefordert, weitere Bereiche für Häuslebauer zu finden. „Wir befinden uns aktuell in Verhandlungen“, äußern sich Hartkamp und Blohm, ohne weitere Areale zu nennen.

Vorgabe für die Bauwilligen im neuen Baugebiet „Über der Junkernscheune“ ist, sich an das bestehende Fernwärmenetz anzuschließen. „Das liegt ja dort und bietet sich deshalb optimal an“, erklärt Hartkamp. Besser gehe es nicht, weil dieses Netz aus regenerativen Energieträgern gespeist werde.

Die Entscheidung des Ortsrates Groß Lessen fiel einstimmig für das neue Baugebiet aus, inklusive der Grundflächenzahl von 0,3, einer Traufhöhe von maximal 6,50 Metern und einer Firsthöhe von maximal 9,50 Metern.

Als nächstes Gremium berät und beschließt über das Projekt der Ausschuss für Bau, Ordnung und Verkehr des Sulinger Stadtrates, der am Montag, 23. November, 18 Uhr, öffentlich in der Alten Bürgermeisterei tagt. Weitere Hürden muss der Bebauungsplan im Verwaltungsausschuss (26. November, nicht öffentlich) und im Rat der Stadt (2. Dezember, öffentlich) nehmen.

Bürgermeister Friedhelm Hartkamp: „Wir hoffen darauf, dass die ersten Bauwilligen noch in 2021 beginnen können.“

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