Barocke Musikstücke begeistern das Publikum beim oratorischen Konzert in der Sulinger Nicolaikirche

„Ich bin vergnügt mit meinem Glücke“

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Kantor Kai Kupschus dirgierte Orchester, Solisten und Sänger.

Von Martina. Kurth-Schumacher

SULINGEN

Das Publikum spendete am Ende des Konzert stehend Beifall: Er galt dem Barockorchester „L’Arco“, den vier Solisten und dem Dirigenten Kai Kupschus, aber auch den 35 Sängerinnen und Sängern der Kantorei Sulingen. Letztgenannte hätten durchaus einen Extra-Applaus verdient gehabt.

Mit dem Engagement von „L’Arco“ legte Kantor Kupschus die Zusammenarbeit mit dem Orchester aus Hannover neu auf. Barocke Musikinstrumente und die Beherrschung historischer Musizierpraxis sind die Markenzeichen des Ensembles um Konzertmeister Christoph Heidemann, das sich in der Fachwelt durch Konzerte, Rundfunkmitschnitte und CD-Einspielungen einen Namen gemacht hat.

Am Sonntag spielte es in großer Besetzung. Das 25-köpfige Orchester hatte die Kantorei bereits vor zwei Jahren bei der Aufführung der Weihnachtsoratoriums begleitet – ebenso wie Marina Szudra (Sopran), Claudia Erdmann (Alt) und Daniel Schäfer (Bariton). Mirko Ludwig, vierter im Bunde der Solisten, gestaltete seine Tenor-Partien strahlend, hell und absolut textverständlich: ein Hörgenuss.

Die Kantorei eröffnete das Konzert mit dem feierlichen Eingangschor „Gloria in excelsis Deo“, dem ersten Satz des „Gloria in D“. Es gehört zu den bekanntesten Kompositionen aus dem umfangreichen kirchenmusikalischen Werk von Antonio Vivaldi (1678 bis 1741), das erst in jüngster Zeit wieder Beachtung findet: Vivaldis geistliche Musik war zu seinen Lebzeiten kaum über die nähere Umgebung ihrer Aufführungen bekannt geworden und nach seinem Tod fast in Vergessenheit geraten.

Neben den großen Passionen, Oratorien und der Messe in h-Moll zählen musikalische Werke für Chor, Orchester und Vokalsolisten zu den bedeutendsten geistlichen Werken von Johann Sebastian Bach (1685 bis 1750). Am Sonntag standen drei der etwa 200 erhaltenen Kantaten auf dem Programm des Konzerts in der Kirche Sankt Nicolai: „Singet dem Herrn ein neues Lied“ (BWV 190), „Ich bin vergnügt mit meinem Glücke“ (BWV 84) und „Lobe den Herren“ (BWV 137) – allein die Auswahl ließ die Herzen von Bach-Fans höher schlagen. Paukenschläge und jubelnde Bachtrompetenklänge unterstrichen den festlich-heiteren Charakter der Kantaten.

Die Kantorei überzeugte durch einen homogenen Klang und durch eine sichere, differenzierte Intonation, Kantor Kai Kupschus koordinierte die Einsätze von Chor, Orchester und Solisten souverän. Die Zuhörer belohnten jeden Programmpunkt mit Beifall, der einem Schlussapplaus gerecht geworden wäre. Mit dem fünften Satz der Kantate 137, dem Schlusschoral „Lobe den Herren, was in mir ist, lobe den Namen“, verabschiedeten Chor und Orchester 150 begeisterte Zuhörer in den Sonntagabend – eine Zugabe, die noch lange nachklang.

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