Berufsschüler initiieren Projekt

Landwirtschafts-Azubis räumen mit Vorurteilen auf

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Jannik Otto-Knapp (20) und Gesine Hellberg (19) sind überzeugt, dass man mit Offenheit und Transparenz das Image der Landwirtschaft verbessern kann.

Sulingen - „Dummer Bauer“, „Umweltverschmutzer“, „Tierquäler“ – drei von vielen Vorurteilen, mit denen sich Landwirte immer wieder konfrontiert sehen. Friederike Schierholz, Lehrerin am Berufsbildungszentrum Dr. Jürgen Ulderup am Schulstandort Sulingen, initiierte jetzt mit Schülerinnen und Schülern des dritten Ausbildungsjahres zum Landwirt ein Projekt, das helfen soll Landwirtschaft ins rechte Licht zu rücken.

„Die Initiative für das Projekt ging von den Schülerinnen und Schülern aus. Jungen Landwirten ist es sehr wichtig, wie die Landwirtschaft von der Gesellschaft gesehen wird“, sagt die Lehrerin.

Freitag Ortstermin im Sulinger E-Center

Ziel des dreigliederigen Konzeptes sei es, mit Vorurteilen aufzuräumen und Aufklärung zu betreiben.

„Viele Verbraucher sind durch die Darstellungen in den Medien verunsichert und haben sich eine Meinung gebildet, die auf Unwissenheit basiert. Das ist nur verständlich, schließlich haben nur noch wenige Leute im Alltag direkten Kontakt zur Landwirtschaft“, erklärt Jannik Otto-Knapp, Auszubildender auf dem Milchviehbetrieb Derboven in Warpe. „Deswegen wollen wir zeigen, wie es wirklich auf den Höfen aussieht.“

Ein Teil der Auszubildenden wird jetzt den Ausbildungsberuf in Schulklassen an der Oberschule in Varrel und am Gymnasium in Hoya vorstellen, in Theorie und Praxis. „Dabei wollen sie auch kritische Themen beleuchten und darüber aufklären“, sagt Friederike Schierholz.

Die zweite Gruppe nutzt die Social-Media-Plattform Instagram (wir_sind_landwirtschaft), um insbesondere jüngere Menschen anzusprechen.

Die dritte Gruppe sucht den direkten Kontakt mit dem Verbraucher. Am Freitag, 7. Dezember, stehen ab 15 Uhr sechs Auszubildende im E-Center in Sulingen den Kunden Rede und Antwort. „Ich kann nur jedem empfehlen, vorbeizukommen und sich mit der jungen Generation Landwirte auszutauschen“, rät Sophie Mühlberger, Öffentlichkeitsmitarbeiterin beim Landvolk Diepholz. „Wir unterstützen die Schüler bei der Umsetzung ihres Projekts, weil wir überzeugt davon sind. Die direkte Begegnung und das offene Gespräch sind das A und O in der heutigen Zeit.“

„Wir hoffen, dass die Leute auf uns zukommen und sich mit uns unterhalten werden“, erklärt Gesine Hellberg.

Die 19-jährige Auszubildende weiß, dass man als Landwirt ebenfalls offen sein muss und sich auch vor kritischen Fragen nicht scheuen darf. Zu finden sein werden die Auszubildenden vor dem Milchregal und der Fleischtheke. Genau da, wo diese Fragen durchaus auftauchen können. 

smü

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