75 Jahre AWO-Ortsverband Sulingen

Jubiläum für den „Helfer in der Not“

Die „Arrested Amtsbrüder“ begleiteten die Feier zum 75-jährigen Bestehen des Sulinger AWO-Ortsverbandes.
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Die „Arrested Amtsbrüder“ begleiteten die Feier zum 75-jährigen Bestehen des Sulinger AWO-Ortsverbandes.

Sulingen – Knapp 70 Gäste stellten sich am Sonntagmorgen im Restaurant Dahlskamp ein, um das 75-jährige Bestehen des Ortsverbands der Arbeiterwohlfahrt (AWO) zu feiern. Vorsitzende Eva Kurth begrüßte Angelika Tumuschat-Bruhn vom Präsidium des Bezirksverbands Hannover, Vorsitzenden Jonathan Kolschen und Geschäftsführerin Luzia Moldenhauer vom Kreisverband, Vertreter der Ortsverbände aus Stuhr, Weyhe und Syke, Gäste aus den Reihen des örtlichen DRK, des SoVD, des Bauvereins, der Sulinger Lions und des Senioren- und Behindertenbeirats sowie zahlreiche Mitglieder.

In ihrer Rede beleuchtete sie den Beginn der 75-jährigen Geschichte. Initiator und erster Vorsitzender sei Carl Prüter gewesen. Prüter, als SPD-Mitglied während der Nazi-Zeit verfolgt und nach dem Attentat auf Hitler als Verdächtiger verhaftet, hatte sich 1946 für die Wiedergründung der AWO als selbstständige, nicht partei- und konfessionell gebundene Organisation stark gemacht.

Nach dem Krieg habe er keinen der Mitbürger, die ihm so übel mitgespielt hatten, „ans Messer“ geliefert, erinnerte Eva Kurth. In der Sulestadt, deren Einwohnerzahl aufgrund der Flüchtlingswelle von 3000 auf 7000 Einwohner gestiegen war, fand er ein großes Betätigungsfeld. „Wenn es Prüters Calle nicht gegeben hätte, wäre es uns schlecht ergangen“, hätten ihr AWO-Mitglieder erzählt, die ihn als Kinder oder Jugendliche persönlich erlebt haben. Prüters Handeln stehe für die AWO-Grundwerte Solidarität, Menschlichkeit und soziale Verantwortung.

Die Vorsitzende Eva Kurth.

Ihre Vorgängerin Margot Chille nehme eine besondere Stellung in der Reihe ihrer Vorsitzenden ein, sagte Eva Kurth: Sie habe den Verein 17 Jahre geführt und große Fußstapfen hinterlassen. Der neue Vorstand habe einiges weitergeführt, aber auch neue Ideen eingebracht. Spiel- und Klönnachmittage, Ausflüge und Mehrtagesreisen, Radfahren, Kegeln, Tanzen, Gymnastik, Basteln gehörten zum Angebot, das aufgrund der Altersstruktur des Vereins inzwischen reduziert werden musste. Dass die AWO eine wichtige Aufgabe erfülle, habe sich insbesondere in der Corona-Zeit gezeigt: Die gemeinschaftlichen Unternehmungen wurden schmerzlich vermisst.

Großen Dank zollte Eva Kurth ihrer Stellvertreterin Margret Herzog und ihren Mitstreitern im Vorstand sowie den zahlreichen freiwilligen Helfern für die gute Teamarbeit. Für die Zukunft wünsche sie sich viele neue Mitglieder der Generation U60.

Der Kreisvorsitzende Jonathan Kolschen.

Angelika Tumuschat-Bruhn überbrachte die Glückwünsche aus dem Präsidium des Bezirksverbands Hannover. Ihr Dank galt allen, die sich im Ortsverein Sulingen in den vergangenen Jahrzehnten engagiert haben und engagieren: „Das ist gelebte AWO Familie über viele Generationen hinweg!“ Carl Prüter habe die AWO gegründet, als das sogenannte Wirtschaftswunder noch in weiter Ferne lag. Der Ortsverein sei seitdem fester Bestandteil des öffentlichen Lebens in Sulingen: „Die AWO war oft Helfer in der Not, stand den Schwachen und sozial Benachteiligten bei, kämpfte gegen Armut und Ungerechtigkeit.“

Jonathan Kolschen gratulierte im Namen des Kreisverbands. Er freue sich, dass die AWO in den letzten Jahren politischer und aktiver geworden ist. Ziel müsse sein, flächendeckend im Landkreis präsent zu sein und jüngere Mitglieder dafür zu begeistern. Die Zukunft des Sulinger Vereins sehe er positiv: „Ihr seid auf einem guten Weg!“ Sein Appell an die Festgesellschaft: „Lasst uns heute feiern, um alles andere kümmern wir uns morgen!“

Angelika Tumuschat-Bruhn aus dem Bezirkspräsidium.

Rainer Wölk und Uli Preuß („Arrested Amtsbrüder“) erfreuten die Besucher der Jubiläumsfeier mit berührenden musikalischen Beiträgen, die sie passend zum Anlass ausgesucht hatten.

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