Autorin Rose Gerdts liest in der Stadtbücherei aus „Dornenkinder“

Krimis, die Spuren hinterlassen

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Autorin Rose Gerdts.

Sulingen - Kaum ein anderer Schriftsteller des Krimigenres ist in seinem Leben derart mit realen Delikten und Mordfällen konfrontiert wie Rose Gerdts: Die Autorin arbeitet seit über 20 Jahren in Bremen als Polizei- und Gerichtsreporterin. Ihr Beruf wurde ihre Leidenschaft, als sie die Liebe zum Schreiben entdeckte. Fassungslos, aber fasziniert von Kriminalitätsphänomenen und deren Ursachen schreibt Gerdts realitätsbezogene, spannungsgeladene Geschichten.

In der Stadtbücherei Sulingen stellte sie ihren neuen Krimi „Dornenkinder“einer kleinen Leserschaft vor.Zur Geschichte: Die Lehrerin Elke Sanders wird eines Tages als vermisst gemeldet. Als ihre Leiche in einem Fluss gefunden wird, nehmen die Kriminalpolizisten ihre Ermittlungen auf. Eine Spur des Bremer Ermittlerduos Frank Steenhoff und Navideh Petersen führt in die Welt der bulgarischen Armutsflüchtlinge, die von Gerdts als „die Unsichtbaren“ bezeichnet werden: „Diese Menschen existieren tatsächlich in Bremen, tauchen aber nie im Stadtbild auf“, erklärt die Autorin, „Sie leben in verwahrlosten Wohnungen auf engstem Raum.“ Detailliert beschreibt Gerdts das Elend, das die Polizisten vorfinden. Politisch aktuelle und gesellschaftskritische Bezüge thematisiert die Autorin bewusst: „Ich möchte in meinen Büchern nicht nur Spannung erzeugen, sondern auch über gesellschaftliche Zu- und Missstände informieren.“ Ihre Literatur solle unterhalten, aber eben auch einen Nachhall haben und den Leser zum Nachdenken anregen. Der Wahrheit hat sich Gerdts verpflichtet – im Sinne ihrer journalistischen Tätigkeiten: Die sorgfältige Recherche spiegelt sich in ihren professionellen Beschreibungen von Polizeiarbeit und Tatorten wider. Sie lasse ihre Schriften stets von Experten der Kriminalistik und Gerichtsmedizin gegenlesen, erklärt Gerdts.

Auf die Frage, ob die jahrelange Arbeit mit Straftätern sie nicht abgestumpft habe, sagt die Krimiautorin: „Es gab Fälle, die erschüttern mich noch heute.“ Was sie mit den Jahren gelernt habe sei, dass „keine Monster, sondern Menschen“ Verbrechen begehen.

Wer auf die Spur des Bösen kommen will, sollte sich „Dornenkinder“ zur Hand nehmen. Ein facettenreicher Krimi, der Spuren hinterlässt, die in menschliche und gesellschaftliche Abgründe führen.

ks

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