Habighorst Forst- und Gartentechnik übernimmt Standort

Neues Leben im Autohaus Sulingen ab dem 1. März

Vier Männer stehen im Verkaufsraum eines Autohauses.
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Über die Perspektive für den Standort freuen sich (von links) Jan Schwabe, Timo Stratmann, Heinfried Hinrichs und Andree Schwieder.

Sulingen – In einem Ende steckt auch ein Anfang, heißt es oft. In diesem Fall ist es tatsächlich so: Das Autohaus Sulingen schließt im neuen Jahr, aber das Gebäude an der Nienburger Straße 174 steht nicht leer, sondern wird der neue Standort von Habighorst Forst- und Gartentechnik.

Vermittelt hat diesen Wechsel Jan Schwabe, der in den vergangenen Jahren Erfahrungen damit sammelte, eigene Gewerbeimmobilien erfolgreich umzunutzen und zu vermieten. Nun baue er sich ein weiteres berufliches Standbein auf, indem er Unternehmer bei der Umsetzung von Veränderungsprozessen im Betrieblichen begleite, von der ersten Überlegung über die Planung bis hin zur konkreten Umsetzung. Er sei mit Andree Schwieder, Geschäftsführer der AS Autohaus Sulingen GmbH. zusammengetroffen, erinnert sich Jan Schwabe, und dabei habe man Gedanken ausgetauscht über „all das, was auf die Automobilbranche zurollt.“

Die Aussichten für ein nicht markengebundenes Autohaus mit Werkstatt beschreibt Andree Schwieder als zunehmend düster: Das vom Autohaus Sulingen gewohnte Angebot an qualitativ hochwertigen Fahrzeugen in allen Preisbereichen sei zunehmend schwieriger zu bekommen, und die zum 1. Januar 2022 in Kraft tretenden gesetzlichen Veränderungen machten die Situation für Gebrauchtwagenhändler noch schwieriger. Darüber hinaus sorge das Thema Elektromobilität für Unsicherheit: „Ich müsste dafür extrem in Personal und Werkstattausrüstung investieren“, so Andree Schwieder, aber viele Wartungsarbeiten wie Ölwechsel, Bremsenservice oder Arbeiten an der Auspuffanlage fielen bei Elektrofahrzeugen weg, obwohl sie großen Anteil an der Wirtschaftlichkeit der Werkstatt hätten.

Nachfolgeregelung bestand bereits

Zwar habe er für sein Unternehmen bereits eine Nachfolgeregelung getroffen, aber „ich bin 53 Jahre alt und weiß nicht, ob ich das mir und meiner Familie noch zumuten möchte.“ Daher habe er immer wieder über die Zukunftsperspektive für sein Autohaus nachgedacht. „Richtig konkret wurde es aber erst nach dem Gespräch mit Jan.“

Damit endet an diesem Standort eine mehrere Jahrzehnte währende Geschichte als Autohaus: Angesiedelt als Opel-Autohaus der Sulinger Familie Wiegmann, lebte es ab 2000 weiter als Autohaus Gratz, bevor Andree Schwieder es Ende 2010 übernahm.

Suche nach regionalen Partnern für Nutzung der Immobilie

Gemeinsam mit Andree Schwieder habe er nach leistungsfähigen, regionalen Partnern gesucht, die die Immobilie übernehmen, so Jan Schwabe. Es habe noch weitere, ernst zu nehmende Interessenten gegeben, aber die Entscheidung für Heinfried Hinrichs und Timo Stratmann von Habighorst Motorgeräte habe Andree Schwieder rasch getroffen, weil er darin eine gute Perspektive sehe.

Einen Umzug für den seit 1997 an der Barenburger Straße 2 in Sulingen ansässigen Betrieb habe man schon länger überlegt, sagt Heinfried Hinrichs, denn „das ist mit der Zeit viel zu klein geworden.“ Das wirke sich stark auf den Arbeitsalltag aus, ergänzt Timo Stratmann, denn man benötige pro Tag alleine vier Mannstunden, um morgens alle Maschinen und Geräte nach draußen zu schieben und sie zum Feierabend wieder hinein zu holen. Stehen dem Unternehmen mit seinen elf Mitarbeitern bisher inklusive Außengelände knapp 3 000 Quadratmeter zur Verfügung, werden es künftig 10 000 Quadratmeter sein.

Zwei Unternehmen an einem Standort

Genutzt werden soll die Fläche einerseits für die gewohnten Leistungen rund um Verkauf und Wartung von Maschinen für Forst und Garten, andererseits für den Verleih, Verkauf und Service von Baumaschinen für Gewerbe und Privat, die Timo Stratmann seit 2008 zusätzlich unter der Firmierung Stratmann Maschinen betreibt. Für beide Zwecke ist auch die Lage an der Nienburger Straße als meistbefahrene Zufahrtsstraße Sulingens ein wichtiger Punkt. „An der Barenburger Straße war die Lage auch gut, deswegen sind wir da so lange geblieben“, erklärt Heinfried Hinrichs, „uns im Industriegebiet zu verstecken, hätte keinen Sinn.“

Der Wechsel wird sich jedoch nicht abrupt vollziehen: Geplant ist, dass ab dem 1. März Heinfried Hinrichs und Timo Stratmann zu den gewohnten Öffnungszeiten am neuen Standort zu finden sind. Das Autohaus Sulingen wird jedoch bis zum 30. Juni hier seine Geschäftstätigkeit sowohl in Service als auch in Verkauf fortführen.

Prüfstation des TÜV Nord bleibt vor Ort

Den Mitarbeitern das mitzuteilen, habe ihm am meisten wehgetan, bekennt Andree Schwieder, denn mit einigen von ihnen arbeite er schon mehr als 20 Jahre zusammen.

Für alle werde jedoch eine adäquate Lösung gefunden; der Auszubildende zum Kaufmann für Büromanagement schließe seine Ausbildung rechtzeitig ab, und die beiden Kfz-Mechatroniker in Ausbildung könnten ihre Lehre in anderen Betrieben abschließen.

Vom Wechsel unberührt bleibt die Prüfstation des TÜV Nord vor Ort: Sie bietet ihre Dienste weiter unverändert an.

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