Radfahrer auf den Sulinger Fahrbahnen 

Radfahrer: Für Autofahrer ein Ärgernis

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Radfahrer auf den Fahrbahnen im Stadtgebiet werden immer mehr zum Ärgernis für Autofahrer. Die Polizeibeamten Sonja Fehrs und Reiner Bergmann sowie Bürgermeister Dirk Rauschkolb sagen: „Da gehören sie hin.“ 

Sulingen - Dem Autofahrer nach wie vor ein Greuel, laut Polizei „absolut richtig“: Nachdem Bürgermeister Dirk Rauschkolb vor über zwei Jahren auf Forderung des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (zumindest pro forma) die Fahrradwege aus dem Stadtgebiet verbannt hatte, ziehen Radfahrer, die sich auf den Fahrbahnen der Hauptverkehrswege bewegen, nach wie vor den Zorn motorisierter Verkehrsteilnehmer auf vier und mehr Rädern auf sich. „Zu unrecht“, sagen Polizeikommissarin Sonja Fehrs und Polizeihauptkommissar Reiner Bergmann unisono. Dirk Rauschkolb nickt.

Mitarbeiter des städtischen Bauhofes hatten, ab Anfang des Jahres 2014, nach und nach die Beschilderungen der bisher getrennten Fußweganlagen durch das Zeichen 239, Fußgänger, ersetzt. Ergänzt wurde dabei das Zeichen 239 durch ein Zusatzschild mit schwarzer Schrift auf weißem Grund, das Radfahrern freistellt, zwischen Gehweganlagen und Fahrbahn zu wählen (wir berichteten). Aber: „Auf dem Gehweg ist eine Anpassung der Geschwindigkeit an das Tempo der Fußgänger geboten“, erklärt Polizeihauptkommissar Bergmann. „Und der Radfahrer übernimmt die Verantwortung für die schwächeren Fußgänger.“

Dass sich vermehrt Radfahrer dazu entscheiden, die Fahrbahn der Gehweganlage vorzuziehen, sei durchaus legitim. Polizeihauptkommissar Wolfgang Rehling, Verkehrssicherheitsberater der Polizeiinspektion Diepholz, bestätigt sie in ihren Entscheidungen: „Fahrradfahrer sind auf der Fahrbahn sicherer aufgehoben, als auf den Nebenanlagen, weil sie dort von Autofahrern gesehen werden. Das beweisen die Statistiken. 80 Prozent aller Unfälle im Landkreis Diepholz, an denen Radfahrer beteiligt sind, ereignen sich auf Nebenanlagen.“ Wenn Radfahrer auf Gehweganlagen zugelassen werden sollen, sei es wichtig, diese auf die rechte Straßenseite zu lenken; in Fahrtrichtung gesehen. „Links werden sie überhaupt nicht wahrgenommen. Auch das beweist die Statistik.“

Wüst beschimpft und bewusst gefährdet

Bürgermeister Dirk Rauschkolb, selbst nicht selten auf zwei Rädern in der Stadt unterwegs, kennt die Situationen, in denen Autofahrer Radfahrer beschimpfen oder zum Teil sogar bewusst gefährden; aus eigenen Erfahrungen. „Ich habe kein Verständnis dafür. Wenn man gegenseitig aufeinander Rücksicht nimmt, geht vieles einfacher.“ Polizeikommissarin Sonja Fehrs spricht von Nötigung, räumt aber ein, dass Beweise oft schwer herbeizuführen seien. Sie und Reiner Bergmann setzen auf Prävention. „Aufklärung ist das A und O.“

2011 schon war der ADFC bei der Sulinger Stadtverwaltung vorstellig geworden – und hatte auf verschiedene Mängel im städtischen Verkehrsnetz hingewiesen; unter anderem auf die Gefährdung von Radfahrern auf den so genannten Nebenanlagen. „Vor allem in den Bereichen, wo es viele Grundstückseinfahrten und Einmündungen gibt“, erklärt Dirk Rauschkolb. Die Thematik sei dann immer wieder bei verschiedensten Verkehrsschauen aufgegriffen worden. „Heute sage ich: Das Konzept hat sich bewährt.“

Reiner Bergmann: „Uns ist wichtig, dass es eine einheitliche Regelung für die ganze Stadt gibt.“ Kollegin Polizeikommissarin Sonja Fehrs: „Auch mit Blick auf Verkehrsanfänger oder auch Flüchtlinge. Die brauchen eindeutige Regelungen, die in Fleisch und Blut übergehen.“ 

oti

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