Ausstellung „Gemeinsam unterwegs“

Hospizdienst will Mut machen zur Auseinandersetzung mit dem Tod

Zwei Frauen halten ein Plakat für eine Veranstaltung in die Kamera.
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Für die Ausstellung werben die Hospizdienst-Koordinatorinnen Brigitte Book (links) und Elke Borghorst.

Sulingen – Die Sankt-Nicolai-Kirche in Sulingen wird zur Galerie: Vom 22. bis 28. November zeigt der Ambulante Hospizdienst „Sulingen und umzu“ im Sulinger Land hier in Zusammenarbeit mit der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Sulingen die Ausstellung „Gemeinsam unterwegs“.

Die Schau umfasst zwölf Werke des als „Inselmaler von Langeoog“ bekannten Künstlers Anselm Prester mit dazu passenden Zitaten aus Texten des Liedermachers Rolf Zuckowski. Inhaltlich orientiert sie sich an der im Lukas-Evangelium festgehaltenen biblischen Geschichte der Jünger, die dem auferstandenen Jesus in Emmaus begegnen, ohne ihn zu erkennen. Seit 2017 wird sie als Wanderausstellung in Deutschland gezeigt, und dank der „Hospiz Stiftung Niedersachsen“, mit Unterstützung der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover und der VGH Versicherungen, ist sie seit August an 13 Orten in Niedersachsen zu sehen.

Mit der Ausstellung verfolge der Hospizdienst zwei Ziele, sagt Brigitte Book, ebenso wie Elke Borghorst Koordinatorin des Dienstes: Zum einen wolle man das Angebot wieder etwas bekannter machen, zum anderen gebe es bei vielen noch eine Hemmschwelle, wenn sie vom Ambulanten Hospizdienst hörten. Dabei solle die Begleitung durch die ehrenamtlichen Helfer selbstverständlicher werden. Viele wollen das Thema Tod nicht ansprechen, weiß Elke Borghorst: „Jeder hat Angst vorm Sterben, aber durch die Beschäftigung mit dem Thema wird die Angst weniger.“ Zwar solle die Ausstellung Vergänglichkeit zeigen, führt Brigitte Book aus, aber sie solle auch Mut machen, sich damit auseinanderzusetzen: „Wenn man sich darauf einlässt, kann man auf eine andere Tiefe kommen.“

Eröffnung am 22. November um 18 Uhr

Eröffnet wird die Ausstellung am Montag, 22. November, um 18 Uhr mit einem Gottesdienst in der Sankt-Nikolai-Kirche. Heinz Domdey, Geschäftsführer der „Hospiz Stiftung“, wird in die Ausstellung einführen und Rainer Arend begleitet die Veranstaltung mit Liedern von Rolf Zuckowski auf der Gitarre. Ehrenamtliche des Hospizdienstes gestalten den Gottesdienst mit und stehen im Anschluss für Fragen zur Begleitung zur Verfügung.

Bis einschließlich Sonntag, 28. November, wird die Kirche täglich von 14 bis 16 Uhr für Ausstellungsbesucher geöffnet sein. Jeden Tag werden zu dieser Zeit zwei Ehrenamtliche des Hospizdienstes vor Ort sein, um Fragen zu beantworten. Der Dienst erweitert die Ausstellung um eine Leinwand, auf der eine „Wortwolke“ entstehen soll: Zu einem in der Mitte platzierten Stichwort können die Ausstellungsbesucher ihre Gedanken darauf notieren.

Hospizdienst verstärkt seine Aktivitäten wieder

Neben der Ausstellung hat der Ambulante Hospizdienst seine Aktivitäten wieder verstärkt, nach den Einschränkungen durch die Pandemie. Die Begleitung Sterbender sei zurückgegangen, weil viele Familien Angst gehabt hätten, Fremde ins Haus zu lassen, berichtet Elke Borghorst. Inzwischen leiste man jedoch wieder um die 20 Begleitungen pro Monat und habe derzeit 43 ausgebildete Hospizbegleiter. „Wir haben viele Ehrenamtliche, die gerne wieder begleiten wollen“, fügt Brigitte Book hinzu, zudem laufe gerade wieder, in Kooperation mit dem Hospizdienst Syke, ein Qualifizierungskursus mit zwölf Teilnehmern. Für sie beginne nun die bis März dauernde Praxisphase.

Mit großem Andrang habe im September wieder das monatliche Trauercafé in Sulingen begonnen: „Man hat gemerkt, dass es in der Bevölkerung Bedarf gibt, über Trauer zu reden.“

Das Wichtigste aus dem Landkreis Diepholz: Immer samstags um 7:30 Uhr in Ihr Mail-Postfach – jetzt kostenlos anmelden.

Wieder ausgeweitet werden soll auch die Öffentlichkeitsarbeit: Es sei wichtig, zu vermitteln, dass der Ambulante Hospizdienst, das stationäre Hospiz „Zugvogel“ und der Palliativstützpunkt im Landkreis Diepholz unterschiedliche Einrichtungen sind, sagt Elke Borghorst: „Wir arbeiten zwar eng zusammen, aber wir haben unterschiedliche Aufgaben.“ Beim Erfüllen dieser Aufgaben sei man auch immer dankbar für Spenden, denn die Hospizbegleitung geschehe ehrenamtlich.

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