Unsicherheit prägt weiter die Planungen

Ausgelassene Stimmung im Sulinger „Musikladen“

Darsteller und Band auf der Bühne.
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Auf eine unterhaltsame musikalische Zeitreise nahmen die Akteure das Publikum im Sulinger Stadttheater mit in die Welt des „Musikladens“.

Sulingen – Die Sendung „Musikladen“ von Radio Bremen prägte für zwölf Jahre, von 1972 bis 1984, die Wahrnehmung von Pop- und Rockmusik in Deutschland. Mit seiner gleichnamigen Produktion versetzte das Ensemble des Westfälischen Landestheaters auf Einladung des Kulturvereins Sulingen das Publikum im Sulinger Stadttheater zurück in diese Zeit.

Dabei nahmen die Akteure viele Elemente der beliebten Musiksendung auf: Hauptsache waren die Auftritte internationaler Stars wie David Bowie, Queen, Motörhead, Roxy Music oder Meat Loaf, von den Darstellern und der Liveband gelungen in Szene gesetzt und von den Zuschauern lautstark beklatscht. Großen Anteil daran hatte Tankred Schleinschock, von dem nicht nur die Inszenierung stammte, sondern der neben der Band auch noch energisch das Publikum anheizte, wobei es ihn kaum hinter seinen Keyboards hielt.

Ebenso riefen die Darsteller die Einlagen von Insterburg & Co. mit Sketchen und Liedern in Erinnerung, und auch die Wahl eines Oldies durch die Zuschauer fehlte nicht. Über mehr als zwei Stunden unterhielt das Ensemble sein Publikum und hätte dafür ein volles Haus verdient gehabt – wenn die Umstände es zugelassen hätten.

Erste Abendveranstaltung unter „2G plus“

Für den Kulturverein war es die erste Abendveranstaltung, die nach der seit dem 1. Dezember geltenden „2G plus“-Regel ablief – Zutritt erhielten also nur nachweislich Geimpfte und Genesene, die zudem einen negativen Corona-Test vorweisen konnten, der nicht älter als 24 Stunden sein durfte. Für Geschäftsführerin Ariane Hanselmann bedeutete das noch einmal zusätzlichen Aufwand, sowohl im Umgang mit dem zahlenden Publikum als auch mit den Künstlerinnen und Künstlern. Sie habe im Vorfeld mit allen Agenturen gesprochen, aber das sei unproblematisch: „Die Ensembles sind durch die Bank durchgeimpft und lassen sich vorher testen.“

Eine andere Baustelle ist das Catering, also die Verpflegung der Ensembles. Im Fall des „Musikladens“ reisten immerhin mehr als 32 Personen an – neben den Darstellern und der Live-Band auch Techniker, Maskenbildner, Bühnenbauer und andere Mitwirkende des Theaters. „Wir haben Glück, weil Karin Maschmann das Catering macht“, sagt Ariane Hanselmann.

Großer Mehraufwand für Veranstalter

Die neue Regel sorgt aber vor allem im Umgang mit den Besuchern für einen deutlichen Mehraufwand. „Die Kontrollen abends sind unglaublich aufwendig, alles andere hält sich in Grenzen.“ Glücklicherweise habe die Landesregierung am Freitag die Testpflicht für die Menschen aufgehoben, die bereits ihre Auffrischungsimpfung erhalten haben – „was für eine Erleichterung!“

Alles andere – dahinter verbergen sich unter anderem das Erstellen und Anpassen der Hygienekonzepte für die jeweilige Veranstaltung inklusive der Sorge darum, dass die Konzepte auch von allen eingehalten werden, insbesondere aber unzählige Telefonate. Pro Veranstaltung komme sie so auf zehn Arbeitsstunden, überschlägt die Geschäftsführerin. Jetzt seien es deutlich mehr Stunden als im Sommer, der ohnehin ruhiger sei. Es seien aber nicht insgesamt mehr Stunden, sondern sie verteilten sich anders: „Ich bin da flexibel.“ Während der Saison balle sich das sowieso, zumal sie schon die kommende Spielzeit plane.

Unsicherheit bei den Besuchern

Einen Großteil der Telefonate machen die Anfragen von Zuschauern aus: „Meist wird gefragt, wo sich die Leute testen lassen können.“ Die Rückgabe bereits verkaufter Karten halte sich dagegen in Grenzen. Manche seien schlicht genervt von den ständigen Terminverschiebungen, aber viel habe auch mit der Angst vor einer möglichen Ansteckung zu tun.

Oftmals könne sie die Menschen, die sich unwohl fühlen, aber wieder beruhigen, indem sie ihnen erläutere, unter welchen Voraussetzungen die Plätze im Stadttheater und in der Alten Bürgermeisterei vergeben werden. „Wir haben auch unter 2G, als es keine Einschränkung für die Besucherzahl mehr gab, immer Platz zwischen den Leuten gelassen.“

Auslastung nur bei knapp 25 Prozent

Mit dieser „Schachbrett-Belegung“ verbunden sei aber die Einschränkung auf maximal 50 Prozent der eigentlich verfügbaren Plätze. Und trotzdem habe es bisher in dieser Spielzeit nur zwei ausverkaufte Veranstaltungen gegeben – die beiden Aufführungen des Kindertheaters „Urmel aus dem Eis“ im Oktober. Wobei „ausverkauft“ in diesem Fall tatsächlich heißt, dass statt der eigentlich 120 möglichen Karten in der Alten Bürgermeisterei jeweils nur 60 Karten verkauft werden konnten. Das wirkt sich auf die Zahlen insgesamt aus: Statt einer „gesunden Auslastung“ von 80 bis 90 Prozent für die Veranstaltungen in beiden Sulinger Spielstätten wie in den Jahren vor der Pandemie habe der Kulturverein im Moment eine Auslastung von knapp 25 Prozent.

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