Mühle Labbus am „Tag des Denkmals“ geöffnet / Interessierte Besucher

Auch ohne Kappe ein Hingucker

296946 Wiegungen wurden gezählt, die letzte 1987, als die Mühle geschlossen wurde.

Sulingen – Das Interesse an der Mühle Labbus ist ungebrochen. Vor allem aber: Das Alter der Interessenten sinkt. Der jüngste Besucher, mit dem Aileen Hansing über das Müllerhandwerk in historischem Ambiente gefachsimpelt hat, war drei Jahre alt. Am Tag des Denkmals verbringt auch der erst 20-jährige Jannik Westermann aus Thedinghausen seinen freien Sonntag im Sulinger Ortsteil, führt Besucher durch die Etagen, erklärt den Stand der Technik, der Restauration und beantwortet, was sonst noch an Fragen auf den Mahlstein kommt.

Der steht nämlich still. Gerade erst ist der Motor ausgefallen, musste zur Instandsetzung und Generalüberholung in die Fachwerkstatt gebracht werden. Die Mühlenfreunde hoffen, dass sie ihn in zwei Wochen wieder einbauen können. Die Vielzahl an technischen Elementen im Inneren der Mühle frönen eben nicht einem Dornröschen-Schlaf. Zwar befinde sich die Restauration der Mühle immer noch in Bauphase eins, aber letztlich verbringen die Mühlenfreunde ihre Zeit damit, Arbeitsschritte aus Bauphase drei, die eigentlich als letztes durchgeführt werden sollte, bereits jetzt umzusetzen. Kleinere Reparaturen gehören dazu, ebenso, Geräte herzurichten. Einzelteile, Einzelelemente, die – das ist das Ziel – irgendwann wieder ein funktionierendes Ganzes ergeben. Es gibt keine Eile und kein zeitliches Limit.

Jannik Westermann kann derweil von anderen Mühlen erzählen, bringt deren Aufbau und Wirkungsweisen mit in das gesammelte Müllerwissen der des Mühlenvereins Labbus ein. In der Welt der Mühlenfreunde kennen die ihre noch existierenden Gebäude und deren individuelle Details. Da fließen dann die Arbeiten an der im Sturm zerstörten Zwillingsmühle in Greetsiel oder der ebenfalls im Wiederaufbau befindlichen Mühle in Wrixum auf Föhr schnell ein in die Unterhaltung.

Die Wrixumer Mühle übrigens hat dieselbe Werkstatt wie auch die Sulinger: Die Kappe für die Mühle Labbus wird ebenfalls in Winsen an der Luhe hergestellt, gerechnet werde damit, sie vielleicht zum Jahresende geliefert zu bekommen. Der Windrosenbock sei komplett, die Grundbalken fertig, die Stahlprofile seien Standard – allein die Auftragsbücher der Firma seien übervoll. Die Wartezeit seit der Demontage der Kappe wird für jene Arbeiten rund um und im Gebäude genutzt, die durch die Mitglieder des Fördervereins geleistet werden können.

Über 100 Personen gehören laut Aileen Hansing aktuell diesem Freundeskreis an. Solide Arbeit wird im Hinblick auf die Finanzierung geleistet: Bauphase eins, die Kappe, ist gesichert, auch dank Zuschüssen und Spenden. In Bauphase zwei steht der Neuaufbau der Galerie auf dem Programm, die wichtig ist für die Bedienung der Bremse und der Jalousienklappen der Flügel sowie der Flügel, natürlich. Anvisiert sind dafür 125 000 Euro, bei Gesamtkosten, die derzeit mit gut 250 000 Euro angenommen werden.  sis

Weitere Informationen

über die Mühle Labbus, Baufortschritte, Führungen und wie man die Arbeiten finanziell unterstützen kann finden sich auch auf der Homepage des Mühlenvereins Labbus unter www.labbusmuehle.de. Besichtigungen und Mühlenführungen sind unter Tel. 0 42 71 / 10 20 oder per E-Mail an verein@labbusmuehle.de zu vereinbaren.

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