Alexandra Löwen steht in Sulingen zwei Flüchtlingsfamilien als Patin zur Seite

Auch Jüngere können helfen

Flüchtlingspatin Alexandra Löwen mit Gymnasiastin Miryam Ibrahim, die gelegentlich als Dolmetscherin einspringt, und Familie Cheick Khamis: Ahmad, Mohammad, Iman Misto und Wafa (von links). - Foto: Kurth-Schumacher

Sulingen - „Ich habe noch Kräfte frei, was kann ich tun?“, hatte sich Alexandra Löwen, Erzieherin in der Kinderkrippe Zauberland, im Herbst vergangenen Jahres gefragt. Als sie hörte, dass die Sulinger Flüchtlingsinitiative Unterstützung braucht, bot sie spontan ihre Hilfe an. Berührungsängste oder Sorge vor Verständnisschwierigkeiten habe sie nie gehabt, sagt die 23-Jährige: „Ich bin da sehr offen.“

Die Entscheidung, sich zu engagieren, habe sie nie bereut, betont Alexandra Löwen. Mittlerweile betreut sie zwei vierköpfige Familien, aus Syrien und dem Irak. Ahmad Cheick Khamis, seine Ehefrau Iman Misto und die Kinder Mohammad (6) und Wafa (3) wissen zu schätzen, dass sie in Alexandra Löwen eine feste und zuverlässige Ansprechpartnerin haben. Nicht zuletzt das sei ein Grund dafür, dass sie sich in Sulingen wohlfühlen.

Nach anderthalb Monaten Unterbringung in der Erstunterkunft Twistringen erhielt die Familie vor vier Monaten in Sulingen eine feste Bleibe auf Zeit. „Uns geht es gut hier“, unterstreicht Ahmad Cheick Khamis: „Wir sind dankbar, dass wir hier in Sicherheit sind. Aber natürlich vermissen wir unsere Angehörigen, unsere Heimat. Und wenn dort kein Krieg wäre, wären wir nicht hier.“

In welchen Situationen ist Alexandra Löwens Unterstützung gefragt? „Vieles ergibt sich von selbst“, erklärt sie. Schriftliche Benachrichtigungen von Behörden sind für die arabisch sprechende Familie Briefe mit „sieben Siegeln“ und Besuche im Krankenhaus Vechta, wo Mohammad eine Woche lang stationär behandelt wurde, wären angesichts der fehlenden Verkehrsverbindung ohne ihre Hilfe nicht zu realisieren gewesen. In der Regel besucht Alexandra Löwen die Familie einmal wöchentlich. Und nach Bedarf.

„Es ist schön, wenn man hier und da weiterhelfen kann“, sagt sie. Gut aufgehoben fühlt sie sich im Team der Sulinger Flüchtlingspaten: „Wenn Fragen auftauchen, ist immer jemand da, der eine Lösung parat hat.“ Hilfreich seien auch die beiden Sozialarbeiterinnen im TAFF, die in Flüchtlingsangelegenheiten professionelle Unterstützung anbieten, sowie Miryam Ibrahim, Schülerin des Gymnasiums Sulingen, die gelegentlich als Dolmetscherin einspringt.

Die Verständigung funktioniere immer besser, lobt Alexandra Löwen Familie Cheick Khamis. Die Eltern nehmen jede Gelegenheit wahr, sich Deutschkenntnisse anzueignen – sie nutzen Angebote von außen oder lernen in Eigeninitiative. Auch Mohammad und Wafa, die die Kita „Villa Kunterbunt“ besuchen, haben durch den Umgang mit anderen Kindern schnell Fortschritte gemacht.

Thekla Löchel, Sprecherin der Sulinger Flüchtlingsinitiative, hofft auf weitere Verstärkung des Flüchtlingspaten-Teams: „Wir freuen uns über neue Mitstreiter jeden Alters.“ Das Beispiel von Alexandra Löwen zeige, dass auch junge Menschen dieser Aufgabe sehr wohl gewachsen sind. Wer interessiert daran ist, eine Patenschaft zu übernehmen, erhält von Thekla Löchel weitere Informationen. Sie ist unter Tel. 01 70 / 6 76 51 07 zu erreichen. - mks

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