Yulia Pschunder eröffnet Praxis für Allgemeinmedizin in Sulingen

Auch digitaler Kontakt mit Patienten

Auf die Eröffnung der Praxis freuen sich Anna-Lena Schwenker, Yulia Pschunder, Kira Brunkhorst und Olga Gabriel (von links).
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Auf die Eröffnung der Praxis freuen sich Anna-Lena Schwenker, Yulia Pschunder, Kira Brunkhorst und Olga Gabriel (von links).

Sulingen – Die Räume sind eingerichtet, das Team ist motiviert – nur die Deckenlampen sind noch nicht vollständig, aber das wird bis zur Eröffnung der Praxis der Fall sein: Ab dem 1. Oktober praktiziert Yulia Pschunder in Sulingen als Allgemeinmedizinerin.

Gut 200 Quadratmeter umfassen die Praxisräume im Erdgeschoss des Neubaus Schmelingstraße 56. Vom Empfang führt der Weg in den Warteraum, der neben herkömmlichen Sitzgelegenheiten auch Arbeitsmöglichkeiten inklusive Patienten-WLAN bietet. Ein Untersuchungszimmer findet sich neben dem Labor, gefolgt zwei Besprechungszimmern. Als Besonderheit hebt die Ärztin das Verbandszimmer hervor, das ausschließlich der Wundversorgung dient und mit einer speziellen UV-Lampe keimfrei gehalten wird.

Gut zwei Monate hätten die Vorbereitungen gedauert, berichtet die 45-Jährige, und viele Dinge in der hell und modern gestalteten Praxis habe ihr Ehemann Mario dabei übernommen, beispielsweise den Tresen am Empfang gebaut. Vor allem habe er sich um die Elektronik gekümmert – „er ist ja Computerfachmann.“ Die Digitalisierung soll auch eine wichtige Rolle in der täglichen Arbeit spielen, „damit meine Mitarbeiter und ich mehr Zeit für die Patienten haben.“ So können Termine auch online vereinbart werden über die Internetseite (www.arztpraxis-pschunder.de), der klassische Weg über das Telefon (0 42 71/ 9 56 09 00) ist ab sofort ebenfalls möglich.

Ganz besonders legt die Sulingerin ihren künftigen Patienten die Nutzung der Smartphone-App „x.patient“ ans Herz: „Damit wollen wir den Dialog mit den Patienten erleichtern.“ Viele Dinge könnten damit ohne Wartezeit erledigt werden. Auch Videosprechstunden auf diesem Weg seien denkbar – Hausbesuche werde es dennoch geben. Für die Installation der App gebe es auf der Internetseite der Praxis eine Anleitung, „aber wir helfen auch gerne hier vor Ort.“

Eigentlich ist sie Chirurgin

Eigentlich sei sie Chirurgin. Seit mehr als zehn Jahren lebe sie in Sulingen, und ihr sei aufgefallen, dass es hier viele gute Chirurgen gebe – die Zahl der Allgemeinmediziner aber abnehme, erklärt Yulia Pschunder, wie der Gedanke entstand, sich mit einer Hausarztpraxis selbstständig zu machen. Dafür kann sie auf eine Fülle an Erfahrungen in der Medizin zurückblicken: Geboren in Potsdam, wuchs sie in Moskau auf und nahm im 17. Lebensjahr eine Tätigkeit auf als Krankenschwester auf der Intensivstation einer Klinik. Anschließend studierte sie in der russischen Hauptstadt Medizin, arbeitete in ihrer Freizeit – vermittelt durch einen sportbegeisterten Dozenten – als Ringärztin beim Boxen, unter anderem bei Weltmeisterschaften. Nach dem Studium legte Yulia Pschunder 2006 die Prüfung zur Fachärztin für Allgemeinchirurgie ab, und 2015 folgte die Weiterbildung zur Allgemeinmedizinerin.

„Wichtig ist mir die frühzeitige Prävention durch Impfung und Vorsorgeuntersuchungen, damit Krankheiten vielleicht schon im Vorfeld verhindert werden können“, betont die Ärztin. Dazu gehörten unter anderem auch Hautkrebsscreening und Ultraschalluntersuchungen in der Praxis. Weiter werde es die Möglichkeit von Lungenfunktionsdiagnostik geben, sowie DMP-Programme für Diabetes mellitus Typ II, koronare Herzerkrankungen, Asthma und COPD. Zusätzlich biete sie den Patienten die hausarztzentrierte Versorgung (HZV), bei der die Praxis für die Patienten die Koordination mit den Fachärzten übernimmt und zentral die Befunde sammelt.

Das Praxisteam umfasst neben Yulia Pschunder die beiden medizinischen Fachangestellten Anna-Lena Schwenker und Kira Brunkhorst sowie Reinigungskraft Olga Gabriel. Die Vorbereitungen seien interessant gewesen, sagt die Ärztin, „aber jetzt freuen wir uns auf die Arbeit mit den Patienten.“

Sprechstunde und mehr per App

Die Kommunikation zwischen Ärzten und Patienten erleichtern soll die App „x.patient“, die auch in der Praxis von Yulia Pschunder zum Einsatz kommen soll. Diese Anwendung, entwickelt vom Hersteller für Praxissoftware „Medatixx“ in Zusammenarbeit mit dem Pharma-Unternehmen Ratiopharm, ist kostenlos verfügbar für Smartphones, sowohl in einer Version für Android als auch für iOs. Patienten müssen für ein Folgerezept nicht mehr in der Praxis anrufen, sondern können es über die App anfordern. Auf diesem Weg lassen sich Dokumente wie Arztbriefe oder Fotos schicken, Werte wie Gewicht oder Blutdruck können übermittelt und auch Nachrichten gesendet werden, wobei die Nutzer sehen, ob ihre Mitteilung erhalten wurde. Umgekehrt kann das Praxisteam beispielsweise den Patienten einen Medikationsplan senden und sie auf Wunsch automatisch an die Einnahme erinnern lassen. Ebenfalls lassen sich Informationen wie Sprechzeiten oder Praxisurlaube rasch an die Nutzer der App übermitteln.

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