Förderung wird 2018 eingestellt

„ExxonMobil“ informiert in Campen über Bohrung

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Dr. Thorsten Hinz, Leiter der Unternehmenskommunikation von „ExxonMobil“ (links), und Projektleiter Wolfgang Köbe bei der Begrüßung.

Campen - Die Bohrstelle „Siedenburg Z 11“, Betriebsstätte der „ExxonMobil“ nördlich der Ortschaft Campen (Gemeinde Borstel), hat ihr Soll erfüllt: Mitte nächsten Jahres wird die Erdgasförderung eingestellt, ab 2021 soll hier Lagerstättenwasser in rund 3 000 Meter Tiefe zurückgeführt werden.

Im Rahmen der frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung hatte das Unternehmen Anlieger und interessierte Gäste zu einem Informationsabend am Mittwoch in die Gaststätte Bückmann eingeladen. „Wir haben uns bewusst gegen eine Frontalpräsentation entschieden“, sagte Pressesprecher Klaus Torp und stellte 14 Mitarbeiter vor, die den Besuchern in individuellen Gesprächen Rede und Antwort standen.

Entsprechend der neuen gesetzlichen Auflagen ist ein Planfeststellungsverfahren mit Umweltverträglichkeitsprüfungen und Öffentlichkeitsbeteiligung Pflicht. „Wir wollen ihnen in einem sehr frühen Stadium der Planung Orientierung geben“, erklärte Dr. Thorsten Hinz, Leiter der Unternehmenskommunikation, bei der Begrüßung.

7,4 Milliarden Kubikmeter aus einer Bohrung

Die Bohrstelle „Siedenburg Z 11“ gilt als eine der erfolgreichsten Bohrungen. Seit ihrer Inbetriebnahme im Jahr 1972 wurden hier rund 7,4 Milliarden Kubikmeter Erdgas gefördert. Mit dieser Menge könnten alle Haushalte im Landkreis Diepholz 55 Jahre lang mit Erdgas versorgt werden. 

Laut Projektleiter Wolfgang Köbe ist die Bohrung für die Verpressung von Lagerstättenwasser bestens geeignet: „Das Bodenprofil ist ideal, auch die verkehrsgünstige Lage der Betriebsstätte spricht dafür.“ 2018 sollen die Fördereinrichtungen weitgehend abgebaut und im Nachgang für die Lagerstättenwasser-Verbringung mit entsprechenden Anlagen umgerüstet werden.

„Wir gehen zu 100 Prozent davon aus, dass die Genehmigung erteilt wird“, versicherte Dr. Thorsten Hinz auf Nachfrage aus der Reihe der 40 Zuhörer. Laut Planung wird die Anlage „spätestens ab August 2021“ über 25 Jahre täglich von acht Tankkesselwagen angefahren, die Lagerstättenwasser aus der laufenden Produktion anderer Standorte anliefern.

Das Interesse der Verwaltung konzentrierte sich auf die verkehrliche Erschließung, etwa im Zusammenhang mit dem geplanten Ausbau der Bundesstraße 214. Anregungen zum Projekt nimmt die Pressestelle der „ExxonMobil“ (Riethorst 12, 30659 Hannover) bis zum 24. November unter dem Stichwort „Siedenburg Z 11“ entgegen (E-Mail: pressestelle.hannover@exxonmobil.com). Im Dezember beginnt die Vorbereitung der Anträge. Die Unternehmensführung rechnet damit, dass 2019 der Planfeststellungsbeschluss steht.

„Welche Auswirkungen hat das Projekt auf die Qualität des Grundwassers?“ Die Vertreter der „ExxonMobil“ stellten sich auch kritischen Fragen. Eine Einwohnerin aus der Nachbarschaft verwies auf erhöhte Krebsraten im Landkreis Rotenburg, wo laut Bürgerinitiative bis 2012 3,45 Millionen Kubikmeter Lagerstättenwasser entsorgt worden sind – mit negativen Auswirkungen auf die Qualität des Grundwassers. Sie erkundigte sich nach möglichen Alternativen. Die Reinigung des Lagerstättenwassers und die obertägige Entsorgung der Reststoffe mache energetisch keinen Sinn, erklärte Unternehmenssprecher Hans-Hermann Nack. Die genannten Bedenken seien der mangelnden Kenntnis der Sachlage geschuldet, man setze daher auf eine gute Informationspolitik. Die Anliegerin stellte fest: „Meine Fragen sind beantwortet, aber die Zweifel bleiben.“ - mks

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