Dinah Stollwerck-Bauer besucht Sulinger Land

ArL-Landesbeauftragte hat fast 400 000 Euro Fördermittel im Gepäck

Eine Gruppe von Menschen fährt auf Fahrrädern auf den Betrachter zu.
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Entlang des Sulinger Moores radelten Erich Schlamann, Dr. Frank-Peter Heidrich (Leiter Dezernat 2, ArL), Landesbeauftragte Dinah Stollwerck-Bauer, Thomas Baalmann und Bürgermeister Dirk Rauschkolb (von links).

Sulingen / Bahrenborstel – 19 Projekte in drei Tagen – so lautet das Besuchsprogramm von Dinah Stollwerck-Bauer, Landesbeauftragte des Amtes für regionale Landesentwicklung Leine-Weser (ArL) im Rahmen ihrer Sommerreise. Am Donnerstag macht sie dabei Station im Sulinger Land – und für den ersten Halt hat sie ein besonderes „Mitbringsel“ im Gepäck.

Im Rahmen einer Radtour entlang des Sulinger Moores übergibt sie Erich Schlamann als Vorsitzendem der Teilnehmergemeinschaft des Flurbereinigungsverfahrens Sulinger Moor einen Förderbescheid in Höhe von 392 250 Euro für Wegebaumaßnahmen im Zuge der Flurbereinigung. Dabei sollen am Rande der zur Sulinger Ortschaft Lindern gehörenden Ortsteile Brünhausen und Coldewey Wirtschaftswege auf einer Länge von insgesamt dreieinhalb Kilometern ausgebaut werden.

Die Ausschreibung für den Wegebau läuft, sagt Thomas Baalmann, ArL-Projektleiter des Flurbereinigungsverfahrens. Die Arbeiten würden voraussichtlich im August beginnen und etwa sechs Wochen dauern. Das Verfahren, dessen Ziel die Wiedervernässung des Moores ist, begann bereits im vergangenen Jahr mit dem Entfernen von Gehölzen (wir berichteten). Das sei bis auf letzte Restarbeiten abgeschlossen, nun werde das Errichten von Wällen ausgeschrieben, die das Regenwasser auf der Fläche halten sollen. Die Arbeiten könnten mit Rücksicht auf die Schlingnatter-Vorkommen vor Ort erst Ende August beginnen – „wenn es gut läuft, dauert es etwa bis Mitte November“, schätzt Baalmann.

Zunächst 1,5 Millionen Euro Kosten veranschlagt

Die Flurbereinigung umfasst 918 Hektar Verfahrensgebiet und 259 Teilnehmer. Die Kosten sind ursprünglich mit 1,5 Millionen Euro veranschlagt worden, wovon 75 Prozent von EU, Bund und Land getragen werden. Die Eigenleistung beim Wegebau übernimmt die Stadt Sulingen, während sich der Nabu-Ortsverein Sulingen bei den übrigen Maßnahmen beteiligt.

Bislang konzentriert sich die Wiedervernässung auf eine Fläche von 60 Hektar südlich des Schafdamms. Geplant sei, diesen Bereich auf 80 Hektar auszudehnen und auch 80 bis 120 Hektar nördlich des Schafdamms einzubeziehen, kündigt Baalmann an, aber das geschehe frühestens 2023. Die Hoffnung sei, am Rand auch noch einen Puffer zu schaffen zu den Flächen mit intensiver Grünlandnutzung.

„Es ist ein tolles Projekt, wo Naturschutz und Flurbereinigung zusammenarbeiten“, lobt die Landesbeauftragte.

„Ach, ist das gemütlich“: Dinah Stollwerck-Bauer im Gespräch mit Frank Scharninghausen im Feriendorf.

Dass ausgerechnet am Tag der Außentermine auf der Sommerreise das Wetter nicht mitspielt, macht nichts. Dinah Stollwerck-Bauer darf dafür bei der Bootsfahrt auf dem Dümmer ans Steuer und könnte nach all den Terminen ins gemachte Bett in Bahrenborstel fallen. „Ach, ist das gemütlich hier“, sagt die 44-Jährige, als sie eines der sechs Tiny Houses betritt, die Frank Scharninghausen als „Feriendorf Moorblick“ gerade eröffnet hat. Der Landwirt hat sich, auf der Suche nach einem Standbein außerhalb der Landwirtschaft, während der „Grünen Woche“ in die Holzhütten aus Estland verguckt.

Und einen saftigen sechsstelligen Betrag in das Feriendorf im Bahrenborsteler Ortsteil Hakenmoor investiert. Ein geschäftliches Risiko: „Ohne Förderung hätte ich das nicht gemacht“, sagt er heute. „Gut, dass wir solche Projekte durch eine Förderung anschieben können“, ist Dinah Stollwerck-Bauer sichtlich erfreut, dass ein touristisches Projekt wie das Feriendorf alle bürokratischen Hürden gemeistert hat.

Neues Highlight in der Samtgemeinde Kirchdorf

„Das ist ein neues Highlight in der Samtgemeinde Kirchdorf“, findet die gebürtige Kölnerin. Eine innovative Idee, die das Begleitteam der Landesbeauftragten vollends begeistert, darunter Jens Hilgemeyer vom Dezernat Strukturförderung ländlicher Raum und Dr. Frank-Peter Heidrich vom Dezernat „Regionale Landesentwicklung, EU-Förderung, Projektmanagement“. Die heimischen Akteure (Samtgemeindebürgermeister Heinrich Kammacher und Bürgermeister Matthias Stelloh sind vor Ort) überlassen Investor Scharninghausen gerne das Lob für eine gelungene touristische Attraktion mit Alleinstellungsmerkmal im ländlichen Raum. Spielplatz, Streuobstwiese, Wohneinheiten, Sauna – die Alpakas darf Dinah Stollwerck-Bauer füttern, das jüngste ist gerade fünf Wochen alt.

Die Auslastung an den Wochenenden im Juni und Juli sei mit 80 Prozent sehr zufriedenstellend. Und habe der Familie Scharninghausen erste Grenzen aufgezeigt. Etwa die Wäscheberge, die anfallen, wenn eben fast alles ausgebucht ist. Frank Scharninghausen, der sich immer noch als Landwirt sieht und nicht als Touristiker, bietet sich mit langsam ansteigenden Buchungszahlen die Chance, sich an den neuen Geschäftszweig zu gewöhnen.

„Das Feriendorf rundet unsere touristischen Destinationen ab“, erklärt Samtgemeindebürgermeister Kammacher. Die Hütten störten nicht in der Landschaft, es sei ein sanfter Tourismus. „Und im Herbst ziehen die Kraniche direkt über dem Feriendorf hinweg“, sagt Frank Scharninghausen.

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