Stichprobe in Sulingen

Arbeitgeber ermöglichen Homeoffice auch weiter: Flexible und attraktive Option im Job

Blick auf Schreibtisch mit ausgeschalteten Monitoren.
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In den ersten Monaten der Pandemie waren verwaiste Schreibtische in den Firmen ein häufiger Anblick, weil deren Nutzer im Homeoffice arbeiteten.

Sulingen – Das Stichwort Homeoffice ist für viele Unternehmen und Behörden erst mit Beginn der Pandemie ins Bewusstsein gerückt. Wie hat sich die Lage entwickelt – folgt die Rückkehr zur früheren Präsenzpflicht oder gibt es einen dauerhaften Wandel? Wir haben bei Arbeitgebern in Sulingen nachgefragt.

Seit gut fünf oder sechs Jahren gebe es die technische Ausstattung für das Homeoffice beim Landvolk-Kreisverband Grafschaft Diepholz, sagt Stefan Meyer, Pressereferent Agrarpolitik: „Wir hatten diese Option auch schon vor Corona, nur eben nicht in der Vielzahl.“ Infolge der Pandemie sei darauf geachtet worden, alle Büros nur mit einer Kraft zu besetzen – aber man habe schon gemerkt, dass die Option, wieder im Grünen Zentrum zu arbeiten, von viele gerne angenommen wurde, als dies wieder möglich war.

Aktuell arbeiteten von 64 Beschäftigten 25 „ab und zu im Homeoffice, manche mehr und manche weniger.“ Es hat sich aber etabliert, ist Stefan Meyer sicher, gerade für Mitarbeiter mit kleinen Kindern zuhause oder einer längeren Anfahrt zum Arbeitsplatz. Durch den engen Kontakt mit Mandanten und Mitgliedern komme ein vollständiges, dauerhaftes Arbeiten im Homeoffice für die allermeisten aber gar nicht in Frage. Andererseits sei es vor dem Voranschreiten der Digitalisierung in den vergangenen fünf Jahren auch gar nicht in diesem Umfang möglich gewesen, alleine schon, weil etwa in der Buchstelle damals noch viele Akten nur in Papierform geführt worden seien, die aus Datenschutzgründen nicht mit nach Hause genommen werden durften.

Technische Ausstattung fehlte zu Beginn

Von der Entwicklung überrascht worden ist das Evangelische Kirchenamt in Sulingen, räumt der stellvertretende Amtsleiter Andreas van Veldhuizen ein: „Tatsächlich gab es bei uns bis zur Pandemie Homeoffice nur ganz vereinzelt und noch keine Regelung dazu im Haus.“ Seither sei das aber in hohem Maße üblich, um bis dahin von mehreren Personen genutzte Büros nur mit einer Person besetzen zu können. Die Hardware dafür habe erst angeschafft werden müssen, um jedem Mitarbeiter auch Geräte wie Laptops und Monitore zur Verfügung stellen zu können, und die IT-Abteilung habe sichere Verbindungen herstellen müssen – aber: „Das haben wir innerhalb von zwei, drei Wochen geschafft.“

Vom Homeoffice habe sich das Kirchenamt noch nicht abgewandt, denn „wir haben die Befürchtung, dass sich das sonst im Herbst rächen könnte.“ Daher werde es den Mitarbeitern zunächst auch weiterhin ermöglicht, und es gebe Überlegungen, wie das Homeoffice auch „über Corona hinaus“ geregelt werden könnte. Von den Kolleginnen und Kollegen werde es ganz unterschiedlich angenommen: „Wir haben niemanden daran gehindert, hier zu arbeiten, sondern für alle eine Konsensregelung gesucht.“ Für manche funktioniere es nicht auf Dauer, sondern nur in einer hybriden Lösung mit dem Arbeiten im Büro und von zuhause im Wechsel. Im Sommer habe man die Mitarbeiter befragt, da sei die Zufriedenheit mit der Regelung sehr hoch gewesen. Zwar werde, wie überall, beklagt, dass „das Soziale“ verloren gehe und die Ankoppelung an die Kollegen fehle, aber es werde auch geschätzt, dass im Homeoffice die Arbeitszeiten flexibler seien und es durch der Wegfall der Arbeitswege Zeitgewinn und Kostenersparnis ergibt.

Regelung für hybrides Arbeiten finden

Homeoffice bleibt für den Schuhhersteller „Lloyd Shoes“ ebenfalls ein Thema: Das Unternehmen werde auch in Zukunft hybride Arbeitsmodelle anbieten, erklärt Katharina Holzhause, Brand Communications Manager. „Diese beinhalten eine Mischform aus der Arbeit im Büro sowie einem flexiblen Arbeiten von zuhause oder von unterwegs. Dies ist aus unserer Sicht durchaus notwendig, um als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen zu werden und entspricht dem Zeitgeist von moderner Arbeit und einer gewissen Flexibilität zur Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben.“ Aktuell werde mithilfe einer Befragung der Belegschaft der künftige Bedarf ermittelt, um mittels dieser Erkenntnisse eine Regelung für die hybride Arbeit zu verabschieden.

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