Anschlussstelle Sulingen-Ost Unfallschwerpunkt? / Kurzfristig keine Lösung

Guter Rat ist da teuer

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Zwei Tote, fünf Schwerverletzte, 17 Verkehrsteilnehmer mit leichten Verletzungen – Bilanz des Unfallgeschehens an der Anschlussstelle Sulingen-Ost der Bundesstraße 214 von Anfang des Jahres 2011 bis heute. Archivfoto: Schlotmann

Sulingen - Zwei Tote, fünf Schwerverletzte, 17 Verkehrsteilnehmer mit leichten Verletzungen – Bilanz des Unfallgeschehens an der Anschlussstelle Sulingen-Ost der Bundesstraße 214 von Anfang des Jahres 2011 bis heute. In der Bevölkerung werden Forderungen nach Maßnahmen lauter. Polizeihauptkommissar Wolfgang Rehling, Sachbearbeiter Verkehr der Polizeiinspektion Diepholz, kennt die Forderungen. Guter Rat scheint teuer. Rehling: „Die Unfallkommission des Landkreises Diepholz beschäftigt sich fast jedes Jahr mit der Einmündung.“

Wohl weniger aufgrund der Zahl der Unfälle oder der Gesamtschadenssumme von über 158300 Euro, die in den vergangenen nahezu fünf Jahren bei den Unfällen entstand, sondern viel mehr, weil die Kommission die Bundesstraße zwischen den Abschnitten Lindern und Maasen in Gänze als Gefahrenstrecke eingestuft hat.

Rehling konkret zur Anschlussstelle Sulingen-Ost: „Das Unfallgeschehen hier bewerten wir im Verhältnis zur Verkehrsbelastung und im Vergleich zu anderen Knoten als normal. So schwere Unfallfolgen wie 2015 hat es aber bisher in einem Jahr noch nicht gegeben.“ Die nächste Sitzung der Unfallkommission sei für Frühjahr 2016 geplant. „Wir werden uns dann das aktuelle Geschehen sehr genau ansehen.“

Aus Sicht des Verkehrsexperten gibt es im Wesentlichen drei Ursachen:

Erstens: Vorfahrtmissachtungen von Fahrern, die aus der Nienburger Straße nach rechts in Richtung Diepholz auf die Bundesstraße einbiegen. „Hier mutmaßt die Unfallkommission, dass entweder zu hohe Fahrgeschwindigkeiten auf der B214 oder Sichtbehinderungen durch große, auf der Rechtsabbiegespur aus Richtung Nienburg fahrende Fahrzeuge ursächlich sind – oder einfach nur menschliches Versagen.“

Zweitens: Linksabbieger aus Richtung Diepholz missachten die Vorfahrtsberechtigung entgegenkommender Fahrzeuge. „Da hier die Sichtverhältnisse sehr gut sind, handelt es sich vermutlich ebenfalls um menschliches Versagen.“

Drittens: Rechtsabbieger aus Richtung Nienburg missachten beim Einfahren in die Nienburger Straße die Vorfahrt von Fahrzeugen, die als Linksabbieger aus Richtung Diepholz bereits auf der Nienburger Straße fahren. „Dieses Phänomen beobachten wir an vielen Kreuzungen und Einmündungen. Die Ursachen sind vielfältig und lassen sich auch durch die tollste Beschilderung nicht beseitigen.“

Weiterhin scheine nicht angepasste Geschwindigkeit im Bereich der Anschlussstelle eine Rolle zu spielen. „In drei der 25 Fälle fuhren aus Richtung Nienburg kommende Rechtsabbieger über die Verkehrsinsel, in zwei Fällen verunfallten Fahrzeugführer aus Richtung Innenstadt bei Vollbremsungen kurz vor der Einmündung.“

Von oft diskutierten Lösungsmöglichkeiten wie „Signalisierung“ oder „Kreisverkehr“ gibt sich der Experte weniger überzeugt. „Sie könnten das eine oder andere Problem vielleicht lösen. Es werden sich dann aber Auffahrunfälle ereignen, die ebenfalls schwere Folgen haben können.“

An der Einmündung B61/B 214 bei Vorwerk ereigneten sich von Anfang des Jahres 2011 bis heute, wie an der Anschlussstelle Sulingen-Ost, 25 Unfälle. „Durch die Trogstrecke der B214 unter dem Mühlenweg ist aus Richtung Nienburg kommend die Sicht auf eine Ampelanlage schlecht. Da wird ein Vorsignal fällig und eine Stromversorgung besteht auch nicht. Daher werden sich die Straßenbauverwaltung und die Stadt Sulingen schwer tun, sehr viel Geld zu investieren.“

Ein Kreisverkehr funktioniere nur, wenn sich die Verkehrsmengen gleichmäßig auf alle „Arme“ verteilen. „Das trifft hier natürlich nicht zu.“ Das Fazit des Polizeihauptkommissars und Verkehrsexperten: „Der Knoten ist ein Problem. Einen klaren Konfliktpunkt gibt es aber nicht und daher wäre eine Lösung nur durch einen Umbau möglich. Mit Blick auf die zur Verfügung stehenden Finanzmittel, die dann doch relativ geringe Zahl von Unfällen sowie die langfristigen Planungen der Straßenbauverwaltung, die B214 auszubauen, sehe ich kurzfristig keine Lösung.“

oti

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