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Hund Balu lernt in Sulingen, den Kindern zu helfen

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Von: Harald Bartels

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Die beiden Hunde Timba (links) und Balu unterstützen in der Praxis „TheraLogo“ die Arbeit von Tanja Kruse-Röhsler (sitzend) und Christiane Streu-Wildfang.
Die beiden Hunde Timba (links) und Balu unterstützen in der Praxis „TheraLogo“ die Arbeit von Tanja Kruse-Röhsler (sitzend) und Christiane Streu-Wildfang. © Bartels

Sulingen – Einen neuen „Auszubildenden“ betreut Tanja Kruse-Röhsler seit wenigen Monaten in ihrer Praxis für Atem-, Sprech- und Stimmtherapie „TheraLogo“ in Sulingen: Im Oktober sei der Australian Shepherd Balu „in Praxis und Familie“ eingezogen.

Bereits seit 2008 arbeitet die Atem-, Sprech- und Stimmlehrerin als ausgebildete Therapiebegleithundführerin in ihrer Praxis mit Hunden. Zunächst begleitete sie die Australian Shepherd-Hündin Bonnie, die im Alter von zehn Jahren in den „Ruhestand“ ging. Im Januar 2021 verstarb sie jedoch im Alter von zwölf Jahren. „Wir haben erst im Nachgang erfahren, dass sie weit über die Praxis hinaus bekannt war“, erzählt Tanja Kruse-Röhsler. Mit ihrem ausgeglichenen und freundlichen Wesen sei sie für viele Kinder in all den Jahren eine unerlässliche Partnerin bei der Therapie gewesen – „sie fehlt heute noch.“

Seit 2014 sei Rüde Timba, ebenfalls ein Australian Shepherd, als Therapiebegleithund in der Praxis. Eigentlich habe sie keinen neuen Hund hinzunehmen wollen, „weil mir der Verlust wirklich naheging.“ Timba sei aber mit sieben Jahren gerade in einem guten Alter dafür, weil er einem ungestümen Jungtier gegenüber noch tolerant genug sei und ihm als älterer Hund noch viel mitgeben könne. Zufällig habe die Züchterin, von der Timba komme, gerade einen passenden Wurf gehabt, und so sei Balu zu ihr gekommen.

Therapiebegleithund-Prüfung im Alter von 18 Monaten

Mit nun sechs Monaten lerne er gerade, wie er sich in der Praxis zu verhalten habe – „dass er nicht alle wild begrüßt und niemanden anspringt.“ Sie habe in der Therapie aber sehr geduldige Kinder, die das mitmachen und mithelfen, lobt die Therapeutin. Die Prüfung zum Therapiebegleithund könne Balu mit 18 Monaten ablegen. „Wir müssen aber sehen, wie er sich entwickelt.“ Es sei ganz individuell, wie schnell die Hunde reifen, weiß sie. Der Plan sei, dieses Jahr für Balus Eingewöhnung zu nutzen, damit er sich in das „Setting“ einfinde, und im kommenden Jahr, in Richtung Prüfung, ein Praxismodul der Ausbildung „für den Feinschliff“ zu absolvieren.

In der Therapie würden die Hunde immer nur mit Einverständnis der Eltern eingesetzt, und dabei sei auch das Naturell der Tiere zu beachten: „Australian Shepherds sind Hütehunde, die auch eigenständig agieren“, erläutert Tanja Kruse-Röhsler. Das könne ein Vorteil sein, müsse aber in die Arbeit eingebunden werden: Bonnie sei etwa für die Kinder gut einschätzbar gewesen und habe bereitwillig mitgemacht. Bei Timba müssten sie dagegen Kommandos deutlich aussprechen und sie gegebenenfalls wiederholen, damit er reagiere: „Sie müssen ,dranbleiben‘, das stärkt die Kinder auch.“

Arbeit mit Hunden bereichernd für die Therapie

Die Arbeit mit Hunden sei in der Therapie generell bereichernd, weil sie auf jeden Menschen ganz wertfrei zugingen. So sei für die Kinder ein Feedback über die Reaktion des Hundes hilfreicher als eine Korrektur durch die Therapeuten oft hilfreicher, weil es für sie ein tolles Erlebnis sei, wenn der Hund auf das Kommando reagiere, und sie so ihre eigene „Wirkmächtigkeit“ erfahren. „Sie können sich besser konzentrieren und sind leistungsbereiter beim Spracherwerb“, so die Erfahrung der Therapeutin. Sie selbst arbeitet in der Therapie als Team mit dem Hund, kann aber bei Bedarf auch ihre Praxiskollegin, Logopädin Christiane Streu-Wildfang, bei Bedarf in Sitzungen unterstützen.

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