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Mehr Platz für erweitertes Angebot in der Gemeinschaftspraxis Sulingen

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Von: Harald Bartels

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Drei Ärzte stehen am Empfangsbereich ihrer Arztpraxis.
Ziehen eine positive Bilanz des „Übergangsjahres“ in der Gemeinschaftspraxis (von links): Mohammad Bilal Mashael, Klaus-Dieter Kurzke und Ahmad Sahili. © Bartels

Die Gemeinschaftspraxis Sulingen baut ihr Behandlungsspektrum aus und übernimmt ab Herbst die Räume der Praxis von Dr. Seref Tan.

Sulingen – Das Datum 30. Juni hat Mohammad Bilal Mashael fest im Blick: „Dann endet die Übergangszeit.“ Am 1. Juli ist er gemeinsam mit seinem Kollegen Ahmad Sahili seit einem Jahr in der Gemeinschaftspraxis Sulingen tätig. Die Übernahme der Patienten von Dr. Klaus-Dieter Kurzke sei erfolgreich verlaufen, berichtet Mashael: „Wir sind sehr zufrieden.“

„Dass wir zwei so versierte und rührige Ärzte für die Praxis gewonnen haben, ist sehr dankbar angenommen worden, und die Patienten haben sofort Vertrauen gefasst“, freut sich Dr. Kurzke. Es sei schwierig gewesen, gleich zwei junge Kollegen „herzulocken“, und dann auch noch mit einem internistischen Angebot. Ohne diese Qualifikation hätte sein Ruhestand für die Patienten „eine gewaltige Versorgungslücke“ gerissen, so Kurzke. Den Patienten sei er dankbar, dass sie der Praxis weiter die Treue gehalten haben. Dass der Übergang so gut funktioniert habe, sei jedoch auch den Mitarbeitern zu verdanken.

Erweitertes Behandlungsspektrum

Inzwischen haben er und seine beiden Kollegen wie geplant „die Rollen getauscht“, wie Kurzke ausführt. Seit dem 1. Januar sind Mashael und Sahili Eigentümer der Praxis, in der er seither als angestellter Arzt tätig ist. Ab dem 1. Juli reduziert er seine Stundenzahl, ist noch an zwei Vormittagen pro Woche vor Ort sowie für Urlaubsvertretungen. „Wir sprechen aber immer noch über die Patienten, die ich zum Teil ja schon lange kenne – die Praxis bleibt für sie ein sicherer Anlaufhafen.“

Der Bedarf für eine ärztliche Versorgung sei weiter hoch im Sulinger Land, bestätigt Sahili. Zusätzlich erweitere man das Behandlungsspektrum: So seien in der Klinik Sulingen die Endoskopiestunden ausgeweitet worden, um den Patienten zeitnah Vorsorgetermine bieten zu können. Auch die proktologischen Untersuchungen seien ausgeweitet worden für alle Patienten, sowohl zur Vorsorge als auch bei akuten Beschwerden. Zudem spezialisiere man sich auf Felder wie konservative Behandlungen von Herzerkrankungen, chronisch entzündlichen Darmerkrankungen oder Lebererkrankungen. Außerdem führe man, in Absprache mit den Erstdiagnostizierenden, Behandlungen fort bei chronischen Erkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa.

Corona ist ein Schwerpunkt der Arbeit

Ein wichtiger Schwerpunkt sei aber nach wie vor Corona: Mehr als 6 500 Impfungen seien in der Praxis verabreicht worden, berichtet Mashael, und als einzige Praxis in Sulingen habe man auch Impfungen für Kinder im Alter von fünf bis elf Jahren angeboten. Sahili: „Wir haben auch unsere eigenen Kinder und Enkelkinder geimpft.“ Darüber hinaus biete man alle Impfungen, die die Ständigen Impfkommission (STIKO) empfiehlt, etwa die neue Impfung gegen Gürtelrose. Weiterhin werden in der Praxis sowohl Schnelltests als auch PCR-Tests durchgeführt. „Das Team hat in den vergangenen Monaten viel leisten müssen“, stellt Kurzke fest, aber sonst hätten die Patienten für den Test nach Minden fahren müssen. Wichtig sei: „Die hausärztliche Versorgung läuft unverändert weiter – wir lassen keinen Patienten im Stich.“

Aufgestockt wird der Kreis der Mitarbeiter: Fest stehe bereits, dass drei Auszubildende zur Medizinischen Fachangestellten sowie eine ausgebildete Krankenschwester zum Team stoßen, kündigt Sahili an, außerdem biete man regelmäßig Praktika an. Für die Zukunft wünsche man sich weitere Ärzte für die Praxis, ob ausgebildet oder in Weiterbildung, auch eine Anstellung in Teilzeit sei möglich. Außerdem: „Wir suchen dringend noch eine Schreibkraft als Verstärkung.“

Darüber hinaus wird sich die Gemeinschaftspraxis auch räumlich erweitern: Zusätzlich zum angestammten Sitz an der Langen Straße 15 übernimmt man ab Herbst die Räume der bisherigen Praxis von Dr. Seref Tan, Lange Straße 11. „Wir wollen die Patientenströme entzerren“, erklärt Mashael, außerdem die Erreichbarkeit verbessern: Patienten könnten nun Anfragen auch per E-Mail schicken, und wer bei einem Anruf eine Nachricht auf der Sprachbox hinterlässt, erhalte einen Rückruf. Vor allem der Kontakt per E-Mail werde sehr gut angenommen, hat Dr. Kurzke beobachtet, „das hat vieles entstaut.“

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