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Ambulante Krebsberatung nun auch im „GiBS“

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Von: Harald Bartels

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Zwei Menschen stehen vor einer Fachwerkwand.
Die psychoonkologische Beratung stellten Svea Völker und Axel Theis vor. © Bartels

Sulingen – Die Psychosoziale Krebsberatungsstelle der Interessengemeinschaft Gesundes Leben (IGEL) aus Barnstorf eröffnet eine Außenstelle in Sulingen. Die Arbeit der Beratungsstelle stellten am Montagabend Leiter Axel Theis und Mitarbeiterin Svea Völker in der Sitzung des Ausschusses für Soziales, Schule und Jugend des Sulinger Stadtrats vor.

„Wir kommen den Menschen entgegen“, sagte Theis. Die Krebsberatung sei 2003 aus der Selbsthilfe hervorgegangen, seit 2009 gebe es sie in der jetzigen Form für den gesamten Landkreis. Mit den Außenstellen in Bassum und Syke habe man gute Erfahrungen gemacht, allerdings seien derzeit in Bassum, wo man räumlich in der Klinik angesiedelt ist, keine Beratungen möglich. Dank einer Raumkooperation mit dem Gewerkschaftlichen Informations-, Beratungs- und Servicebüro „GiBS“, Lange Straße 12, könne Svea Völker ab sofort auch in Sulingen beraten.

Die Beratung sei als psychosoziales Angebot eine professionelle Dienstleistung mit hohen Qualifikationsstandards. Es gehe nicht um Störungen, die eine Psychotherapie erfordern, sondern um Belastungen für Betroffene und ihre Angehörigen, erläuterte Theis. Ein Beispiel sei eine Familie, in der ein Elternteil an Krebs erkrankt ist und die vor der Frage stehe, wie mit den Kindern über das Thema gesprochen werden soll.

Termine über die Hauptstelle in Barnstorf vereinbaren

Um einen Termin für ein Erstgespräch zu erhalten, genüge ein Anruf (Tel. 0 54 42 / 80 40 41 20) oder eine E-Mail (krebsberatung@igel-barnstorf.de). Binnen zweier Tage erfolge ein Rückruf, innerhalb von zehn Tagen gebe es den Termin. Im Erstgespräch werde das jeweilige Anliegen weitergehend geklärt. Die ambulante psychoonkologische Beratung sei vertraulich, auf Wunsch auch anonym – und kostenlos. Sie könne in allen Phasen der Erkrankung und auch in der Nachsorge in Anspruch genommen werden.

Aktuell gebe es allerdings Schwierigkeiten mit der Finanzierung, berichtete Theis. Die Beratung sei ein Modellprojekt, das seit zehn Jahren „gut eingelaufen“ sei als Teil des nationalen Krebsplans des Bundesgesundheitsministeriums. Die gesetzlichen Krankenversicherer, die 80 Prozent der Kosten zu tragen haben, hätten dies an Förderbedingungen geknüpft, die von ländlichen Beratungsstellen kaum zu erfüllen seien; zugesagt worden sei nur eine Finanzierung von 40 Prozent der Kosten. „IGEL als Träger ist in Vorleistung gegangen, aber das ist ein hohes finanzielles Risiko“, monierte Theis. Die Zielrichtung seines Appells sei aber nicht, die fehlenden Mittel von den Kommunen zu erhalten: Er er erhoffe sich politische Unterstützung, damit die ländlichen Regionen weiterhin versorgt werden können.

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