Kilo Uniform Romeo Tango hört

Amateurfunk-AGs an Carl-Prüter-Schule bekommen Anlage gespendet

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Die Schüler der Amateurfunk-AG für Neuntklässler stellen den ersten Kontakt mit der gespendeten Funkanlage her – Andreas Richter (rechts) „souffliert“, wenn nötig. 

Sulingen - „DL0CPS“, so lautet das Rufzeichen der Sulinger Carl-Prüter-Schule: Andreas Richter, Jugend- und Nachwuchsreferent im Ortsverband Sulingen des Deutschen Amateur-Radio-Clubs (DARC), bietet an der Oberschule bereits seit August drei Amateurfunk-AGs, für die Jahrgangsstufen sieben, acht und neun, an – tatsächlich „on Air“ sind die allerdings erst jetzt, dank einer gespendeten Kurzwellen- und UKW-Funkanlage. 

Für die legt man, mit allem Drum und Dran, mehrere tausend Euro an, weiß Richter. „Mit so etwas haben wir nie gerechnet: Die Tochter eines verstorbenen Amateurfunkers aus dem Kreis Nienburg ist im Internet auf unser Projekt mit der Carl-Prüter-Schule gestoßen – und hat gefragt, ob wir die Anlage ihres Vaters haben möchten.“ Zuvor standen den Schülern in den Arbeitsgemeinschaften bereits Lehrsätze für Sender und Empfänger zur Verfügung, die Torsten Wierczoch aus dem DARC-Ortsverein Sulingen gestiftet hatte.

Das Angebot von Andreas Richter stößt bei den Oberschülern – zum größten Teil sind es Jungs, die mitmachen – auf große Resonanz. Warum eigentlich, im Zeitalter von Internet, Smartphone und Co.? „Amateurfunk ist ein extrem weiträumiges Hobby.“ Es gehe um die Technik, auch ganz praktisch, in dem man selbst zum Lötkolben greift, die Theorie, bei der auch physikalische Zusammenhänge in der Natur eine Rolle spielen, die gesetzlichen Spielregeln für den Funkverkehr – und um die sozialen Aspekte: „Was hier gesendet wird, geht um die Welt.“ 

Schülern Amateurfunkerlizenz ermöglichen

Es ist vorgesehen, den AG-Teilnehmern die Prüfung zur Amateurfunkerlizenz durch die Bundesnetzagentur zu ermöglichen. „Und wer die besteht, hat bewiesen, dass er umfangreiche Kenntnisse, nicht nur im technischen Bereich, hat“, stellt Richter fest. „Das macht sich auch gut in Bewerbungen.“

Zur ersten Kontaktaufnahme mit der neuen Anlage auf dem 80-Meter-Band haben sich auch Andreas Schrader, Vorsitzender des DARC-Ortsvereins, weitere Mitglieder und der Vorsitzende des Distrikts Nordsee des DARC, Günter Erdmann, eingefunden. Die Schüler halten sich genau an die Etikette für einen „allgemeinen Anruf“, zur Sicherheit gibt ein Spickzettel den Wortlaut vor. Andreas Schrader gibt jeweils im Internet ein, auf welcher Frequenz es die Neuntklässler versuchen, aber die Rufe verhallen ungehört. „Wir hätten jemanden einsetzen können, der antwortet, aber wir wollen ja die Realität abbilden.“ Andreas Richter entscheidet schließlich, auf UKW zu wechseln. Und tatsächlich: Ein Amateurfunker aus Dörverden, der gerade in Verden mit dem Auto unterwegs ist, meldet sich: „Mein Name ist Kurt, Kilo Uniform Romeo Tango.“ - ab

www.amateurfunk-sulingen.de

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