Team bedankt sich für Einsatz

Feuer im Seniorenheim „Landhaus Barrien“: „Wir stehen alle noch etwas unter Schock“

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Das Feuer brach offenbar in einer Küche aus.

Im Seniorenheim „Landhaus Barrien“ in Sulingen ist am Sonntagnachmittag ein Feuer ausgebrochen. Alle Bewohner konnten sicher evakuiert und in Bruchhausen-Vilsen untergebracht werden.

  • Im Seniorenheim Landhaus Barrien“ in Sulingen ist ein Feuer ausgebrochen
  • Alle Bewohner konnten das Altenheim im Ortsteil Groß Lessen sicher verlassen
  • Der Brand entstand offenbar in einer Küche des Gebäudes

Update, 11. Mai: „Wir stehen alle noch etwas unter Schock, aber natürlich sind wir überglücklich, dass unseren Bewohnern und unserem Team kein körperlicher Schaden entstanden ist. Die psychische Belastung jedoch ist sicher eine andere Sache“, sagt eine Sprecherin des Landhauses Barrien. Das Großfeuer in der Senioreneinrichtung im Sulinger Ortsteil Groß Lessen machte aus der Freude über das Ende der Quarantäne, unter der das Haus zuletzt gestanden hat, ein jähes Ende. Eines mit Schrecken: Die Polizei hat, wie üblich in Brandfällen, die Ermittlungen aufgenommen, das Haus für die Beweisaufnahme und die Ursachenforschung gesperrt. Wertsachen wurden gesichert, jedoch laufen die Untersuchungen noch und eine Entscheidung darüber, wie es weitergeht, stehe noch nicht fest, heißt es auf Anfrage der Kreiszeitung. 

Brand in Seniorenheim: Bewohner kommen in Bruchhausen-Vilsen unter

Derweil sind alle Bewohner und alle Pflegekräfte im DRK-Notbehelf in Bruchhausen-Vilsen untergekommen: „Wir sind dem Träger und dem dortigen Team sehr dankbar dafür“, heißt es seitens der Geschäftsführung. Jedoch, die Unterbringung dort kann nur eine zeitlich befristete Lösung sein: „Wir hoffen, dass wir unsere Bewohner schnell wieder nach Barrien in unser Heim zurückverlegen können.“ Im Haus befinden sich Brandschutzwände, das Feuer konnte so nicht auf das ganze Gebäude übergreifen. 

Das Landhaus-Team warte jetzt auf die Rückmeldungen der beteiligten Behörden. „Unsere Geschäftsführung wird dann zusammen mit unserem Leitungsteam und den Behörden entscheiden, wie weiter vorgegangen wird“, erklärt die Sprecherin der Geschäftsführung. In der Zwischenzeit kümmere sich der Hausmeister um das Anwesen, hätten die Nachbarn „ein Auge drauf“ und patrouilliere die Polizei. 

Nach Feuer in Sulingen: Dank „von ganzem Herzen“ für Einsatz

Ein Dank „von ganzem Herzen“ gehe an die beteiligten Feuerwehren, Sanitäter, Notärzte und Polizei: „Nur durch ihren Einsatz konnte Schlimmeres verhindert werden.“ Dank gelte auch den Nachbarn, der Familie Wolle, bei denen die Bewohner und das Landhaus-Team Unterschlupf gefunden haben in den ersten Stunden und die mit Getränken und Zuspruch unterstützt hätten. Das ursprünglich vierköpfige Team im Dienst wurde durch die Kollegen ergänzt, die schnell zum Einsatzort eilten. Die Bewohner seien bereits evakuiert gewesen, als die ersten Feuerwehrkräfte eintrafen, sie sei erstaunlich ruhig und gelassen gewesen. 

Mit der Betreuung der Bewohner durch die ihnen bekannten Pflegekräfte in Bruchhausen-Vilsen hoffe das Team, den Senioren ein wenig Stabilität geben und ein Gefühl der Sicherheit vermitteln zu können. Dieser erneute Schicksalsschlag sei schwer zu verkraften: Gerade erst konnten die Bewohner wieder aus ihren Zimmern, sich gegenseitig sehen und miteinander sprechen – unter Einhaltung des notwendigen Sicherheitsabstandes.

Originalmeldung, 10. Mai: Sulingen - 135 Kräfte der Ortsfeuerwehren Sulingen, Lindern, Klein Lessen, Groß Lesen, Rathlosen, Wehrbleck, Nordsulingen und Varrel waren am Sonntagnachmittag im Sulinger Ortsteil Groß Lessen im Einsatz. Das Feuer brach gegen 14.20 Uhr offenbar in einer Küche des Seniorenheims aus. Beim Eintreffen der Feuerwehren schlugen die Flammen bereits aus dem Dach, die Rauchwolke war weithin über Sulingen zu sehen.

Die Drehleiter aus Sulingen erhielt Verstärkung durch die Kollegen der Drehleiter aus Twistringen. Foto: Wendt

Die 22 Bewohner, vier Pflegekräfte und weitere vier Personen in einer separaten Wohnung auf dem Gelände vom SeniorenheimLandhaus Barrien“ in Groß Lessen konnten unverletzt gerettet werden, so die ersten Angaben der Pressesprecher Thomas Gissing (Polizei) und Marcus Martz (Feuerwehr Sulingen). Alle wurden vom Rettungsdienst untersucht.

Mit besonderen Schutzvorkehrungen wurde versucht, alle Kontaktoptionen coronabedingt zu minimieren –im „Landhaus Barrien“ waren in den zurückliegenden Wochen mehrere Corona-Erkrankungen gemeldet worden. Vor Ort waren Leitende Notärztin Ivonne Arndt, Axel Vetter (Leiter des Rettungsdienstes des DRK im Landkreis Diepholz), Stefan Ostmeier (Ärztlicher Leiter Rettungsdienst im Landkreis Diepholz), Kreisbrandmeister Michael Wessels und Bürgermeister Dirk Rauschkolb. 

Feuer in Seniorenheim Sulingen bricht offenbar in Küche aus

Die Leitung übernahm aufgrund des Umfangs des Einsatzes stellvertretender Kreisbrandmeister und Abschnittsleiter Süd Torsten Borgstedt aus Schwaförden vom gerade neu bestellten Sulinger Stadtbrandmeister Jens Warner. 

Die Flammen schlugen aus dem Dach. Foto: NonstopNews

Für die Löscharbeiten wurden die Feuerwehrleute in verschiedene Einsatzabschnitte aufgeteilt. Die Atemschutzgeräteträger blieben in Bereitschaft, auch nachdem alle Bewohner gerettet waren. Die Löscharbeiten wurden hauptsächlich über die Drehleitern gesteuert: Nach ersten Angaben ist der Brand in einer Küche im 1. Obergeschoss des Hauses ausgebrochen – die Ursache ist noch unbekannt. Eine Brandschutzwand habe ein Übergreifen der Flammen auf das Gesamtgebäude wohl verhindert. 

Brand in Sulingen: Senioren kommen in Bruchhausen-Vilsen unter

Die Bewohner und Pflegekräfte (weitere Mitarbeiter wurden zur Unterstützung zusätzlich angefordert) wurden nach medizinischer Versorgung auf einem Nachbargehöft in getrennten DRK-Fahrzeugen nach Bruchhausen-Vilsen gebracht. Hier hat der DRK-Kreisverband seine Corona-Notfalleinrichtung wieder hochgefahrenZuletzt waren dort Senioren nach dem Brand eines Seniorenheimes in Syke untergebracht. Gut zwei Stunden dauerten die Löscharbeiten an, auch das ist ein Grund für die Vielzahl an Atemschutzgeräteträgern, deren zeitlich begrenzten Einsätze bei den Löscharbeiten vom Boden und den Drehleitern aus penibel dokumentiert wurden. 

Die Schutzkleidung wird nach dem Einsatz in speziellen Säcken sofort zur Reinigung transportiert. Foto: Wendt

Penibel gehandhabt wird auch die Schutzkleidung, derer sich die Einsatzkräfte nach festgelegtem Prozedere entledigen müssen, um an der Kleidung haftende Rauchpartikel sofort loszuwerden. Pressluftatmer, Jacke, Hose, Helm werden gesondert verpackt und zur speziellen Reinigung transportiert. T-Shirts, Sport- und Jogginghosen für die Einsatzkräfte gehören deshalb seit Neustem auch zur „Ausrüstung“ auf den Einsatzfahrzeugen.

Insgesamt waren 215 Einsatzkräfte von Feuerwehr, DRK und Rettungsdienst vor Ort. Die Polizei hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen.

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