Allgemeinmedizinerin Olga Eswein bezieht Räume im „Ärztehaus“ an der Langen Straße

Praxiseröffnung geplant für den 1. Februar

Allgemeinmedizinerin Olga Eswein bezieht Räume an der Langen Straße.
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Allgemeinmedizinerin Olga Eswein bezieht Räume an der Langen Straße.

Sulingen - Handwerker gehen in den Räumen im „Ärztehaus“ an der Langen Straße schon seit Tagen ein und aus. Den Räumen, die zuletzt die Doktoren Friedrich Garving und Ulrich Seiffert nutzten, haucht Olga Eswein neues Leben ein. Zum 1. Februar eröffnet die Allgemeinmedizinerin ihre Praxis.

Den Weg zum Besprechungsraum versperren Farbeimer, Leitern, Möbel, die aus den Behandlungsräumen auf den Flur geschafft wurden, um die Malerarbeiten zu vereinfachen. Olga Eswein wirkt zufrieden ob das Engagements der Helfer. Nicht nur Profis, sondern auch Verwandte und Bekannte, die sie bei der Einrichtung der Praxis unterstützen, gehen ihr zur Hand.

Die Ärztin spricht von Hilfsbereitschaft, die ihr entgegengebracht werde: durch die Mitarbeiter der Stadtverwaltung, die bei der Suche nach geeigneten Räumen behilflich gewesen seien, durch die Angehörigen der Familie Strohtmeyer, die sie als Vermieter mit offenen Armen empfangen hätten, durch ihre Vormieter, die sie unterstützen würden, wo sie nur können. Hilfsbereitschaft, die die 56-Jährige in ihrer Entscheidung des Schrittes in die Selbstständigkeit bestätigen würde, die sie gerne in Anspruch nehme.

Olga Eswein stammt aus Kasachstan, ist in Astana aufgewachsen. Die Russlanddeutsche folgte 1996 ihren Eltern und ihren Brüdern, die schon 1993 nach Deutschland umgesiedelt waren. „Nach Steinfeld im Landkreis Vechta“, erklärt sie. Die Ärztin ließ sich zunächst in Sulingen nieder, zog 2008 nach Diepholz.

„Nein, ich habe nicht daran geglaubt, hier in meinem Beruf arbeiten zu können“, erinnert sie, spricht von einem Wink des Schicksals.

Die Leiterin des Sprachkurses, den sie gleich nach Ankunft in Deutschland belegte, stellte den Kontakt zu Dr. Friedrich Wilken her. Dr. Wilken, damals noch Chefarzt am Krankenhaus Sulingen, habe sich dafür eingesetzt, dass Olga Eswein ihr Anerkennungsjahr an der Klinik absolvieren und danach auch dort bleiben konnte. „Bis März 2003 in der Chirurgischen Abteilung“, erklärt die Allgemeinmedizinerin, „danach bin ich zu Dr. Büstgens in die Innere gewechselt.“

Unterbrochen hatte Olga Eswein ihre Tätigkeit am Krankenhaus Sulingen von Dezember 2006 bis Mai 2008.

In dieser Zeit arbeitete sie als Assistenzärztin in der Praxis Dr. med Klaus-Dieter Kurzke und Martin Both, um danach wieder an die Klinik zurückzugehen.

Die Anregung, jetzt ihre Stelle an der Klinik aufzugeben und sich als niedergelassene Ärztin selbstständig zu machen, käme zu gleichen Teilen aus dem privaten Umfeld und aus der Patientenschaft.

Der Ärztemangel im ländlich strukturierten Raum ist Olga Eswein nicht verborgen geblieben. „Die ganze Familie steht dahinter“, sagt die Allgemeinmedizinerin mit Blick auf die anstehende Selbstständigkeit. Warum ihre Wahl auf das Mittelzentrum Sulingen fiel? „Ich wohne zwar in Diepholz, mein Lebensmittelpunkt ist und bleibt aber Sulingen. Hier fühle ich mich wohl.“

oti

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