Erntefest in Lindern

Alle Ortsteile machen mit

Brachten sich mit in das Programm des Erntefestes in Lindern ein: Mitglieder der Jugendfeuerwehr, die sich um die kleineren Gäste kümmerten.

Lindern - Irma Gerdes und Karin Kluge hatten ganze Arbeit geleistet: Sie konnten Einwohner und Vereine aus allen acht Ortsteilen der Ortschaft Lindern für die gemeinsame Sache begeistern. Auch das Ambiente passte zum Erntefest. Ziel des Erntewagenumzugs war zum zweiten Mal die Mühle Labbus.

Ein stilvoller Einzug: Angeführt von Akkordeonspieler Ralf Landwehr legten die Erntemajestäten Birgit und Reinhard Siemers das letzte Stück zu Fuß zurück. Begleitet wurden sie von Nachbarn aus dem Windmühlenfeld, von Organisatoren und Ehrengästen. Ortsbürgermeister Erich Schlamann begrüßte die Besucher im Café Windrose und dankte den zahlreichen Helfern, die sich in diesem Jahr in die Vorbereitung und Durchführung der Traditionsveranstaltung eingebracht hatten.

Die Organisatoren hatten das Erntefest unter das Motto „Melken früher und heute“ gestellt. Eine Schautafel gab Aufschluss über die Veränderungen. „Früher haben wir 14 Kühe per „Eimer-Melkanlage“ gemolken“, hieß es am Beispiel von Familie Mohrmann. Von den Nachkriegsjahren bis heute hat sich die Jahres-Milchleistung einer Kuh von 1 000 auf annähernd 10 000 Liter erhöht. Eine Dokumentation der Milchtankstelle Griffel in Wort und Bild beleuchtete eine Facette der heutigen Landwirtschaft.

Auch einige Vereine nahmen das Tagesthema auf. „Natürlich sind wir dabei“, sagte Jugendfeuerwehrwartin Ina Johannes. Unterstützt von den 15 Mitgliedern boten sie und ihr Betreuerteam Milchshakes und Spiele wie Milchkannen-Rollen und Wettmelken an. Erzieherinnen aus der Kita Lindenblüte luden die junge Generation zum Basteln von Kuh-Masken ein. Der Reitclub Coldewey forderte zum Geschmackstest auf. An ihrem Stand wetteiferten die Besucher um die Identifizierung von sechs verschiedenen Joghurtarten.

Bürgermeister Dirk Rauschkolb überbrachte die Grüße von Rat und Verwaltung. Er lobte die themenbezogene Einladung: „Die Milchbetriebe sind in einer schwierigen Lage. Es ist gut, darauf aufmerksam zu machen.“ Mit Blick auf die Kommunalwahl kündigte er an, sich zurückzuhalten: „Da ich zur Neutralität verpflichtet bin, besuche ich zur Zeit keine Parteiveranstaltungen.“

„Wo liegt das Land, wo Milch und Honig fließt?“ Diese Frage stellte Pastor Gerald Engeler in den Raum. Das Wohlstandsland Deutschland komme dem Ideal – „genug zu essen und Gerechtigkeit für alle – nahe. Mit Blick auf die bundesweit 900 Tafeln, die regelmäßig 1,5 Millionen Menschen versorgen, erinnerte Engeler aber auch daran, dass auch bei uns nicht alle Menschen auf der Sonnenseite leben. Ziel müsse ein angemessener Preis und die gerechte Verteilung von Nahrungsmitteln sein.

Die Ausstellung von Hobbykünstlern, eine Tanzanlage der Gruppe „Triple L“ und Zaubereien von Florian Rabe rundeten die Veranstaltung ab. - mks

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