Investition in moderne Technik

„al dente Zahntechnik GmbH“ in Sulingen: Arbeiten am digitalen Patientenkopf

Zwei Männer beobachten, wie das Gesicht eines dritten Mannes eingescannt wird.
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Zur Demonstration lässt Marcel Scharrelmann sein Gesicht von Walter Schwarz (links) und Andreas Bodtke einscannen.

Sulingen – Die „al dente Zahntechnik GmbH“ in Sulingen hat bei der Herstellung von Brücken, Kronen und Schienen einen weiteren Schritt in Richtung Digitalisierung unternommen. Weil die Investition von der NBank gefördert wurde, stellte das Unternehmen am Dienstag die neue Technik dem Bundestagsabgeordneten Axel Knoerig, Landtagsabgeordnetem Marcel Scharrelmann und Stefan Meyer als Vorsitzendem des CDU-Stadtverbandes Sulingen vor.

Prominentester Bestandteil der Neuerungen ist ein Gesichtsscanner: Damit werden die Köpfe der Patienten erfasst und in ein digitales Modell umgewandelt. In dieses Modell können die Experten die neuen Zähne am Rechner einpassen und gleichzeitig den optischen Eindruck der Veränderungen im Blick behalten: Beispielsweise werde angestrebt, dass von den Vorderzähnen bei geöffnetem Mund noch etwa ein Millimeter unter der Oberlippe hervorschaue, erläutert Zahntechnikermeister Walter Schwarz, und das könne gleich am Bildschirm kontrolliert werden. Die Bewegungen, die die Zähne im Mund ausführen können, würden von den Gelenken und Muskeln vorgegeben, führt Zahntechnikermeister Thorsten Kordes aus – das lasse sich am Rechner simulieren, um zu erkennen, wo sich Zähne gegenseitig stören.

Das sei ein großer Fortschritt, denn nicht immer erhalte man von den Zahnarztpraxen so viele Informationen: „Manchmal ist noch nicht einmal vermerkt, ob der Patient männlich oder weiblich ist.“ Dabei sei das Wissen wichtig, so Kordes, denn: „Wir schaffen Unikate, das muss alles passen.“

Am Computer kann Andreas Bodtke die Zahnprothesen an das Gesichtsmodell anpassen.

Um diesen Schritt gehen zu können, sei bereits im Vorjahr das EDV-Netz des Unternehmens vorbereitet worden, berichtet Zahntechnikermeister Andreas Bodtke. Unter anderem habe man die Serverkapazität vergrößert und die Datensicherheit verbessert. Gleichzeitig seien auch die Räumlichkeiten erweitert worden: Inzwischen nutze man für das am 1. Oktober 1996 an diesem Standort eröffnete Labor zwei Etagen des Gebäudes an der Langen Straße.

Eine weitere Neuerung betrifft die Fertigung von Prothesen: Mehrere Computer mit spezieller CAD-Software seien angeschafft worden, um beispielsweise Implantate selbst konstruieren zu können. Bestimmte Artikel würden nach wie vor händisch gefertigt, ebenso wie Reparaturen, aber dank dreier moderner Fräsmaschinen könnten nun für 90 Prozent der Aufträge die Implantate und Prothesen selbst hergestellt werden. Nur bei Spezialaufträgen werde noch außerhalb gefertigt, sagt Thorsten Kordes, während zuvor alle Fräsarbeiten vergeben worden seien. Mit den modernen Maschinen könnten nun auch Industriematerialien verarbeitet werden. Damit sei die Qualität höher, weil diese Materialien anderen Prüfungen unterlägen, und die Chargen könnten bei Bedarf sauber nachverfolgt werden. Gefräst werden könnten Gold und alle Nicht-Edelmetalle sowie unterschiedliche Keramiken.

Eine der drei modernen Fräsmaschinen zeigt Thorsten Kordes.

„Wie können hier ein Angebot an Praxen und Patienten machen, dass wir noch individueller arbeiten können“, so Kordes. Viele andere Labore seien noch nicht so weit.

Insgesamt seien in die Veränderungen fast 300 000 Euro investiert worden, wovon, aus verschiedenen Förderprogrammen, über die NBank etwa ein Drittel geflossen seien. „Ohne die Unterstützung von Bund und Land wäre das nicht möglich gewesen“, betont Thorsten Kordes.

Auch die Ausbildung soll weiter digitalisiert werden

Mit der Umstellung auf die Digitalisierung habe man vor etwa zwei Jahren begonnen. Dabei habe man Wert darauf gelegt, das Personal – 20 Kräfte, darunter fünf Meister – mitzunehmen auf dem Weg: „Es ging darum, die Mitarbeiter zu schulen und ihnen Ängste zu nehmen.“ Er sei erstaunt gewesen, wie gut das von ihnen angenommen worden sei, aber „die Digitalisierung vernichtet in unserem Handwerk keine Arbeitsplätze, sondern schafft neue, veränderte.“ Auch die Ausbildung der Gesellen und Meister müsse digitaler werden, fordert Kordes, der auch dem Vorstand der Zahntechniker-Innung Niedersachsen-Bremen angehört. Aber das erfordere hohe Investitionen.

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