AEBB sucht sich Partner

Aktionsbündnis für Reaktivierung des Sulinger Bahnkreuzes schließt Vertrag mit RIG

Sulingen - Das Aktionsbündnis Eisenbahnstrecke Bassum-Bünde, das sich um die Reaktivierung des Sulinger Bahnkreuzes bemüht, hat sich einen Partner gesucht: Der Verein schließt einen Kooperationsvertrag mit der Regio Infra GmbH (RIG) mit Sitz in Putlitz ab, teilt Vorstandsmitglied Detlev Block mit.

„Für das AEBB ist es wichtig, einen Partner an seiner Seite zu haben, der über die notwendige Kompetenz und entsprechende Zulassungen für Bahnbetriebsleistungen verfügt“, erläutert Block. Die RIG sei ein öffentliches, nicht bundeseigenes Eisenbahninfrastrukturunternehmen, das sich mit der Bereitstellung von regionaler Eisenbahninfrastruktur, deren Betrieb sowie Instandhaltung beschäftigt. Ferner betreibe die RIG innerhalb ihres umfangreichen Schienennetzes Serviceeinrichtungen für den Personen- und Güterverkehr. „Das AEBB verspricht sich von dem Vertrag, seine Chancen auf eine Reaktivierung des Sulinger Kreuzes zu verbessern. In Kooperation und mit Beratung der RIG möchte das AEBB nun seine Aktivitäten, stärker als es bislang möglich war, vorantreiben, um das Streckenkreuz für die Wiederaufnahme eines Schienenverkehrs zu sichern“, kündigt Block an.

Den Kooperationsvertrag hatte der Vereinsvorstand mit der RIG erarbeitet und jetzt im Rahmen einer Mitgliederversammlung im Café am Stadtsee in Sulingen vorgestellt. Block: „Die Versammlung befürwortete den den Vertragsabschluss einstimmig.“

Weiteres Thema der Versammlung sei der bevorstehende Verkauf eines Abschnittes der Bahnstrecke Sulingen – Nienburg gewesen. Die Deutsche Bahn lässt das rund 13 Kilometer lange Stück des „östlichen Arms“ des Sulinger Kreuzes zwischen Sulingen und Staffhorst, auf dem 1969 der Personenverkehr eingestellt wurde, am 21. September in Berlin versteigern (wir berichteten). Detlev Block registriert mit Unverständnis, „dass über Klimaschutz, CO2-Einsparung, hohes Verkehrsaufkommen, Mikropartikel durch Reifenabrieb gesprochen sowie appelliert wird, die ländlichen Regionen nicht von der Entwicklung abzuhängen – und gleichzeitig wird eine zwar nicht betriebene, aber zukunftsfähige Bahnverbindung durch die Deutsche Bahn aufgegeben.“ 

Hinzu komme, dass die Kommunen im Landkreis Diepholz aktuell damit beschäftigt sind, „Lärmaktionspläne aufzustellen und nach Möglichkeiten suchen, diese Belastung aus dem Verkehr zu mindern. Hier könnte die Bahn in Teilbereichen entlasten.“ AEBB-Vorstandsmitglied Georg Esenwein weist darauf hin, dass mit Blick auf den bevorstehenden Verkauf das Unternehmen Deutsche Bahn zwar einerseits betriebswirtschaftlich handeln soll, „andererseits jedoch seinem Auftrag zur Daseinsvorsorge für die Bevölkerung auch im ländlichen Bereich gerecht werden muss.“

Das AEBB als Verein habe leider nicht die finanziellen Möglichkeiten, Strecken oder Streckenteile zu erwerben. „Obwohl ein Erwerb – trotz der hohen Verantwortung, die durch die dann miterworbene Verkehrssicherungspflicht, Brückenbauwerke, Altlastenproblematik und laufende finanzielle Verpflichtungen – überlegenswert erschien“, so Detlev Block. Das AEBB werde sich jedoch vehement für den Erhalt der Widmung als Eisenbahnstrecke einsetzen. „Eine Entwidmung würde es unmöglich machen, jemals wieder mit dem Zug von Diepholz nach Nienburg zu fahren.“

Rubriklistenbild: © dpa

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