Abschiedsgottesdienst

„Achten Sie auf Ihre Träume“: Pastor Jörg Schafmeyer tritt seinen Ruhestand an

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Jörg Schafmeyer, hier mit Superintendent Marten Lensch, beim Auszug aus der Kirche.

Mit einem zweistündigen bewegenden Gottesdienst verabschiedete sich die evangelische Kirchengemeinde am Sonntagmorgen von ihrem langjährigen Pastor und Seelsorger Jörg Schafmeyer, der zum 1. Dezember seinen Ruhestand antritt.

Sulingen – Alle knapp 400 Plätze der Kirche St. Nicolai waren besetzt. Neben den Gemeindegliedern gehörten Kollegen und Mitarbeiter, Vertreter des Kirchenkreises, der katholischen Gemeinde und der Stadt zu den Gästen. „Wir sind wehmütig, aber auch sehr dankbar für dein segensreiches Wirken“, sagte Pastor Gerald Engeler, der mit Pastorin Juliane Worbs den liturgischen Rahmen des Gottesdienstes steckte.

Die Kantorei (Leitung: Kantor Kai Kupschus) und die J-Day-Band setzten musikalische Akzente. „18 Jahre hast du unsere Gottesdienste souverän und engagiert geleitet, heute stimmen wir ungefragt den Ton an“, hieß die Erklärung zum gemeinsamen Abschiedsgruß, einem Flashmob mit Gemeindebeteiligung („Unser Land braucht neuen Glauben“ – Adonia).

Ebenso wie bei seiner Ordination am 4. September 1983 stellte Jörg Schafmeyer das Bibelwort über Jakobs Himmelsleiter (1. Mose 28) in den Mittelpunkt seiner Predigt. Neben dem geologischen Klimawandel habe man heute die „Trockenheit der Seele“ zu beklagen, sagte er und schlug den Bogen von der Ausbeutung der Erde und der Ignoranz des Glaubens. „Achten Sie auf Ihre Träume und lassen Sie auch Wege zu, die sich nicht ‚rechnen‘“, hieß seine Quintessenz. Sein Versprechen an die Gemeinde: „Ich werde den Kirchenschlüssel abgeben, aber den Löffel behalten.“

Ulrike und Jörg Schafmeyer.

Für Jörg Schafmeyer, der die Hälfte seines Berufslebens in Sulingen gewirkt hatte, schließt sich der Kreis: Der 64-Jährige zieht in seine „alte Heimat“ Harpstedt. Marten Lensch, Superintendent des evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Grafschaft Diepholz, dankte ihm im Namen der Landeskirche für seine treuen Dienste. Schafmeyer, Pastor und Theologe mit Leib und Seele, habe theologische Hauskreise gepflegt, über den „evangelischen Tellerrand“ geschaut, mit seinem Faible für zeitgenössische Kunst und moderne Kirchenmusik Spuren hinterlassen und darüber hinaus im Kirchenkreis Aufgaben übernommen.

Als „Ruhestandspastor“ sei er frei von Pflichten, bleibe aber dazu berufen, zu predigen, zu taufen und die Feier des heiligen Abendmahls zu leiten – als Pastor i.R., Pastor „in Reichweite“.

In seinen Dank schloss Lensch ausdrücklich Schafmeyers Ehefrau Ulrike und die drei „Pastorenkinder“ ein. Bei der feierlichen Entpflichtung und Segnung der Eheleute Schafmeyer wirkten die Pastoren Juliane Worbs und Eckhart Schätzel sowie Gerda Husmann und Marianne Depke, „Schwestern im Glauben“, als Assistenten mit.

„Die Stelle von Pastor Schafmeyer wird erneut ausgeschrieben“, teilte Superintendent Lensch mit. Er sei zuversichtlich, dass die Gemeindearbeit auch in der Vakanz erfolgreich fortgeführt wird. Und dass sich für die „attraktive Gemeinde“ zeitnah ein Nachfolger findet.

Jörg und Ulrike Schafmeyer hatten viele Hände zu schütteln. Unzählige Gemeindeglieder gaben ihnen an der Kirchentür und beim anschließenden Empfang in der Alten Bürgermeisterei gute Wünsche für ihren neuen Lebensabschnitt mit. 

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