Acht Jahre nach „Apparatspott 3“: Gibt es neue Pläne bei den Filmemokern?

Gerangel um Geld un Tied

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Dreharbeiten zum „Apparatspott, Teil 3“ im Jahr 2008.

Sulingen - Von Sylvia Wendt. Kannst du mich zum Interview beamen oder muss ich mit dem Auto kommen? „Auto, de Strohlenapparat is twei“, antwortet Martin Hermann. Fast acht Jahre nach der Uraufführung von Teil drei der kultigen Science-Fictio -Serie aus Sulingen, frei nach „Raumschiff Enterprise“ und „op Platt“, geht es in der Hermannschen Küche endlich einmal wieder um den Einkochtopf. Auf Plattdeutsch: Apparatspott. Teil vier kümmt wann? Tja.

Die „Filmemoker“, das ist eine Gruppe von Freunden aus dem Sulinger Land, die sich auch ohne Drehtermin immer wieder treffen. Dann geht es weniger um „Gerangel in Ruum un Tied“, wie das Zeit-Kontinuum fröhlich op Platt übersetzt wurde, sondern um Neues aus Familie und Freundeskreis. Beides kam während der Dreharbeiten arg zu kurz. Das Freizeit-Filmteam steckte einst jede freie Minute in den Bau der Requisiten, die Suche nach Locations, das Casten von Darstellern, das Schreiben von Anträgen auf Fördergelder sowie Drehtage, Schnitt, Vertonen. Was halt dazugehört, wenn man einen abendfüllenden Film erstellen möchte. Kulturpreis der Stadt Sulingen für die Förderung der Plattdeutschen Sprache, Kulturpreis des Landkreises Diepholz, Einladungen auf Filmfestivals (auch auf die Berlinale) und Gastauftritte von Prominenten in den „Apparatspott“-Filmen: Aus der bierseligen Idee von 1996 war bis 2008 ein höchst präsentables Produkt geworden, das Science-Fiction-Fans und Plattdeutsch-Sprecher gleichermaßen begeisterte.

Martin Hermann schultert die Kamera seit elf Jahren auch beruflich.

Die Technik von damals allerdings hat mit der von heute so gar nichts mehr zu tun. Regisseur Martin Hermann ist mittlerweile als Inhaber des Studios für Film, Fotografie und Werbung, „fm grafix“, professionell ausgestattet: „Ich könnte sogar Vier-K-Raw-Aufnahmen machen.“ Für Nicht-Techniker klingt das wie Klingonisch, bedeutet aber, dass die einstige Kommandobrücke, zusammengezimmert mit günstigsten Materialien in der alten Garage, heute deutlich zu erkennen wäre als – zusammengezimmert aus günstigsten Materialien. „Der trashige Charme ginge verloren“, erklärt Martin Hermann. Neu gebaut werden müsste die Kommandobrücke sowieso, denn die Garage wird heute wieder als solche genutzt. Alle Kulissen müssten wesentlich professioneller hergestellt werden, weil die heutige Technik so genau hinguckt.

Nach fast acht Jahren Pause sind die Anstrengungen und Belastungen nicht vergessen: Die drei Filme herzustellen hat insgesamt zwölf Jahre gedauert, die Ehemänner und Väter unter den Filmemokern haben viele Stunden nicht mit der Familie verbracht. Und doch hätten die meisten Lust, wieder ein Filmprojekt zu stemmen. Nicht mit dem Gedanken an möglichen Reichtum – die bisherige Trilogie hat den keinem der „Filmemoker“ beschert.

Ideen gäbe es genug, sagt Martin Hermann, dessen Bruder Uwe skurrile wie phantasiereiche Kurzgeschichten als Bücher veröffentlicht und das Drehbuch zügig geschrieben hätte. Plattdeutsch würde weiterhin die favorisierte Sprache sein – was also fehlt? „Zeit und Geld.“

Gäbe es einen Sponsor, der die Summe X zur Verfügung stellte – bei den „Filmemokern“ hieße es wohl wieder „...und Action“. Wie wärs mit Crowdfunding? „Wäre zu prüfen“, sagt Martin Hermann. Bruder Uwe bastelt derzeit an einer aktuellen Version der Homepage, die neue Facebookseite bietet etliche Filmausschnitte und zeigt, dass die „Apparatspott“-Filme noch heute viele Fans haben – genügend, um als Gruppe ausreichend finanzielle Mittel zu sammeln, um ein weiteres plattdeutsches „Filmemoker“-Werk zu ermöglichen? „Statt eines vierten Teils der Science-Fiction-Döntjes könnte man ja auch einen Krimi drehen oder Spuk oder eine Sitcom oder...,“ sinniert Martin Hermann schon mal, die Kamera wäre im Nu griffbereit. „Beamen“ bleibt leider immer noch unmöglich.

www.apparatspott.de

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