Fitnessstudio „Sport’s“ in Sulingen schließt nach 20 Jahren

Abschied von der „zweiten Familie“

Ein letztes Mal Wirbelsäulengymnastik im „Sport’s“: Yvonne Thannhäuser (mit ihrem Sohn Arjen auf dem Arm) schließt das Studio, das sie seit 2013 führt.
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Ein letztes Mal Wirbelsäulengymnastik im „Sport’s“: Yvonne Thannhäuser (mit ihrem Sohn Arjen auf dem Arm) schließt das Studio, das sie seit 2013 führt.
  • Harald Bartels
    vonHarald Bartels
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Sulingen – Im Kursraum wird bei der Wirbelsäulengymnastik gescherzt und gelacht, von Wehmut keine Spur. Dabei werden sich die Teilnehmer nicht mehr wiedersehen, zumindest nicht in den Räumen des „Sport’s“ in Sulingen, denn das Fitnessstudio ist am Freitag zum letzten Mal geöffnet.

Gedanken habe sie sich schon länger gemacht, sagt Geschäftsführerin Yvonne Thannhäuser. Mit der Eröffnung eines neuen großen Fitnessclubs in Sulingen Anfang des Jahres sei die wirtschaftliche Situation schwieriger geworden, deshalb habe sie an einen Verkauf ihres Studios gedacht, das Andreas Pleuß im Jahr 2000 gegründet hatte und das sie seit 2013 führt. Interessenten habe es gegeben, doch durch den Ausbruch der Pandemie hätten sich die Gespräche zerschlagen, und Corona habe die Lage noch verschärft. Sich weiter zu verschulden, komme für sie nicht in Frage, betont die Geschäftsführerin: „Ich muss als junge Mutter auch an die Zukunft denken, die Familie hat Vorrang.“

Trotzdem sei ihr der Schritt nicht leicht gefallen: „Die Entscheidung war ziemlich hart, die Mitglieder und die Mitarbeiter sind wie eine zweite Familie für mich.“ Viele Mitglieder seien schon von Anfang an dabei, erzählt sie, etwa die Runde, die montags und freitags nach dem Sport immer noch einen Kaffee getrunken hat. Oder die Abendkurse, aus denen „eingeschworene Cliquen“ geworden seien. „Ohne unsere Mitglieder hätte das alles nicht funktioniert, dafür ein ganz dicker Dank.“ Das Studio zähle mehr als 900 Mitglieder, inklusive der Rehasportler und der Inhaber von Zehnerkarten. Die Mitgliedschaft ende für alle am 31. Juli.

Sehr dankbar sei sie auch ihren Mitarbeitern, die zum Teil mehr als fünf Jahre dabei seien, betont Yvonne Thannhäuser – „das ist bei der Fluktuation in der Branche schon ungewöhnlich.“ Beate Jeinsen werde, ebenso wie sie selbst, weiter im Rehasport aktiv sein, Elke Ritterhoff gebe auch künftig Kurse beim SV Dimhausen und Jana Schöpe wolle sich beruflich verändern.

Die Räume des Studios mit Sauna in zwei Etagen des Gebäudes Lange Straße 37 würden bis Ende August geräumt. Der Rehasport gehe nach drei Wochen Sommerpause weiter, am 24. August, und dann unter dem „Dach“ des FC Sulingen, kündigt Thannhäuser an. Trainiert werde zunächst in der alten Sporthalle der Grundschule an der Schmelingstraße und später, nach deren Fertigstellung, in der Physiotherapiepraxis „Point of Physio“ von Lukas Koop. Dort im Rohbau arbeite nun schon Ina Zurek mit ihrer bisher im „Sport’s“ ansässigen Ballettschule. Auch ihr sei sie für die Zusammenarbeit dankbar, ebenso wie den weiteren Geschäftspartnern.

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