Benefizkonzert der „Lions“ in Sulingen

A-cappella-Gesang jenseits des Mainstreams

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Technisch perfekt war die Choreographie, der Einsatz von Licht- und Filmeffekten und mit der Kombination von Tanz und Gesang gelang dem Ensemble ein Meisterstück.

Sulingen - Von Martina Kurth-Schumacher. Seit neun Jahren ist das Benefizkonzert des Lions Clubs Sulinger Land bei allen, die ein besonderes kulturelles Erlebnis und eine gute Tat miteinander verbinden wollen, eine gefragte Adresse: Traditionell sind die Veranstaltungen lange im Vorfeld ausverkauft – so auch die am Samstagabend.

Mit dem A-cappella-Quartett „Les Brünettes“ haben die Sulinger Löwen eines der angesagtesten Gesangs-Ensembles der Republik engagiert. Die mit nationalen und internationalen Preisen hochdekorierte Damengruppe widmete ihr Programm „The Beatles Close-Up“ der „Mutter aller Boygroups“. Die Beatles seien gewissermaßen Teil der kulturellen DNA, erklärte Lisa Herbolzheimer: „Ihre Melodien sind in uns drin und haben jeden von uns beeinflusst.“

Lisa Herbolzheimer, Juliette Brousset, Stephanie Neigel und Julia Pellegrini hatten sich während ihres Gesangsstudiums an der Musikhochschule Mannheim kennengelernt und nach ihrem Album „A Women Thing“ Lust auf ein „Jungs-Ding“. Zwei Jahre beschäftigten sie sich mit dem „Phänomen Beatles“, nahmen sogar ein Album in den Abbey Road Studios auf, um in die Welt einer Band abzutauchen, die einer ganzen Generation musikalische Identität gab.

Beeindruckend war die Sicherheit, mit der „Les Brünettes“ die schwierigen Gesangsparts stimmlich meisterten. Die große „Beatlemania“ blieb jedoch aus.

Die „Brünettes“ schlugen den Bogen vom schlichten Beat-Sound der Anfangszeit bis zu komplexen Klangkompositionen der letzten Jahre der Bandgeschichte. Die Songs, unter ihnen viele Kompositionen, die es nicht auf vordere Plätze der Hitlisten geschafft hatten, präsentierten sie mehrstimmig, teilweise melodisch und rhythmisch in Richtung Jazz, Soul oder Funk verfremdet und per Loop-Station mit einem vokal kreierten Orchester-Background-Sound versehen.

Alle vier Sängerinnen sind auch als Songwriterinnen aktiv. In ihren eigenen Stücken umschrieben sie, was sie persönlich an den Geschichten der Beatles berührt. In Anlehnung an den Song „She’s leaving home“ beleuchtet etwa Lisa Herbolzheimer die Sicht des Mädchens, das das spießige Elternhaus verlässt. Auch Yoko Ono, deren Beziehung zu John Lennon maßgeblich zur Trennung der Beatles beigetragen hat, kam in einem Arrangement von Julia Pellegrini zu Wort. Klares Statement der „Brünetten“: Sie forderten posthum eine Obergrenze für Frauen in Boybands.

Beeindruckende Sicherheit

Beeindruckend war die Sicherheit, mit der sie die schwierigen Gesangsparts stimmlich meisterten. Technisch perfekt war die Phrasierung, aber auch die Choreographie und der Einsatz von Licht- und Filmeffekten. Allein mit der Kombination von Tanz und Gesang gelang ihnen ein Meisterstück.

Das Publikum zollte ihnen Respekt, die große „Beatlemania“ blieb jedoch aus. Für manchen Geschmack war ihre Performance überambitioniert, die Hits zu sehr entstaubt – Gesprächsstoff für den geselligen Teil im Anschluss, zu dem die „Lions“ in die Mensa baten.

Marc Steen, Präsident im Clubjahr 2017/2018, dankte allen Konzertbesuchern für die Unterstützung des aktuellen „Löwen“-Projekts. Der Erlös der Benefizveranstaltung geht an die Organisation Bon Agera, die sich für die nachhaltige Entwicklung Afrikas engagiert, explizit für den Zugang der Bevölkerung zu sauberem Trinkwasser.

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